Der Mega- Traumurlaub in Eidsbygda am
Romsdalfjord
11 Tage Angelurlaub vor Ort, eine Truppe von
sechs Kumpels, voraussichtlich gutes Wetter,
große Köhler, stattliche Dorsche und
Pollacks!
Das sind die Gründe, warum ich mich seit
Wochen wie ein Kind auf Weihnachten gefreut
hatte.
Unser Reisebericht über diese Tour sollte,
wie in diesem Magazin üblich, knapp,
informativ und kurzweilig werden. Doch kann
ich Euch zu Beginn meines bescheidenen
Schreibens schon mal sagen, dass er nicht
knapp ausfallen wird. Zuviel ist während
dieser Tour passiert, alles soll und muss
beschrieben sein, um Euch auch für diese
Tour zu begeistern, oder zumindest für
einige Momente zu fesseln. Auch sollen die
Mitwirkenden in Ihrem Tun möglichst genau
beschrieben werden, um Ihre Wichtigkeit zum
Gelingen eines solchen Urlaubs genüge zu
tun. Also, ran ans Werk!
Unsere Reisevorbereitungen starteten wie
eigentlich immer, mit der Recherche um
Angelmaterial und der Anreiseorganisation
und vielen Gesprächen und Internetbesuchen
bei schon einmal am Reiseziel gewesenen
Anglern.
Zum Glück brauchten wir diesmal nur mit
unserem Gepäck nach Wardenburg zur Fa. Uwe
Onken Tours fahren, um dort mit einem Luxus-
Reisebus mitgenommen zu werden.
Unser lieber Freund Ede,
dem hiermit ein besonders großes Dankeschön
gebührt, hatte sich bereit erklärt, uns,
mitsamt des gesamten Gepäcks von Duisburg
zum Abreiseort mit unserem Transporter zu
fahren. Des Wissens wegen, dass
eingefleischte Angler einen heftigen
Herzklabaster bekommen, wenn sie andere
Kumpels nach Norwegen aufbrechen sehen(
eigene schmerzhafte Erfahrung), danken wir
Dir, Ede, von ganzem Herzen für diese
Aufopferung( vielleicht auch für die kleinen
Tränen, die Du auf der Rückfahrt vergossen
haben könntest( wir würden es verstehen)!
In Wardenburg angekommen, luden wir zuerst
unsere Sachen in den schon parat stehenden
Hänger ein, um uns danach bei einigen Bieren
und Bratwürsten,
die von unserem Reiseveranstalter gratis
gestellt wurden, mit den weiteren Mitfahren
bekannt zu machen. Gegen 12 Uhr mittags
fuhren wir mit insgesamt 15
Angelbegeisterten in Richtung Kiel zur
Fähre. Kartenkloppen, Witze und von
Angelerlebnissen erzählen verkürzten die
Zeit.

Leider habe ich die genauen Zeitfenster der
Anreise nicht mehr im Kopf, als dass ich sie
Euch jetzt verbindlich sagen könnte.
Jedenfalls dauerte die komplette Anreise von
Wardenburg nach Kiel, Fähre Kiel- Göteborg,
Göteborg- Eidsbygda von 12 Uhr am Dienstag
bis Mittwochabend 21.30 Uhr, also 33,5
Stunden. Aber die Vorfreude auf den Urlaub,
das gute und reichhaltige Buffet auf der
Fähre ließen diese Zeit schnell verrinnen.
Im Camp angekommen, verabschiedeten wir uns
von den Anglern( dabei seien die
Sextouristen im Besonderen erwähnt), die ins
Camp Rodven weitergefahren sind. In dem
Unseren wurden wir sogleich vom neuen
Inhaber der Onken- Tours, Peter Frank und
Renate und Henry Pedersen( hier im
Vordergrund)
den beiden Camp- Betreuern, herzlich in
Empfang genommen und haben die deftigste
Gulaschsuppe unseres Lebens zur Stärkung
genossen. Nicht nur diese Suppe ließ uns
alle auf die Klasse- Küche von Renate
schließen, die sich in dem gesamten Urlaub
auch nicht eine einzige Blöße gab, die seit
Jahren bekannte gute Versorgung durch Renate
ist uns schon mehrmals empfohlen worden. Zur
Speisenfolge später mehr.
