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Bachforellen an der Alme


Hallo Bachforellen- Freunde 

Leider kamen Dirk und ich erst am 11. April dazu, unseren ersten gemeinsamen Angeltrip in die Tat umzusetzen. Die Forellensaison startet ja schon im März, doch unsere Job´s machen es uns seit zwei Jahren schwer, unsere freie Zeit so zu planen, dass man einen ganzen Tag Zeit hat. Das war früher etwas anders, als wir noch regelmäßige Arbeitszeiten hatten. Nun ja, alles hat sein Gutes und sein Schlechtes. Jedenfalls verabredeten wir uns an besagtem Freitag im schönen Städtchen Alme im Sauerland, um dort, wie vor einigen Jahren, den Bach- und Regenbogenforellen nachzustellen. Um 08.00 Uhr trafen wir uns vor der Haustür des Bürgermeisters, der die für die Alme nötigen Erlaubnisscheine ausgibt. Nach kurzem Gespräch machten wir uns auf den Weg an die erste Stelle nahe der Kirche, hatten wir doch etwas ganz Neues auszuprobieren. Und zwar die selbst gebauten feinen Ruten, die Dirk in Handarbeit für das Angelmagazin- Team hergestellt hatte. Unsere beiden, wirklich sehr feinen Rütchen sind 1,80m lang und haben ein Wurfgewicht von allerhöchstens 3- 10g. Das Wichtigste für mich war beim Bau das sehr kurze Handteil mit dem exklusiven Rollenhalter.

Eine kleine 1000er Stradic mit 0,18er Mono und ein Sortiment aus Wobblern und Spinnern rundete meine Ausstattung ab!

Dirk´s Materialbox sah in etwa gleich aus.

In den ersten zwei Stunden bekamen wir zu spüren, dass unser Körper in den letzten Jahren die Strapazen der Kletterei nicht mehr so abkann, wie er es noch beim letzten Mal konnte. Der Muskelkater am nächsten Tag in Armen und Beinen war schon gewaltig! Aber wir zogen das Ding weiter tapfer durch und wurden durch wunderschöne Fische, die allerdings die 20cm- Marke nicht überschreiten konnten, belohnt.

Bis wir an die an diesem Tag beste Strecke der Alme Halt machten, mit mächtig Strömung und sehr viel Struktur, was an dem Rauschen des Baches sehr gut zu erkennen war. Dort konnte erst Dirk und dann auch ich endlich gute Bisse bekommen. Die drei, geschätzt 45cm langen, Bachforellen lieferten an unserem feinen Gerät einen kräftigen Kampf, der sich für sie dadurch belohnte, dass sie die Wobbler mit den angedrückten Widerhaken abschütteln konnten! Ohne Ärger respektierten wir es und tasteten uns durch die Büsche und Sträucher zu den nächsten aussichtsreichen Stellen und konnten unter einer kleinen Brücke die einzige große Forelle landen, die an diesem Tag für uns bestimmt war. Ein herrlicher Fisch mit einer Atem beraubenden Zeichnung und tollen Farben von etwa 42cm.

Diese Schönheit wird zum Geburtstag meiner Frau als geräucherte Delikatesse die Gaumen unserer Gäste erfreuen!

Nach einem Stellenwechsel an einen ziemlich gerade verlaufenden Bachverlauf mussten wir feststellen, dass dieser Teil der Alme wohl schon bearbeitet wurde. Soll heißen, das Bachbett wurde von Kraut und das Ufer von Sträuchern und Schilf“ befreit“, alle Möglichkeiten für die Forellen waren also verschwunden, dementsprechend trostlos sah dann auch dieser Verlauf aus.

