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Als ich mir am 29.09.2004 vor nahm mal
wieder den Zandern in unserem kleinen Teich
nach zu steigen ahnte ich nicht im
geringsten was mich dort erwarten würde. An
besagtem Abend wurden also frohen Mutes
meine Angeln eingepackt, noch etwas Futter
um auch sicher sein zu können, das ich ein
paar Köderfische für meine Stellfisch-Angel
bekomme und ein paar Boilies, für den am
Wochenende bevorstehenden Karpfenansitz.
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Am Teich angekommen wurden schnell die Angelsachen
aus dem Auto ausgeladen, am Angelplatz abgelegt und
eine routinemäßige Runde um den Teich gedreht.
Schon bei meinem Gang zum Angelplatz war mir
aufgefallen, dass vereinzelt ein paar tote
Weißfische auf dem Wasser trieben. Jedoch kam mir
das in keinster Weise ungewöhnlich vor, da der Teich
sowieso einen übermäßigen, verbutteten
Weißfischbestand beherbergte und es immer mal wieder
vorkam, dass man den ein oder anderen Weißfisch dort
treiben sah
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Als ich jedoch zur Hälfte um den Teich herum
gegangen war und an der Stelle ankam an der
der Wind normalerweise das Treibgut an den
Rand gespült hätte, stockte mir fast der
Atem. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich
Hunderte von kleinen Weißfischen, die alle
entweder leblos auf dem Wasser trieben oder
aber kurz davor waren das zeitliche zu
segnen. |
Kurzer Hand wurde das Telefon gezückt und ein
Bekannter herbei zitiert, welcher, nachdem ich ihm
von der aktuellen Situation berichtete, auch sofort
zur Stelle war. Dieser erzählte mir dann von einigen
toten, großen Zandern, welche er in den vergangenen
Wochen vereinzelt aus dem Teich heraus fischte. Eine
kurze Beratschlagung ließ bei uns die Vermutung
aufkommen, dass der Teich durch eine Algenblüte
evtl. umgekippt sein könnte, jedoch kam uns eine
Algenblüte im September schon relativ komisch vor,
so dass wir diesen Gedanken vorerst verwarfen. Uns
kam der Gedanke logischer vor, dass es wohl zu einer
massiven Verunreinigung durch die illegale
Entsorgung des Inhalts einer Vogelvoliere in dem
kleinen Bach, welcher den Teich speist, gekommen
sein könnte. Denn schon vor mehreren Wochen hatte
besagter Bekannter obigen Tatbestand festgestellt,
sich jedoch nichts weiter dabei gedacht.
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Um genaueres über die Ursache in Erfahrung
zu bringen, nahmen wir an dem Abend noch
mehrere Gewässerproben aus Teich und Bach
und begaben uns auf den Heimweg. Bei meiner
Analyse konnte ich bis auf einen
ungewöhnlich hohen Sauerstoffgehalt, welchen
ich anfänglich für einen Messfehler hielt
nichts feststellen. Am nächsten morgen wurde
das Fischsterben dann dem Forst, von dem wir
das Gewässer gepachtet haben und der Polizei
gemeldet, welche den Teich auch sogleich in
Augenschein nahmen. Diese bestätigten uns
unsere Beobachtungen und Messwerte und
bestellten einen Sachverständigen von der
Umweltschutzbehörde. |
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Am nächsten Tag kam dann der nette Herr von der
Umweltschutzbehörde und nahm mit modernster
Messtechnik den Teich und den Bach genauestens unter
die Lupe. Hierbei wurde auch der von mir gemessene,
ungewöhnlich hohe Sauerstoffgehalt von über 100%
bestätigt.
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Während der Untersuchung fanden wir einen
ca. 60 cm großen und 3 Pfd. schweren Döbel.
