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Ein Wochenende an der Ostsee
Im Sommer 2007
hat der AB-Motor an meinem Boot angefangen nicht
mehr sauber zu laufen. Da keine Möglichkeit bestand
das 2-Zentner Teil direkt mitzunehmen ,der
Kofferraum ist beim Familienurlaub immer bis zum
Bersten gefüllt, ergab sich erst jetzt im März die
Möglichkeit das Teil aus Dänemark zu holen. Da nicht
sicher ist was der Motor hat, und mir die Lohnkosten
im Dänemark viel zu hoch sind, lohnt sich
hoffentlich trotz der enormen Spritpreise eine
Reparatur zu Hause. Also Werkzeug eingepackt,
Spinnrute eingepackt, Thermoanzug gefaltet, und
kleines Handgepäck verstaut. Samstagmorgen 600 Uhr
ab auf die Autobahn, zuerst auf die A44 bis
Meerbusch dann quer durchs Ruhrgebiet, Richtung
Münster und auf die A1 Via Norden. Zu meinem
Erstaunen war gar nichts los, sodass ich in 5Std und
15 Min auf dem Skandipark in Flensburg Harislee war,
und dort für 5,95 Euro mein obligatorisches
Frühstücksbuffet eingenommen habe. Von dort nach
Fünen auf den entspannt zu fahrenden dänischen
Autobahnen ist fast wie Urlaub. Das einzige
Highlight auf der gesamten Fahrt war die
automatische Verkehrsüberwachung in Bremen, wer dort
noch nicht gefahren ist, haltet euch an die
angegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen, denn die
stationären Radargeräte sind immer „scharf“. Das
mussten auch 2 Raser feststellen, die ein Rennen
fuhren und mich mit Lichthupe von der linken Spur
scheuchten, und 1Km weiter sowohl die Abstandskamera
als auch die Geschwindigkeitskamera auslösten, bei
erlaubten 120 km/h mit geschätzten 180 Km/h.
In Fünen
angekommen, sofort den Motor abgebaut, eingeladen,
und ab in die Angelplörren, es ist ja beste
Meerforellenzeit. Da die Abenddämmerung nahte, den
Allrad Pick-Up vom Jörgen ausgeliehen und die 500 m
zum Wasser schnellstens überbrückt. In Dänemark
kräht kein Hahn danach, ob du direkt bis zum Wasser
fährst oder nach guter deutscher Erziehung
kilometerweit läufst. Die Dänen fahren immer mit dem
Arsch bis ans Wasser.
Ich halte es
mit den Dänen! Eine angenehme Eigenschaft finde
ich!
Jetzt ab in die
Wathose. Die, die mich kennen, ich hab da hinein
gepasst. Für den Fotoapparat oder die Kamera war in
der Innentasche nun gar kein Platz mehr. Ich bin nun
kein ausgesprochener Mefospezi, deswegen hatte ich
die Qual der Wahl. Welchen Köder nehme ich ?



Ich entschied
mich für einen blau-silbernen PILGRIM 28gr.Es ist
fast Frühjahr und die Heringe müssen in Ufernähe
sein. Tobias entschied sich für einen weißen
Hensen.
Die Bucht die
wir, Tobias, ein deutscher Azubi in Dänemark für
biologische Landwirtschaft aus Witten und ich,
beangelten, ist als hervorragendes Meforevier im
Frühjahr bekannt. Es kommen sogar Norweger hierhin
zum Meerforellenangeln.
Wir standen
also bis zum Bauchnabel im der eiskalten und warfen
uns die Arme lang, aber es tat sich gar nichts. Also
ab ans Ufer und erstmal einen Jagtbitter oder
2,3,vier,mit etwas Karlsberg runtergespült. Das
Wasser war richtig kalt. Wir entschieden uns zu
einem kleinen Ortswechsel. In die nächste Bucht ca.
400m westlich. Dort steht seit vielen Jahren eine
Reuse von einem Nebenerwerbsfischer an der gleichen
Stelle. Die wäre nicht dort, wenn es keine Fische
gäbe. Also wieder ins Wasser, aber zuerst in die 2
Reusen geschaut. Was war drin, ein paar schöne
Heringe und eine Kliesche. Was uns aber erstaunte,
die Fische waren tot. War der Fischer schon lange
nicht mehr hier, der warum sind die Tiere in einer
so großen Reuse verendet? Die Auflösung des Rätsels
bekamen wir am Abend nach einem Gespräch mit einem
Einheimischen.
Nach den
Heringen zu urteilen war meine Köderwahl genau
richtig. Also die Reuse vergessen und wieder werfen,
werfen, werfen. Schließlich will ich den Fisch der
tausend Würfe fangen.