Nachdem wir vergeblich versuchten, im Ortskern ein geöffnetes Restaurant zu finden, starteten wir durch und wollten noch einmal zu der Stelle, an der uns am Morgen noch die drei Forellen entwischen konnten. Auf dem Weg dorthin, es war so gegen halb 2 am Mittag, trafen wir auf der Straße einen Schuljungen von vielleicht 10- 11 Jahren auf einem Tretroller, der uns sofort ansprach, ob wir schon etwas gefangen hätten. Als er hörte, dass wir noch nicht so viel Erfolg hatten, sagte er: Ich weiß, wo die großen Forellen sind, ich kenne sogar das Geheimversteck von denen! Große Augen sah man bei Dirk und mir, wie man sich vorstellen kann. „Na gut, dann zeig` uns doch mal, wo das ist. Ist es weit weg?“ „ Nene“ sagte der Kleine“ vielleicht eine Minute zu Fuss“! Und so führte er uns über die Straße und bog dann in eine kleine Seitenstrasse ein, wo wir auf der rechten Seite ein kleines Bächlein von höchstens 60cm Breite entdeckten. Wir beide schauten uns grinsend an, sagten aber erstmal nichts, da der Junge die ganze Zeit über von seinen Erlebnissen an diesem Rinnsal erzählte. Das er schon einmal hinein gefallen war, seine Freundin dort schon mal einen Fisch mit dem Kescher gefangen hatte usw. usw.! Auf unsere Frage, wo denn jetzt die großen Fische wären, deutete er ganz lässig auf eine Mauer in etwa 20 Meter Entfernung direkt über dem kleinen Bach. Mein Gott, was haben wir gestaunt, als wir dort ankamen. Hinter der Mauer waren mehrere Zuchtbecken mit Regenbogenforellen in den unterschiedlichsten Größen angeordnet. Wer vermutet auch schon eine Zucht in einer kleinen Seitenstraße? Nun ja, der Junge hatte natürlich Recht mit seinen Erzählungen, wir dankten ihm und er fuhr auf seinem Roller nach Hause! Jetzt konnten wir erst einmal die Becken bestaunen und natürlich auch filmen. Eine kleine, aber feine Anlage, die wohl dazu dient, zum Start der Forellensaison die Alme mit Fisch zu besetzen! Durch den kleinen Bachlauf werden die Becken ständig mit frischem, sauberem Wasser gespeist und so können die Forellen gut abwachsen.

Wir machten uns jetzt wieder auf den Weg zum Angeln und schlichen uns wieder zum tief gelegenen Bach! Das macht schon Spaß, wie ein Indianer zu dem Bach zu schleichen, darauf aufzupassen, keine Äste laut knackend zu zerbrechen, oder Steine in den Bach rutschen zu lassen. Manchmal muss man durch eiskaltes, in einen Nebenbach abfließendes Wasser waten.

Ich mache es immer so, dass ich mich zu meinem ausgesuchten Platz vortaste und erst einmal ein paar Minuten still stehen bleibe, bevor ich den Köder ins Wasser lasse, um ihn dann der Strömung zu überlassen. Ich bilde mir ein, dass meine Fangchancen dadurch steigen, wenn für die Forellen wieder Ruhe eingekehrt ist. Auch wenn ich eine Forelle gefangen habe, verhalte ich mich so.

Doch an diesem Tag wollten nur noch jugendliche Forellen an unsere Wobbler gehen und so sprachen wir uns dafür aus, das Angeln abzubrechen, um diese jungen Forellen nicht durch unglücklich gesetzte Haken zu verletzen und damit zu verangeln.

Im Großen und Ganzen war es für uns ein ganz toller, entspannender Tag, der uns von dem beruflichen Stress und dem Alltag ablenkte. Das Wetter war gut und es regnete den Tag über kein bisschen. Als ich dann nach 153km Zuhause ankam, war ich trotzdem ganz schön erledigt, freue mich aber schon auf das nächste Abenteuer- Angeln mit einem guten Freund!

 

Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?

Dann schreibt doch einen kleinen Bericht dazu.

Wir veröffentlichen gern auch eure Erlebnisse rund um die Fischwaid
 

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