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Futterstrategien


 

 

Um Fische zu fangen genügt es oftmals nicht sich einfach nur ans Wasser zu setzen und auf gut Glück mit dem passenden Köder zu warten. Natürlich mag dies auch eine Lösung für den Fischfang zu sein, um aber die Fische zu fangen, die das Anglerherz begehrt, gemeint sind hier die großen, besonders vorsichtigen Fische, ist meistens eine ausgeklügelte Strategie von Nöten. In folgendem Beitrag soll nun eine der vielen, von Anglern ausgetüftelten Futterstrategien für das Angeln auf Karpfen näher beleuchtet werden.

 

Der Teig:

 

Die Grundlage dieser Futterstrategie bildet ein Teig aus Hundefutter und Haferflocken. Die Haferflocken wurden hier aus zwei Gründen gewählt. Der erste Grund ist, das sie eine Bindende Wirkung haben und man so die Möglichkeit hat den Teig entsprechend an zu dicken. Der zweite Grund ist das Haferflocken sehr Nahrhaft und vor allen Dingen sättigend sind. Wir wollen ja große Fische fangen. Um zu Vermeiden das für diese noch etwas Futter über bleibt und die kleinen nicht sofort alles wegputzen sollen diese satt gefüttert werden.

 

Zuerst werden ca. 4 volle Hände Hundefutter in einen Eimer, welcher später mit einem Deckel verschlossen werden soll gegeben.

 

 

 

Nun geben wir in etwa 1,8 Liter kochendes Wasser auf das Hundefutter, verschließen den Eimer mit einem Deckel und lassen das Hundefutter, je nach Art des Futters 15 bis 30 Minuten ziehen.

 

 

 

 

Nachdem wir das Hundefutter in dem Eimer einige Zeit lang haben ziehen lassen,

quillt es auf und kann danach entsprechend weiterverarbeitet werden. Sollte das

Futter durch das hinzu gegebene, kochende Wasser noch zu heiß sein, lassen

wir es noch einige Zeit bei geöffnetem Deckel abkühlen.

 

 

 

 

Um das Futter an zu dicken geben wir nun ca. 4 bis 5 Hände, je nach Konsistenz des Hundefutters, Haferflocken hinzu und vermengen sie mit dem Hundefutter zu einem noch weichem Teig. Der Teig sollte nicht zu fest sein, um sicher zu stellen das der Teig, beim Eintrag in das Wasser, Duftwolken abgibt. Diese verteilen sich im Wasser und locken die Fische an.

 

 

 

 

 

 

Das Partikelfutter:

 

Als Partikelfutter dient hier Gemüsemais. Viele Angler füttern aus Kostengründen mit Futtermais, dieser kann auch bei dieser Strategie verwendet werden. Er war nur gerade nicht greifbar, aus diesem Grunde wurde hier Gemüsemais verwendet. Bei der Verwendung von Futtermais sollte darauf geachtet werden, das man den Mais vor dem Einbringen in das Wasser mindestens einen Tag quellen lässt und danach ca. 20 Minuten abkocht. Beim Abkochen können dann Aromastoffe und vor allen Dingen Zucker hinzu gegeben werden.

 

Der Mais dient hier zum Anlocken der Karpfen und der Gewöhnung dieser an das Futter. Somit stellen wir sicher, das wir den Mais auch als Angelköder nutzen können und die Fische den Köder auch annehmen. Der Mais wird natürlich nicht nur von Karpfen angenommen. Durch das Füttern und spätere Angeln mit Mais haben wir hier die Möglichkeit neben Karpfen auch große Brassen und Rotaugen fangen zu können.

 

 

 

Die Boilies:

 

Um sicher zu stellen, das auf jeden Fall für die eigentlichen Objekte der Begierde, die großen Karpfen, auch genügend Futter übrig bleibt und um die Karpfen an den später verwendeten Angelköder zu gewöhnen füttern wir natürlich auch mit Boilies an. Hier sollte darauf geachtet werden, das beim Anfüttern die Boilies verwendet werden, welche auch später als Angelköder benutzt werden sollen.

 

 

Der Futterplatz und das Anfüttern:

 

Nun, da wir alle Komponenten zusammen haben, können wir mit dem Anfüttern beginnen. Um eventuelle "Futterschmarotzer" und Neider von unserer Angelstelle fern zu halten füttern wir im optimalsten Falle abends und angeln morgens.

 

Bevor wir das Futter ins Wasser einbringen sollten wir uns über die Stelle an der das Futter eingebracht werden soll Gedanken machen. Da die Karpfen oftmals feste Futterbahnen bzw. Futterplätze haben, sollten wir vor dem Anfüttern das Gewässer genau beobachten und anhand der Beobachtungen unseren Futterpunkt auswählen.