Infolge dessen wurden wir, da im Camp zwar
für 12 Personen Platz ist, wir aber nur zu 8
waren, auf die verschiedenen Häuser
verteilt, ohne das Platzmangel zu befürchten
war. So teilte ich mit meinem Schwager
Schorsch Haus 1 und mein anderer Schwager
Jürgen konnte allein in Haus 2 einziehen.
Somit waren wir also seinem für uns
unruhigem Schlaf nicht ausgesetzt. Klaus war
auf eigenen Wunsch ins Honigheim( weil es so
süß klein ist) gezogen, wo er wohl schon
einige seiner 10!!! Besuche im Camp
verbracht hatte. Thomas bezog mit seinem
Sohn Steffen das Haus 5.
Zu den Häusern ist zu sagen: Sie sind, wie
auch im Reiseprospekt beschrieben, einfach
und zweckmäßig für Angler ausgestattet, zwei
Doppel- Etagenbetten sind vorhanden, in der
Küchenzeile befinden sich jeweils ein
Kühlschrank und eine Kochplatte, sowie
diverses Geschirr. Ein Sofa, Sessel und zwei
Stühle runden die Einrichtung ab. Halt, die
Heizung nicht vergessen, sie wird in den
kälteren Urlauben sicherlich schon sehr gute
Hilfe geleistet haben. Leider gibt es in den
Häusern kein Waschbecken, geschweige denn
fließend Wasser. Außer an dem „ Luxushaus“
Nr.2, wo an der Terrasse ein Wasserhahn
angebracht ist, gibt es nur das Waschhaus,
indem man auf die Toilette gehen, duschen
und sich gegebenenfalls rasieren kann( kommt
nicht oft vor).
In der Nähe des Gemeinschaftshauses ist ein
Plumpsklo( PC) eingerichtet, um ganz eilige
Sachen schnellstens zu erledigen.
Renates Slogan zu den Gegebenheiten in
diesem Camp ist: Sie werden nicht alles
finden, was sie erwarten, aber alles finden,
was sie benötigen!
Gut, die Wege vom Steg bis zu den Häusern
ist schon recht beschwerlich, weil man eine
ziemliche Steigung zu bewältigen hat. Doch
man gewöhnt sich an alles!
Am ersten Abend sind wir, wider Erwarten,
nicht mehr herausgefahren, sondern
verkrümelten uns schon recht früh in die
Betten, um am nächsten Morgen frisch
ausgeruht die erste Ausfahrt starten zu
können.
Eigentlich wie an jedem weiteren Morgen
standen wir alle gegen viertel nach 7 auf,
gingen zur Morgentoilette und dann zum
Frühstück ins Gemeinschaftshaus, worin sich
die gesamte stationäre Nahrungsaufnahme und
das abendliche Gesellschaftsleben abspielen
sollte( ausgenommen des Grillabends und der
berüchtigten Terrassenparty).
Nach dem Frühstück bewaffneten wir am ersten
Tag unsere 18“ langen und mit 40 PS-
starken Motoren bestückten Boote
mit den wie üblich viel zu vielen Angelruten
und Kisten voller Equipment. Hier steht
locker ein Mittelklasse- PKW:
Thomas, Steffen und Klaus in das eine Boot,
Schorsch,
Jürgen und ich in das Andere.
Dann gings raus zum ersten Hotspot an der
Steilwand
im Romsdalfjord, wo wir den ganzen Tag über
dem Speedpilken frönten, allerdings ohne
richtig großen Erfolg zu haben. 3 Köhler
zwischen 3 – 7 Pfund waren unsere Beute.
