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Fischdatenblatt
Der Bitterling
Lateinischer Name:
(Rhodeus amarus; Syn.: Rhodeus sericeus amarus
Pallas, 1776)
Der Bitterling wurde vom Verband Deutscher
Sportfischer zum
Fisch des Jahres 2008 gewählt, da
er aufgrund seiner Fortpflanzungsbiologie, der
Abhängigkeit vom Vorkommen spezieller Muschelarten,
in manchen Regionen stark gefährdet ist und auf der
Roten Liste steht.

Aussehen / Körperform:
Die Maulform des Bitterlings ist halb unterständig.
Der sechs bis neun cm große Körper ist hochrückig
und von großen Schuppen bedeckt. Die Seitenlinie,
von deren Poren nur die ersten vier bis sieben
hinter dem Kopf erkennbar sind, ist unvollständig.
Die Seiten des Fisches, über die sich ein
blau-grüner Streifen zieht, sind silbrig und der
Rücken ist grau-grün gefärbt.
Verbreitung / Lebensraum:
Der Bitterling ist in Mitteleuropa nördlich, der
Alpen, heimisch. Man findet ihn vom Gebiet der Rhone
bis hin zum Kaspischen Meer. In Skandinavien,
Dänemark und in großen Teilen Englands ist er nicht
zu finden.
Er liebt flache, langsam fließende Gewässer mit
einem großen Pflanzenbestand mit sandigem oder
schlammigem Grund.
Nahrung:
Als Nahrung dienen dem Bitterling hauptsächlich
pflanzliches Plankton und wirbellose Tiere wie
beispielsweise Schwämme, Würmer oder Schnecken.
Fortpflanzung:
Während der Laichzeit von April bis Juni wächst dem
Rogner eine fünf bis sechs cm lange Legeröhre, mit
deren Hilfe er die Eier in den Kiemenraum großer
Süßwassermuscheln, wie z.B. Fluß- und Teichmuschel,
legt. Ein Rogner produziert zwischen 40 und 100 Eier
von ca. 3mm Durchmesser, von denen jeweils nur
maximal zwei in eine Muschel gelegt werden. Der
Milchner befruchtet die in dem Kiemenraum der
Muschel abgelegten Eier mit Hilfe des Atemwassers
der Muscheln. Die Larven der Bitterlinge verbleiben,
bis sie schwimmen können in der schützenden Muschel.
Erst die Anwesenheit von Muscheln löst beim Milchner
die Laichfärbung und das Balzverhalten aus. Über den
Augen sowie dem Mail erscheinen Laichwarzen und die
Seiten werden rotviolett. Hinter dem Kiemendeckeln
erscheint ein blauer Fleck.

(Ein Bitterling im Laichkleid)
Die Milchner locken die Rogner mit
einem komplizierten Ritual zu der von ihnen
ausgesuchten Muschel, in welcher der Rogner seine
Eier ablegt. Dann lässt der Milchner seine Milch
über der Einsagöffnung der Muschel ab.
Bitterlinge werden vier bis fünf
Jahre alt, wobei sie ab dem zweiten Jahr
geschlechtsreif werden.
Ein Bericht von
Karsten Kalweit
(SchwalmAngler)
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