Der Döbel war zwar noch am Leben, jedoch
konnten wir feststellen das es ihm nicht
besonders gut ging. Wir kescherten den Döbel
heraus, überprüften seine Kiemen und mussten
feststellen, das die Kiemen völlig mit Algen
verklebt waren, was dann wieder Erwarten auf
eine Algenblüte schließen ließ. Weiterhin
fanden wir noch einen riesigen Barsch, von
dem niemand erwartet hätte, dass sich ein
Barsch dieses Kalibers in unserem Teich
herum treiben würde. Jedoch hatte dieser
leider auch schon das zeitliche gesegnet
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Letztendlich stellte sich heraus, dass die
Entsorgung der Vogelvoliere zwar nicht der
eigentliche Auslöser für die übermäßige
Algenbildung bzw. den hohen Nährstoffgehalt
in dem Teich war, jedoch war dies wohl der
Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte.
Aber auch ohne den zusätzlichen
Nährstoffeintrag in den Teich hätte es wohl
nicht mehr all zu lange gedauert und dem
Teich hätte das gleiche Schicksal gedroht.
Es währe lediglich nur ein kleiner Aufschub
gewesen. |
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In den nächsten Tagen drehte ich immer wieder einige
Kontrollrunden um den Teich. und kescherte immer
wieder einige Weißfische heraus. Bei einer meiner
Runden entdeckte ich einige Meter vom Ufer entfernt
einen etwas größeren Fisch, von dem ich zuerst
ausging das es sich um einen toten Hecht handelte.
Leider konnte ich den Fisch nicht vom Ufer aus
erreichen, so dass ich ihn vorerst weiter treiben
lassen musste. Als ich abends vom Besuch einer
Freundin zurück kam und an dem Teich vorbei fuhr,
hielt ich noch einmal an um eine kleine Runde um den
Teich zu drehen. Mittlerweile war der Fisch an das
Ufer heran getrieben, so dass ich den Fisch heraus
keschern konnte. In dem Moment als ich den Kescher
über den Fisch stülpte unternahm dieser einen
Fluchtversuch, was mich darauf schließen ließ, dass
der Fisch noch recht fit war
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Ich packte also den Fisch, welcher sich als
Graskarpfen heraus stellte, in meinen
Setzkescher, welchen ich im Auto hatte und
befestigte den Kescher am Ufer. So schnell
als möglich holte ich mir zu Hause ein 50 l
Speissfass, füllte dieses bis zur Hälfte mit
frischem Wasser aus dem Bach und setzte den
Fisch hinein. Danach wurde ein Bekannter,
welcher ebenfalls einen Teich hat,
informiert und der Graser wurde, nachdem wir
ihm ein wenig Ruhe gönnten und einen
Temperaturausgleich vornahmen umgesetzt.
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Nach einiger Zeit hatte sich der Fisch von den
Strapazen erholt und schwamm mit einem kräftigen
Flossenschlag davon
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Einige Tage später fand ich bei meinen
täglichen Rundgängen noch weitere Fische,
welche die Algenblüte leider nicht überlebt
hatten. Unter anderem war dies ein
Graskarpfen, zwei Spiegelkarpfen und ein
Zander: |
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Es wurde dann beschlossen den Teich ab zu
lassen, die Fische um zu setzen und den
Schlamm, in dem sich im Laufe der Zeit viele
Nährstoffe angesammelt hatten heraus zu
holen. Am nächsten Tag war schon einiges an
Wasser aus dem Teich abgeflossen. Zu meinem
Erschrecken konnte ich einen Schuppenkarpfen
beobachten, welcher relativ reglos an einer
ziemlich flachen Stelle im Schlamm lag.
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Ich watete also durch den Schlamm bis ich
den Karpfen Keschern konnte. Wieder wurde
ein Bekannter angerufen um den Karpfen um zu
setzen. Allerdings merke man schon während
des Umsetzen und einer Ruhephase, das der
Karpfen sehr, sehr schwach war und laufend
im Speissfass, welches ich zum Umsetzen
nutzte umkippte und auf der Seite trieb.
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Am nächsten Tag entdeckte ich dann noch
einen Spiegelkarpfen, welchen das gleiche
Schicksal ereilt hatte wie den
Schuppenkarpfen am Tag zuvor. |
Leider mussten wir beim Umsetzen
feststellen, das der Schuppenkarpfen die
Strapazen des Umsetzens nicht überstanden
hatte. Einige Tage später informierte mich
der Bekannte, in dessen Teich wir auch den
Spiegler umsetzten, das auch dieser
verstorben war.
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Ein Bericht von Karsten Kalweit
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