Begriffserklärung Speedpilken:
Der Pilker( 45- 95g, vorzugsweise die von
Dr. Elisee( Insiderwitz)) wird entgegen der
Drift ausgeworfen und mit geöffnetem
Rollenbügel solange in die Tiefen des Fjords
abgelassen( bis zu 100m), bis er gerade
unter dem Boot mit Vollgas heraufgekurbelt
werden kann. Wenn Vollgas gesagt wird, ist
auch Vollgas gemeint!!! Multirollen oder
starke 5- 6000er Stationärrollen bieten sich
hierfür an. Schnüre sind meiner Meinung nach
in Monofil in der Stärke 0,30mm anzuwenden,
da sie der ungemeinen Kraft der fliehenden
Köhler Dehnung entgegen zu setzen haben,
sodass sie nicht ausschlitzen können. Geht
ein Köhler auf den Pilker, stoppt der
Kurbelvorgang vehement. Danach ist für drei-
vier Sekunden gar nichts! Dann aber stürzt
sich der Köhler in die Tiefe und reißt dabei
Schnur von der Spule, die hoffentlich nicht
mit zu stark geschlossener Bremse dagegen zu
arbeiten versucht. In etwa 250m Tiefe
stagniert der Köhler gegen den Wasserdruck
auf seine Schwimmblase und lässt sich in
Richtung Boot pumpen. Starke, große
Exemplare gehen aber noch 2- 3mal in den
Widerstand und rupfen nochmals Schnur ab.
Meistens starten sie diese letzten Fluchten
knapp unter der Rutenspitze, wobei dann bei
geflochtener Schnur schon so mancher Fisch
ausgeschlitzt ist.
An den weiteren Tagen verklappten wir
während des Auslaufens die Überreste des am
Vorabend filetierten Fisches weitab vom Camp
in Tiefen jenseits der 50 Meter. Doch immer
an derselben Stelle, um einen eventuellen
Futterplatz anzurichten, an dem wir immer
wieder einmal versuchten, Wittlinge oder
Plattfische zu fangen. Das gelang jedoch
überhaupt nicht.
Abends im Gemeinschaftshaus wurden dann die
Taktiken auf den Booten gesammelt und für
den nächsten Tag neu gesteckt. Seelachse
waren also, zumindest nicht in den Mengen,
noch nicht da. Also umplanen. Der Pollack
sollte der Zielfisch werden.
Zunächst aber wurde es sehr heiß, wir
konnten und mussten die Floatinganzüge nur
während der Fahrten anziehen, da der
Fahrtwind doch empfindlich kühl war. Bei
driftendem Boot aber konnte die Temperatur
schon bis zu 30° ansteigen. Deswegen, immer
die Sonnencreme und eine Kopfbedeckung mit
an Bord nehmen!
Die Pollackangelei ist für jeden Barsch- und
oder Zanderangler das Nonplusultra! Mit sehr
leichtem Geschirr und viel Gefühl für den
Fisch macht diese Art des Angelns einen
Riesenspaß. Ruten der WG- Klasse 3- 25g,
höchstens 2500er Stationärrollen oder 4-
5000er Multis , allerhöchstens 25er Mono,
kleine 3- 7cm lange Gummiköder und 5- 30g
schwere Jigköpfe, so macht das Pollackangeln
den ganzen lieben langen Tag Spaß, ohne zu
ermüden! Pollacks halten sich nach unseren
Erfahrungen in diesem Urlaub in Tiefen von
0,5- 30m auf, um sie gezielt zu beangeln. Am
besten versucht man, steinige, flache
Uferzonen mit steil abfallenden Kanten zu
finden. Dort zieht man, je nach Angeltiefe,
die passenden Jigköpfe auf die Gummis.
Besonders bewährt haben sich während unseres
Aufenthalts Turbotails an 10g- Köpfen und
alle Sorten der Storm Wild Eye Swim Bait
Shad in 10cm. In der Regel reichten dunkle
und helle Farben aus. Wenn man merkt, dass
es auf den einen Farbton nicht lief, hängte
man den Anderen ein. Zur Technik gibt es
nicht allzu viel zu sagen: auswerfen und
nach dem Eintauchen langsam den Köder zu
sich zurückziehen. Aufwendige Zupftechniken
oder Tempowechsel waren zumindest bei uns
nicht erforderlich! Der Pollack ist aber ein
manchmal sehr vorsichtiger Geselle, man muss
konzentriert angeln, um die feinen Bisse an
der Rutenspitze zu sehen oder im Handgelenk
zu spüren. Deswegen sind auch stärkere Ruten
nicht gerade von Vorteil!
Die nächsten Tage waren geprägt von
Pollackangeln und einstundenlangen
Versuchen, ob die großen Köhler endlich am
Platz sind. Erst an den letzten drei Tagen
konnten wir eine Stelle fernab unseres Camps
finden, wo sie dann doch zu finden waren.
Doch gingen auch in den ersten sieben Tagen
immer wieder ein paar Zehnpfünder an die
Haken.
