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Der Angelladen meines Vertrauens

2000, das Jahr, in dem ich auf das Bestreben meines Schwagers hin den Angelschein machte. Im November hatten wir die Lizenz zum Fischen in unseren Taschen und mussten erst einmal die Erstausstattung zum Fischfang besorgen. Mein Schwager kegelte schon seit Langem mit einem passioniertem Angler, der im Januar 2001 seinen Traum, einen Angelladen zu betreiben, verwirklichte. So war es dann auch normal, diesem Herrn den Vorzug zu geben, was den Kauf der ersten eigenen Ausrüstung betraf.

 

Wir haben den Spaß am Angeln beim Barbenfischen während eines Zeltwochenendes entdeckt, wo jeder von uns einmal das Gefühl kennen lernen durfte, eine dieser kampfstarken Fische zu drillen. Und so blieb uns nichts anderes übrig, als selber auch den Angelschein zu machen, damit wir berechtigt waren zu angeln.

 

Nun denn, an einem Tag im Januar 2001 gingen wir gemeinsam zum Angelshop Henne in Duisburg - Walsum, wo mein Schwager natürlich bei den Inhabern Gudrun und Karl – Heinz Henne bekannt war. Bei einem Kaffee erklärten wir unsere Absichten, wie, wo und auf was wir dem Fisch beizukommen gedachten.

 

 

Es sollten zwei Ruten mit passender Rolle und Schnur sein, die für das Grundfischen im Rhein geeignet sind. Dazu auch Blei, Haken, Fischtöter, Rutenständer, Rutenfutterale, Wurmnadeln und eine Angeltasche.

 

Nach einigen Ausführungen von Kalle waren wir überzeugt, dass wir doch etwas mehr Geld ausgeben mussten, wenn wir von Anfang an Spaß an der Sache haben wollten. So ließen wir uns mehrere Ruten zeigen, die den Anforderungen des Rheins genüge tun würden. Es wurden dann DAM – Ruten in Längen von 3,00 Metern und einem Wurfgewicht von 80 Gramm. ( Im Nachhinein stellte ich fest, dass man damit auch locker 120 Gramm werfen darf ).

Als wir mit den Ruten fertig waren, erklärte uns Kalle, was für wichtige Voraussetzungen eine Rolle haben sollte, um auch sicher unsere Zielfische landen zu können. Wie da wären : Bremsleistung, Stabilität und Schnurfassung. Da er in seinem Laden ausschließlich qualitativ hochwertige Ware vorrätig hat, viel uns die Auswahl relativ schwer, sollte doch weder das Budget gesprengt, noch die Vielseitigkeit fehlen. Entschieden habe ich mich damals für eine Freilaufrolle von SPRO, da ich Kalle auch gesagt hatte, dass ich auch an unseren Kanälen auf Zander ansitzen wollte. Und da war eine Freilaufrolle zu empfehlen, die den Zander, der dort ziemlich vorsichtig beißt, Schnur nehmen lässt, ohne dass er dieses merkt. Das sollte sich später im Sommer noch auszahlen.

 

Die Schnurfrage war schnell geklärt, denn aufgrund der Zusatzspulen konnten wir einerseits eine 30er Mono – Schnur für den Rhein und eine 25er Mono für den Kanal aufspulen. Erst war ich der Meinung, das diese Schnurstärken zu unsicher wären, um damit völlig ohne Probleme die Fische auszudrillen. Doch Kalle sagte dazu : Wenn Du erst einmal ein paar Monate damit gefischt hast, wirst Du herkommen, und Dir statt 30er Schnur 25er und statt der 25er eine 20er aufspulen lassen. Denn bis dahin wirst Du festgestellt haben, dass man auch mit dünneren Schnüren sicher den Fisch ausdrillen kann. Außerdem stehen die Fische nicht so auf dicke Schnüre, denn wenn sie merken, dass am Köder noch etwas dran ist, lassen sie ganz schnell wieder los. Nein, sagte ich, ich möchte lieber auf der sicheren Seite sein. Er widersprach nicht, und wenn ich später darüber nachgedacht hatte, fiel mir auf, dass man seine Wünsche beim Kalle erfüllt bekommt, er seine Meinung dazu preisgibt, aber niemanden etwas aufschwatzen möchte! Ich glaube, er ist der Meinung, dass seine Ratschläge früher oder später durch seine eigenen Erfahrungen angenommen werden.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon zirka 300 DM los, das hatte ich mir eigentlich als Grenze gesetzt, doch noch waren ja nicht alle Sachen beisammen. Mit weiteren 100 Mark war aber dann alles gekauft, was zum allerersten alleinigen Angeln von Nöten war.

 

So ging es dann des Öfteren zum Fischen, anfangs noch mit höchst seltenem Erfolg.