Dann passierte
was bestimmt viele kennen: Der rechte Fuß wurde
eiskalt. Ein sicheres Zeichen, wofür? Ein Loch ist
im Schuh der Wathose, muss wohl in irgendetwas
getreten sein, schei... egal ich mach einfach
weiter. Nach weiteren 40-50 Würfen hatte es keinen
Zweck mehr. Ich war total durchnässt und mir war nun
lausig kalt. Zurück zum Ufer gestampft. Zum Glück
hatten wir den „Innenwärmer“ dabei. Schnell ein paar
geschluckt, ich will ja nicht krank werden. Mit
etwas Gerstenkaltschale nachgespült - es war jetzt
sehr angenehm. Zurück zum Auto und durchs Feld
zurück zum Haus, keine Angst wir brauchten über
keinen öffentlichen Weg oder Strasse, nur durch die
Felder vom Jörgen. Der Frust über die Nullnummer war
unübersehbar, ich hatte mir wirklich viel erhofft.
Es sollte also nicht sein. Zu Hause angekommen
trafen wir den Nachbarn der Tobias erzählte (in
dänisch), das die Bucht am Vortag vollkommen trocken
gefallen war. Das habe ich im Sommerurlaub 2007
gesehen. Man konnte 150-200m trockenen Fußes in die
Buchten laufen.

Soweit war das
Wasser zurückgegangen (wie bei Ebbe an der Nordsee).
Wenn man das nicht gesehen hat kann man das kaum
glauben. Jetzt weiß ich auch, warum die Fische in
der Reuse verendet waren. Hätte ich das vor
Angelbeginn gewusst, wäre meine Auswahl der
Angelstelle auf tieferes Wasser gefallen. So hab ich
aber eine prima Ausrede, warum ich noch immer keinen
Fisch gefangen habe. Dermaßen gefrustet haben wir
die Flasche Jagtbitter nach und nach mit Luft
gefüllt, und den Inhalt regelmäßig mit Bier
verdünnt.
Zum
Angelrevier: Mein Domizil ist ein Teil der
„Dänischen Südsee“. Es liegt auf Fünen , unweit des
Hafenstädtchens Faaborg am kleinen Belt. Im
Nachbardorf legt die Fähre Fynshavn-Boiden an.
Fynshavn ist der Fährhafen auf der Halbinsel Als ca.
45 Automin. von Flensburg entfernt.
Es gibt hier
malerische Buchten und einsame Strände, die jedes
Anglerherz höher schlagen lassen. Die anglerische
Infrastruktur ist aber im Vergleich zu Langeland
eher als hinterständig zu bezeichnen, was aber auch
Vorteile hat. Die Meerforelle geht regelmäßig an den
Haken, und ab Mai kann man super Hornhechte fangen.
Tiere von 80cm sind keine Seltenheit. Der Dorschfang
vom Strand aus ist vor 3 Jahren von jetzt auf gleich
ausgeblieben, warum keine Ahnung. In den Jahren
davor konnte man richtig viele und gute Dorsche
fangen. Diesen Umstand hat es vor geraumer Zeit
schon einmal gegeben, und urplötzlich waren die
Tiere wieder da. Also hoffen wir mal. In Anderen
Foren ist immer wieder zu lesen das die Bootsangler
sehr schlecht fangen im kleinen Belt. Das habe ich
bisher noch nicht festgestellt. Man muss den Dorsch
wohl suchen, und dafür bis zu 100l Sprit einplanen,
aber wenn du ihn einmal gefunden hast sind sowohl
Massenfänge fast wie beim Makrelenangel, als auch
gezieltes Fischen auf Tiere von 75++cm möglich.
Einziger Nachteil hier gibt es nur einen Vermieter
von Booten, und zwar genau 3.Und die gehören zu den
Ferienwohnungen. Alternativ Röhrchen auf Als. Was
die wenigsten hier betreiben ist das
Plattfischangeln vom Boot; es gibt wahre
Plattenmonster, und große Mengen an Steinbutt, die
man auch manchmal beim Pilken fangen kann. Es
besteht sogar die Möglichkeit am Hafen Würmer zu
graben, wenn das Wasser nicht allzu hoch steht, wenn
das nicht geht muss man bis Svendborg oder die 65km
bis Langeland in Kauf nehmen, um Köder zu bekommen.
Wer
detaillierte Infos haben möchte über PM gibt’s die.
Ich Hoffe ihr könnt die kommende Angelsaison kaum
noch abwarten .
Euer
Strandfreak
Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?
Dann schreibt doch einen kleinen Bericht dazu.
Wir veröffentlichen gern auch eure Erlebnisse rund
um die Fischwaid
Kontakt:
info@angelmagazin.com
Das
April Magazin als PDF
Copyright:
www.angelmagazin.com
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In unserem
Forum stehen euch die Autoren mit Rat und Tat
zur Seite.
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