Als Landungsmittel diente uns in diesen
Tagen ein Lip- Grip, der die Fische sicher
und leicht an Bord brachte.
Entgegen des Gaffs( dessen Handhabung doch
einiger Erfahrung bedarf, oder dem
Riesenkescher( den ich unnötigerweise
mitgeschleppt hatte), war er von allen
Landemethoden am sichersten für uns. Er
sollte eben nur so lang sein, wie die
Bordwand hoch, um sich nicht über die Reling
beugen zu müssen. Auch konnten wir mithilfe
dieses Grips die Kehlung bis zum kompletten
Ausbluten außerhalb des Bootes vornehmen.
Unser Tagesablauf war Folgender:
07.15 Uhr langsames Erwachen ohne Hektik,
Morgentoilette
08.00 Uhr Frühstück
09.00 Uhr Ausfahrt zu den vermeintlichen
Fangstellen
13.30 Uhr Brotzeit mit Lunchpaket und Tee(
konnte man sich beim Frühstück mitnehmen
17.00 Uhr Abfahrt zum Camp
17.30 Uhr Fang fliegenfrei in einen Schrank
am Filetiertisch verstauen
18.00 Uhr Abendessen im Gemeinschaftshaus
Speisefolge des gesamten Urlaubs:
1.
Abend Gulaschsuppe
2.
Abend Köhler, Dorsch, Pollack
gebraten mit Beilagen
3.
Abend Grillhaxe mit Sauerkraut
4.
Abend Erbsensuppe
5.
Abend Zwiebelsahneschnitzel vom
Schwein inkl. Beilagen
6.
Abend Krümelfisch( 3 Sorten klein
geschnittener Fisch in Ei und Zwiebeln
gebraten) total lecker
7.
Abend Nudeln mit Bolognese und Salat
8.
Abend Grillabend
9.
Abend Gyrosfleisch mit Reis und Salat
10.
Abend falsches Kotelett
11.Abend Köhler in Sahnesoße mit Beilagen
12.Abend Kassler- und Schweinbraten mit
Klößen und Kartoffeln
Wir haben es an nicht einem einzigen Abend
geschafft, alle Speisen restlos aufzuessen.
Nach jedem Essen wurde ein liebevoll
angerichtetes Dessert gereicht. An vielen
Tagen backte uns Renate Kuchen oder
Nussecken und zweimal abends Flammkuchen!
19.30 Uhr filetieren des Fanges, eintüten
und einfrieren
Vielleicht händeln die meisten Angelgruppen
es so wie wir, dass sie ihren Fang abendlich
gemeinsam verarbeiten und zum Schluss der
Reise untereinander aufteilen. Wir machen
das immer so und mir erscheint das für eine
Gruppe nur anständig und fair.
20.30 Uhr geselliges Beisammensein bei Bier,
Amaretto, Whiskey, 43er und Aufgesetztem.
Ich möchte an dieser Stelle bewusst
anmerken, dass wir abends oder nachts schon
alleine deswegen nicht mehr als einmal auf
den Fjord gefahren sind, weil wir schon zu
Beginn der Tour gemerkt hatten, dass wir
locker an eine grenzwertige Menge an
Fischfilet kommen würden, die die Ausfuhr
seit einiger Zeit aus Norwegen beschränken(
zu Recht, wie wir finden). Deswegen
gestalteten wir unsere Abende in richtiger
Geselligkeit und Hüttenfeeling!
An einem denkwürdigen Abend lud uns Jürgen
zu einer Spontanparty auf seiner Terrasse
ein. Er hatte tags zuvor die Hecke vor ihr
mit einer Nagelschere so kurz gestutzt, dass
man das herrliche Panorama des Fjords in
seiner ganzen Pracht der Mitternachtssonne
betrachten konnte. Einige Flaschen Osbourne,
Mariacron und Cola wurden an diesem Abend
vernichtet, doch nicht ohne Opfer: Jürgen
konnte leider die morgendliche Ausfahrt
nicht mitmachen, Braunschnapsallergie!!!