 

Ist ein passender Platz gefunden müssen wir uns überlegen wie wir das Futter am besten im Wasser verteilen. Um zu gewährleisten das gerade die großen Karpfen sich in aller Ruhe über das Futter hermachen können und wir diese gezielt an einem Punkt beangeln können legen wir zwei Futterpunkte nebeneinander an. An dem ersten Punkt wird das Futter etwas großflächiger verteilt, diese Stelle dient in erster Linie dafür, das sich Kleinfische und Brassen, welche in größerer Zahl an dem Futterpunkt erscheinen werden satt fressen können, dies wird später die Stelle sein, an der wir mit Mais angeln werden. Direkt daneben legen wir einen etwas kleineren Futterpunkt an. Hier Füttern wir nicht nur ausschließlich mit Teig und Mais, wie an dem größeren Futterpunkt, sondern zusätzlich noch mit Boilies, denn dies soll später die Stelle sein, an der wir mit Boilies auf große Karpfen angeln werden.

 

 

 

Nun aber kann angefüttert werden. Als erstes bringen wir den Teig in das Wasser ein, da dieser ansonsten das andere Futter eventuell bedecken würde. Der Teig wird nun über beide Futterpunkte großflächig verteilt.

 

 

 

Nachdem wir den Teig ins Wasser eingebracht haben kommt nun der Mais an die Reihe. Diesen verteilen wir ebenso großflächig über beide Futterpunkte, wobei wir darauf achten sollten, das an dem kleineren Futterpunkt etwas weniger Mais liegt als an dem größeren. Dies hat den Grund, das so nicht all zu viele Kleinfische an diesen Punkt gelockt werden und die größeren Karpfen einen etwas ruhigeren Punkt, an welchem sich weniger Fische tummeln, vorfinden.

 

Weiterhin sollte man die richtige Menge an Mais in das Wasser einbringen. Beim Anfüttern mit der genannten Menge Teig reicht es durchaus drei Dosen Gemüsemais oder ca. 900g Futtermais über den gewählten Futterpunkten zu verteilen.

 

 

 

 

Als letztes bringen wir die Boilies ins Wasser ein, welche über dem kleineren Futterpunkt, an welchem wir später auch mit Boilies auf große Karpfen angeln wollen verteilen.

 

Da Boilies, im Vergleich zu Teig und Mais oftmals relativ teuer sind und die Karpfen sich relativ schnell an diesen Köder gewöhnen reicht es hier vier bis fünf Hände Boilies ins Wasser ein zu bringen. Um den Karpfen genügend Futter zu bieten haben wir ja schon den Teig und den Mais ins Wasser eingebracht. Die Boilies dienen also nur dazu den Karpfen diesen Köder nahe zu bringen.

 

Diesen Futtervorgang wiederholen wir nun ein bis drei Tage, danach sollten sich die Fische auf jeden Fall an die Köder und vor allen Dingen die Futterstelle gewöhnt haben. Nun kann das eigentlich Angeln beginnen.

 

 

 

 

Der Erfolg gibt uns recht:

 

Bevor wir mit dem Angeln beginnen, bringen wir noch einmal zwei bis drei Hände Mais und eine Hand voll Boilies ins Wasser ein. Hiermit gewährleisten wir, das die Fische auf jeden Fall noch Futter an der angefütterten Stelle vorfinden. Nun können wir in aller Ruhe unsere ruten fertig machen und mit Mais und Boilies beködert in das Wasser, an den beiden, nebeneinander liegenden Futterpunkten, einbringen.

 

Oftmals können wir nun den folgenden Zyklus feststellen:

 

Zuerst finden sich die großen Rotaugen an dem größeren Futterpunkt, an welchem wir nun mit Mais angeln, ein.

 

 

 

Nach einiger Zeit folgen nun die Brassen.

 

 

 

 

 

 

Zu guter letzt finden sich die kleineren Karpfen an dem größeren Futterpunkt, welcher mit Mais beangelt wird ein.

 

 

 

 

 

Nun sollten wir uns darauf einstellen das auch größere Fische den Futterpunkt aufsuchen werden. Oftmals ist es auch angebracht nach dem Eintreffen der kleineren Karpfen die mit Mais beköderte Angel auf Boilie um zu stellen, jedoch haben wir dann zumeist keine Changse mehr Brassen oder kleine Karpfen zu fangen.

 

I.d.R. kann man aber feststellen, das die großen Karpfen hauptsächlich den kleineren Futterpunkt aufsuchen werden. Da auf dem großen Futterpunkt oftmals noch sehr viel Trubel herrscht und dies wird von den Großen Fischen oft gemieden.

 

 

 

 

 

 

Ein Bericht von Karsten Kalweit (SchwalmAngler)

Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?

Dann schreibt doch einen kleinen Bericht dazu.

Wir veröffentlichen gern auch eure Erlebnisse rund um die Fischwaid
 

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