Das änderte sich allmählich, als ich viele Leute im Angelshop kennen lernte und mit diesen zusammen fischen ging. Dabei lernte ich auch das Spinnfischen kennen, was mir zunehmend immer mehr Spaß machte, weil man dabei in Bewegung war und relativ schnell Fische, insbesondere Barsche überlisten konnte. Also besorgte ich mir im Herbst 2001 eine Spinnausrüstung! Begonnen habe ich damals mit einer Tele – Spinnrute, die ich als Abo – Zugabe vom Blinker erhielt. Die Rolle kaufte ich wieder beim Kalle, wollte aber höchstens 50 DM dafür ausgeben. Hm, sagte er, mit seinem höchsten eigenem zweifelndem Blick, damit kannst Du wunderbar angeln, doch wenn Du einmal etwas mehr Geld zur Verfügung haben solltest, würde ich Dir zu etwas hochwertigerem raten. Wie recht er doch mal wieder haben sollte. Dazu gleich mehr.

 

Beim Ansitzangeln am Rhein nahm der Fangerfolg stetig zu, allerdings wurden die Längen nicht größer. Im Kanal hatte ich, bis auf Köderfischfänge, null Erfolg. Erst nachdem ich wieder im Laden war und mir dünnere Schnüre aufspulen ließ, ging es auch mit den Fängen bergauf. Muss denn der Kerl immer Recht haben?

 

Mehr und mehr verlor ich den Gefallen aber auch die Zeit zum Ansitzangeln, und so beschloss ich, mich mehr auf das Spinnfischen zu konzentrieren!

 

Auch mit Kalle ging ich das eine oder andere Mal angeln. Bisher habe ich ihn überhaupt noch nicht ansitzen sehen, dazu fehlt ihm wohl die Zeit. Deswegen haben wir uns immer für ein paar Stunden verabredet, um spinnen zu gehen. Ich bewunderte, wie weit und präzise er die leichtesten Spinnköder werfen konnte. Warum das so war, bekam ich erst heraus, als er mir anbot, einmal seine Kombo zu fischen. Ich war wie erschlagen, wie leicht und doch so stark seine Ausrüstung war und wie ermüdungsfrei man damit Wurf um Wurf machen konnte. Dann sagte er mir den Preis dieser Kombo und ich war von den Socken. Er fischte damals mit einer Stella und einer Westline – Rute! Das war für mich unerschwinglich, aber ich entschied mich, aufgrund seinem Anraten, zumindest meine Rute gegen die Westline – SIC – Zander zu tauschen und mir eine bessere, wenn auch teurere Rolle zu gönnen. Und siehe da, ich verlor nicht mehr nach 1 – 2 Stunden die Lust und konnte im Laufe der Zeit immer bessere Fänge verbuchen, nicht nur Barsche wurden gefangen, sondern auch Zander in passablen Größen.

Im Laufe der Zeit verbesserte sich mein Einkommen, damit konnte ich mir auch das hochwertigere Equipment erlauben. Meinen Traum der Stella und einige anderer Ruten und Rollen konnte ich mir gönnen und bin bis heute absolut zufrieden damit.

 

Immer mehr Angel – und auch wirkliche Freunde lernte ich in Henne´s Angelshop kennen und immer mehr lernte ich von gemeinsamen Angeltrips mit ihnen.

 

Vom leichten Spinnfischen bis zum schwereren Twistern lernte ich die Bandbreite des Spinnfischens, die ersten Gehversuche beim Meeresangeln auf der Nord – und Ostsee wurden von fast regelmäßigen Ausflügen abgelöst und auch die beiden Norwegentouren machte ich durch die Animation der in den letzten Jahren geschlossenen Freundschaften. Seien es die Kontakte aus dem Internet oder die jetzt fast täglich Besuche im Angelshop ( wo auch des öfteren mal gar nichts gekauft wird ) geben mir immer wieder die Bestätigung, ein tolles Hobby mit der Angelei gefunden zu haben.

Und bei allen neuen Möglichkeiten, ließ ich mich bei Gudrun und Kalle beraten und lasse es auch heute noch an Fragen und Unterstützung nicht fehlen!

 

Resumé meiner Geschichte ist diese : Wenn man einen Angelladen gefunden hat, in dem man sich vertrauensvoll an die Inhaber wenden kann, und davon gibt es in Deutschland viele, kann man davon ausgehen, niemals über den Tisch gezogen werden, gutes Material zu bekommen, viele Tipps und Kniffe zu erfahren, und darüber hinaus auch Freundschaften schließen.

In diesem Sinne möchte ich nicht die heutigen Internet –Shop´s verunglimpfen, doch breche ich eine Lanze für die persönliche Beratung der Angelgerätehändler in Euer Umgebung!

 

Euer Kosta

 

 

Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?

Dann schreibt doch einen kleinen Bericht dazu.

Wir veröffentlichen gern auch eure Erlebnisse rund um die Fischwaid
 

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