Kurz vor dem Frühstück wurde per Videotext
der aktuelle Wetterbericht für den Tag
gecheckt, um auch längere Fahrtziele in
Betracht zu ziehen. So fuhren wir auch
viermal in die Nähe der Hafeneinfahrt von
Molde, was eine Anfahrt von gut einer
dreiviertel Stunde bei Vollgas( fast ständig
43 km/h laut GPS) bedeutete. Weitere
Hotspots trugen die ausschlagkräftigen
Namen: Pferde- und Schweinebucht,( diese
Foto zeigt eine Hochzeitskutsche, die ein
verliebter Norweger zum Angedenken an seine
Vermählung an dem Eingang zur Pferdebucht
gemalt hat)
Steilwand, kleine Steilwand,
rund um Sekken( Insel im
Romsdalfjord),Brücke in Molde( wo sich
findige Angler von der Brücke herab Stricke
baumeln ließen, um sich und die Boote daran
festzumachen) Dorschwiese, Unterwasserberg
Skallen und der Straumen! Je nach Witterung
und Windstärke fuhren wir diese Spots an.
Das ist noch ein Vorteil des Romsdalfjordes,
man kann auch bei miesem Wetter oder starkem
Wind einige Angelstellen finden, wo das
Angeln nicht gefährlich werden kann.
Im Laufe des Urlaubs wurden viele
verschiedene Fischarten gefangen:
Köhler,
Pollack,
Leng, Dorsch,
Lippfische, die es in allen möglichen Farben
zu fangen gab,
Makrele, Hering, Platte,
Schellfisch, Nagelrochen,
kleine Rotbarsche( Pillis), Steinbeißer(
leider sehr alt, mager, zahnlos und
verwurmt)
und ein Seeteufel.
Die Vielfalt an Seefisch ist also auch im
Romsdalfjord gegeben, doch konnten wir
aufgrund der manchmal sehr starken Drift
nicht oft dem Naturköderangeln und dem
Tiefseefischen nachgehen. Exzellente Stellen
dafür gibt es aber zuhauf! Unsere Spezis
Klaus und Thomas ließen ihre Köder dann auch
mal richtig tief herunter in den Fjord an
der kleinen Steilwand. 420 Meter tief zeigte
die Anzeige auf der Elektrorolle an, ohne
den Grund durch die starke Drift berührt zu
haben. Aber im Ernst: Ohne E- Rolle würde
mir das im Traum nicht einfallen!
Während des Urlaubs entwickelten sich
natürlich auch wieder einige neue
angelspezifische Wörter, die sich unter uns
Anglern dann auch breitmachten. So ist der
Drillbrand bei den meisten von uns
aufgetreten, bei den hochsommerlichen
Temperaturen mit über uns stehender Sonne
und reflektierendem Wasser zogen wir uns
alle beim Drillen einen Sonnenbrand zu. Der
Begriff „ Schräglachse“ ergibt sich aus der
Tatsache, dass die Köhler beim Speedpilken
nicht nur beim vertikalen Einholen, sondern
auch bei, durch die Drift verursachten
Schrägeinholen zupackten. Auch ist
Speedpilken nicht immer die beste Methode,
den Köhlern auf die Schliche zu kommen, auch
das „ Slowpilking“ brachte den einen oder
anderen Fisch. Der Begriff „doppelte
Scheidenwand“ hinter der Steilwand erklärt
sich durch dieses Foto:
Die Phrasen: Angeln, Boot fahren und Urlaub
auf allerhöchstem Niveau war( jede für sich)
fast jeden Tag von uns Anglern zu hören.
Kein Wunder, bei solch tollem
Ententeichwasser, Sommersonnenschein und
beißfreudigen Fischen!
Von einer Geschichte muss ich Euch auch noch
erzählen:
Schorsch, Jürgen und ich beobachteten an der
Steilwand, wie immer wieder kleine Fische in
Panik aus dem Wasser sprangen und so auf
raubende Fische aufmerksam machten. Schorsch
und ich warfen unsere Köder fünf- sechsmal
in diese Richtung und versuchten, den Räuber
an die Haken zu bekommen. Jürgen rauchte
sich noch eine, bis er sagte: " Ey Jungs,
kriegt Ihr das nicht gebacken?" Er stand
auf, nahm seine Rute, warf den Köder an die
gleiche Stelle wie wir und... fing auf
Anhieb den raubenden Pollack. Beschämte
Blicke zwischen Schorsch und mir waren die
Folge.
