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Brandungsangeln an der Maasvlakte  (Ein Revier mit vielen Gesichtern)

    
 

Die Materialschlacht noch vor Augen, welche uns im Oktober

 (siehe Ausgabe Jan.2006) schier zur Verzweifelung trieb, packen wir (der Jupp und ich) kurz entschlossen unser Brandungsgerät für einen Kurztrip an die berüchtigte Maasvlakte bei Rotterdam.

Schnell noch ein paar Dosen Proviant bei einen bekannten Discounter gekauft und voller Vorfreude aufgrund der aktuellen Fangberichte, ging’s in Richtung Westen zur niederländischen Küste.

Unseren ersten Stopp legten wir zum Köderkauf

(Seeringelwürmer) bei einem kleinen Angelladen in der Nähe des Angelplatzes ein. Da ich das Geschäft schon kannte wusste ich was mir blühte, nämliche große Augen und feuchte Hände meines Angelkumpels. Nach einiger Zeit und einer Tasse leckeren Kaffees musste ich ihn schon damit drohen allein weiter zu fahren, was auch Wirkung zeigte. Mit seinen Worten: So einen Laden könnte wir gut in Duisburg gebrauchen der führt ja alle unsere Lieblingsköder... , erreichten wir unser Ziel. Der Strand an der Maasvlakte, war Menschen leer obwohl vor ein paar Tagen noch Springflut herrschte.

Im nu bauten wir unsere Dreibeine auf und montierten die Ruten. Noch immer hatte ich ein flaues Gefühl in der Magengegend wenn ich an die Vielzahl der verlorenen Vorfächer denke. Na gut, vorsorglich hatte ich schon Tage zuvor Montagen in ausreichender Zahl geknüpft

 

Link: Weitwutfmontage und Liftmontagen

 

um die Verluste auffangen zu können, was sich im Nachhinein als nichtig herausstellte. Die erste Montage platzierte ich in die nähe der Fahrrinne, und eine weitere dicht am Ufer ca. in 20 m Entfernung an die erste Kante. Da noch Ebbe herrschte und kaum Strömung vorhanden war rechnete ich mit wenig Bissen. Für den Jupp war heute allerdings Premiere, sein erstes Mal sozusagen an den er mit Fisch beim Brandungsangeln belohnt werden sollte. Er feilte noch an seiner Wurftechnik was ihn auch gelang mit Weiten an die 80m.

Nach ein paar Ratschlägen und Tipps zur Wurftechnik wandte ich mich meinen Ruten wieder zu und siehe da, an der Montage in der Nähe der Fahrrinne machte sich jemand zuschaffen. Nachdem ich die Brandungsrute gefühlvoll über die Kanten wieder eingeholt hatte entpuppte sich das leichte Wippen der  Rutenspitze als Miniwittling.

Er schwamm nach dem kurzen Strandbesuch wieder munter in seinem Element. Da die Strömung merklich zunahm beköderte ich meine Feederrute und platzierte sie auf Höhe der anderen Montage in ca. 15m  nahe der ersten Kante. Mit einem freudigen Grinsen präsentierte mir der Jupp seinen ersten Fisch, ein schöner Butt hatte sich den Seeringelwurm einverleibt.

Bis kurz vor der Dämmerung blieb es auch bei den beiden Fischen.

Der Gezeitenstrom wurde mit der Zeit immer Stärke, Zeit die Montagen frisch zu beködern. Und dann begann das unglaubliche, kaum hatte die erste Montage den Grund erreicht vibrierte auch schon die Rutenspitze. Nicht nur bei mir, auch beim Jupp schien sich was zu tun denn auch er holte seinen Montage schon wieder ein. Es waren zwar wieder Miniwittlinge doch das machte Hoffnung auf größeres. Ich wollte soeben die Montage wieder neu beködern da bog sich meine Feederrute mächtig durch und sprang fast aus der Auflage. Am anderen Ende wehrte sich was energisch. "Wolfsbarsch" brach es grinsend aus mir heraus.

Jupp kommentierte meinen Fang drillend " nee is klar du mal wieder "aber was er da an Land beförderte war auch nicht zu verachten, ein Wittling von 45cm. Der Wolfsbarsch wurde wieder zurückgesetzt und der Wittling für die Küche verplant.

Was dann kam konnte man schon eher mit dem Wort " Beißorgie" umschreiben. Und lief wie folgt ab: Montagen beködern, auswerfen, kurz warten und mit Fisch wieder einholen. Unglaublich, abwechselnd konnten wir Miniwittlinge, maßige Fische bis 45cm, Wolfsbarsche, kleine Dorsche, schöne Plattfische bis 40cm ( Flunder, Kliesche und Scholle )  landen.

Auch der Jupp konnte einen Wolfsbarsch dicht am Ufer zu Anbiss überreden. So etwas hatte ich selten erlebt, wir hatten keine Möglichkeit mit zwei Ruten zu fischen, wollte man diese mit der Wattwurmnadel neu beködern rappelte es schon in der Rutenspitze mit der soeben ausgelegten Montage, so was nenne ich einen gut geplanten Angeltrip.

Als nach der Flut  die Ebbe das Geschehen bestimmte wurde es merklich ruhiger und wir hatten mal Zeit um Luft zu holen.

So, jetzt erst einmal einen Kaffee und was warmes zu Essen. Denkste, als wir den ausgeliehenen Gaskocher in Gang bringen wollten, stellten wir mit entsetzen fest das alle Verschraubungen unlösbar festkorriediert waren. Nu war guter Rat teuer, wir beschlossen nach ein paar belegten Broten, kalter Cola und einer Tafel Schokolade, bis zum einsetzten der Flut zu warten um die Nacht bis zum morgen durch zu angeln. Danach ein bisschen aufs Ohr zu legen um die Heimreise anzutreten. Gesagt getan nach einer Stunde Pause wurde angegriffen. Mit meiner Feederrute konnte ich die ersten vorsichtigen Bisse von gierigen Miniwittlingen auf mein Konto schreiben auch der ein oder andere Plattfisch blieb am Haken hängen. Als die Strömung wieder zunahm war auch der Jupp mit seinen Brandungsruten wieder im Geschäft.

     

Später oder besser gesagt bei Morgengrauen ließen sich nur noch ein paar Plattfische mit Seeringelwürmern überreden. Was uns bewegt die fangträchtige Nacht zu beenden, unsere Beute zu versorgen und zu guter letzt ein ruhiges Plätzchen für den wohlverdienten Schlaf zu suchen.

Auf der Rückfahrt waren wir uns einig, zu einer solchen Brandungssession werden wir wieder zurückkehren, an die berüchtigte Maasvlakte.

Aber in ein Paar Wochen steht die Wolfsbarschsaison auf dem Plan und dann kommt nur noch das Spinngeschirr ( ;) ) mit an die fischreiche Küste der Niederlande.

 

Gruß Rob&Jupp

 

 

Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?

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