Auch fing Schorsch mir gegenüber immer die
größeren Fische! Jedes Mal, wenn ich seinen
Fisch landete, konnte ich es mir nicht
verkneifen zu sagen, wie viel Glück der
Schwager doch hat! Oder kann er es einfach
nur besser?
Wir hatten mal wieder ordentlich Glück mit
dem Wetter, auch wenn es an einem Tag gleich
mehrere Klimazonen zu durchwandern galt.
Regen, Hagel, Sonne, Gewitter und heftiger
Wind machten diesen Tag zu einem Erlebnis.
Die größten Fische:
Köhler 8,5 kg
Pollack 7,3 kg
Am letzten Abend reinigten wir unsere Boote
und spülten unsere Rollen und Ruten mit
reichlich Frischwasser ab, bevor wir sie
trocknen ließen, auseinander bauten und in
die Transportrohre- und kisten verpackten.
Das ist auch bei so genanntem „
salzwasserfesten“ Angelmaterial wichtig, um
Korrosion daran zu vermeiden!
Der beste Angler unserer Reisegruppe, Klaus,
wurde für den größten und schwersten Köhler
mit einem Pokal geehrt. Außerdem bekam er
eine Ehrenauszeichnung, weil er schon zehn
Angelurlaube bei Uwe Onken Tours verbracht
hat. Den fast 5 Kilo schweren Helm musste er
sich auch noch für 10 Minuten aufsetzen, was
ihm ab der neunten Minute auch merklich
schwer fiel:
Von dem Panorama in den Fjorden Norwegens
brauche ich den Fan´s nichts weiter zu
zeigen oder erklären.
Nach dem für uns, wie auch Renate und Henry
bestimmt nicht leichten Abschied traten wir
die Heimreise über Oslo- Frederickhaven und
Wardenburg- Duisburg an. Ehrlich gesagt, war
die Rückfahrt um einiges schwerer zu
ertragen, der Urlaub war damit schließlich
vorbei!
Kommen wir zum Abschluss zum Konsens dieser
Tour:
Es war auf jeden Fall besser, sich mit dem
Reisebus zum Urlaubsort fahren zu lassen.
Die Anreise mit dem privaten Auto dürfte
wegen Fahrstress und Platzmangel doch sehr
viel ungemütlicher sein.
Die Idee Uwe Onken´s, eine Pauschalreise
All- Inklusive anzubieten, hat bei uns voll
eingeschlagen. Der Preis von knapp 1200€
ist auch in Ordnung, wenn man auch bedenkt,
dass zu dem Preis die Anreise, die
Fährverbindung, die Verpflegung und die
Boote bis 10PS + 120l Benzin inklusive
sind(40PS- Boote sind mit Aufschlag von 200€
vorzubestellen)!
Näheres kann man hier nachlesen:
http://www.romsdalfjord.de
Ich hoffe, dass Euch dieser Bericht gefallen
und nicht allzu sehr gelangweilt hat. Einige
Infos konnten wir ja doch zusammentragen,
die Euch bei einem Angelurlaub im
Romsdalfjord doch schon helfen können.
Solltet Ihr Euren Urlaub im Camp Eidsbygda
buchen, grüßt Renate und Henry ganz herzlich
von uns, ohne sie wäre der Unsere vielleicht
nur halb so schön geworden.
Ein besonderes Dankeschön gebührt am Schluss
dieses Reiseberichtes unserem Busfahrer
Georg, der uns auf der gesamten Reisestrecke
durch Schweden, Norwegen, Dänemark und
Deutschland immer sicher und zügig durch den
Verkehr gebracht hat.
Dieser Bericht stammt von Kosta für
Angelmagazin.com, hätte aber ohne die
Mithilfe( Fotos) von allen Mitwirkenden in
diesem Bericht niemals so schön
ausfallen können!
Danke Jungs, für diesen herrlichen Urlaub!!!
Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?
Dann schreibt doch einen kleinen Bericht dazu.
Wir veröffentlichen gern auch eure Erlebnisse rund
um die Fischwaid
Kontakt:
info@angelmagazin.com
Das
August Magazin als PDF
copyright:
www.angelmagazin.com
Noch Fragen zum Bericht?
In unserem
Forum stehen euch die Autoren mit Rat und Tat
zur Seite.
|