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Geht noch was?

 

Geht noch was?

 

Heute will ich einmal versuchen, mit den modernen Methoden einem meiner Lieblingsfische an den Haken zu bekommen. Nachdem ich einen sehr interessanten Film über die verschiedensten Techniken für den Barschfang gesehen hatte, wurde die Neugierde bei mir groß, es zumindest auszuprobieren, was es mit Drop- Shot und Texas- Rig auf sich hat.

 

Da bei mir im gesamten letzten Jahr alle Mühe nutzlos war, bis auf wenige kleine Barsche, nahm ich mir heute morgen Zeit für den Duisburger Hafen.

 

Die nötigen Montagen hatte ich gleich kurz nach dem Frühstück Zuhause geknüpft, weil es bei dem miesen Wetter doch recht schnell klamme Finger geben würde. Und mit steifen Gelenken bekommt man gut gebundene Vorfächer einfach nicht hin.

 

Ein Meter Fluocarbon- Schnur in 18er Stärke sollte mein Vorfach werden. Davon band ich jeweils zwei zum Texas- Rig und Drop- Shot- Vorfach.

 

Zu dem Hafenabschnitt, den ich beangeln wollte, brauche ich mit dem Auto gerade mal 10 Minuten. Es sollte eine sehr ruhige, windgeschützte Stelle sein, an der ich nicht klettern muss, um ans Wasser zu kommen. Eine Spundwand, einige“ geparkte“ Schiffe und einen Steg sollten heute mein  Angelrevier darstellen. Leider waren dort zu viele Schiffe zur Reparatur abgestellt, sodass zum Auswerfen kaum Platz war. Nach zwei Stunden fischen mit drei verschiedenen Ködern( alles Gummis), brach ich an dieser Stelle ab. Kein Zupfer, nichts! Da ich nachmittags noch einen Termin wahrnehmen musste, blieb nicht mehr Zeit, noch eine andere Stelle auszutesten, deshalb starte ich wohl am Sonntag noch einen Versuch!

 

Sonntagmorgen, ca. 10 Uhr:

Es fieselt, ich habe aber mein BW- Regenzeugs dabei, kalt ist es auch nicht so. Ich habe dieselben Montagen und Köder benutzt wie vor ein paar Tagen, allerdings an einer anderen Stelle mit Spundwänden und gelegentlichen Steinpackungen. Zwei Stunden später kann ich nur wieder das gleiche Ergebnis melden. Null Zupfer, demnach also auch kein einziger Fisch für mich. Dann eben an einem anderen Tag irgendwann am Abend mitten in der Woche, dachte ich mir.

 

Mittwochs darauf konnte ich mir wieder für einige Stunden frei machen und begab mich gegen 15 Uhr zu der Stelle, wo ich schon in der Woche zuvor angeln war. Das muss doch heute mal klappen, mit den Barschen, Mensch. Doch es passierte weiterhin nichts, zum Verzweifeln, ehrlich. Nach einer Stunde fuhr ich unter eine Brücke im Hafen, wo wir im Winter schon gute Zander und Barsche erwischt hatten, allerdings mit reinen  Gummifisch- Twistermontagen, elend langsam geführt. Da auch dort mit der Drop- Shot- Methode bis zum Einbruch der Dunkelheit nichts ging( kann ich das vielleicht nicht?) montierte ich die kleinen Twister an und beendete diese Session trotzdem wieder erfolglos! So langsam kommen mir Zweifel an meiner anglerischen Fähigkeit!

 

Welche auch beim Forellentreffen in Bad Laer am 16.12. nicht belohnt wurde, alles probiert, doch nichts ist passiert.

 

Jetzt ist mittlerweile schon der 21. Dezember, und ich möchte zum letzten Mal in diesem Jahr mein Glück beim Angeln probieren. Es war ganz genau 16.35 Uhr, als ich im Hafen den ersten Wurf tat( habe extra auf die Uhr geschaut). DA das Wasser recht trübe war, montierte ich einen grellgelben, gesalzten Drop- Shot- Gummi an den Haken. Kurz gecheckt, wie er sich im Wasser bewegt und dann an eine Stelle geworfen, die den Übergang von Steinpackung zur Spundwand darstellt. Normalerweise dürfte an dieser Stelle, die vollkommen aus der Tristesse dieses Hafenabschnitts heraus sticht, doch ein Fisch stehen, der sich überreden lässt. Das Wetter an diesem Nachmittag war eisig, Industrie- Schnee war über Nacht über Duisburg gefallen und die Temperatur dürfte knapp unter dem Gefrierpunkt liegen. Dementsprechend dick war ich angezogen, nur die Hände waren frei, um einen etwaigen Anfasser spüren zu können. Aber echt Leute, entweder ist in den Jahren meine Durchblutung so schlecht geworden, oder ich im Kopf zu gemütlich!!! Nach drei lausigen und wahrscheinlich auch schlecht motiviert ausgeführten Würfen und Einholversuchen, gab ich es für dieses Jahr auf, noch einen Fisch zu fangen.

Es ist der 05.01.2008 und wieder bin ich auf dem Weg zum Angeln, diesmal mit dem neuen Erlaubnisschein für den Rhein zum Kraftwerk in Voerde unterwegs. Da sollte in den tieferen Löchern doch mal ein Zander auf meinen Gummifisch gehen. Zum Wetter: Es ist wieder am fieseln, aber nicht kalt, so um die 8°. Warme Klamotten unter dem Regenzeug lässt es aushalten. 3 Stunden beackerte ich drei Buhnenstücke, wovon ich weiß, dass sie etwas tiefer sind, als die übrigen Abschnitte. Da das Wasser wieder ziemlich trübe war, hängte ich die chartreusefarbenen Storms in den Wirbel. Aufgrund des höheren Pegels waren die schwereren Gummis von Nöten, um auf den Grund der Löcher zu gelangen. Vier Gummis gingen an den Kanten der Löcher verloren, was dort aber einzurechnen ist. Leider verirrte sich an diesem Tag kein Fisch an den Haken. Aber an diesem Teilstück des Rheins kommt es oft vor, dass man entweder als Schneider, oder als glücklicher Fänger auch großer Zander nach Hause geht. Deswegen war ich nicht so enttäuscht von diesem Angeltag.

 

15.01.2008: Hafen ist angesagt. Nach kurzer Fahrt nach Meiderich wurde ich aber von dem zu hohen Wasserstand überredet, doch lieber zum bekannten Walsumer Rhein auszuweichen. Diese Stelle am Warmwasser- Auslauf einer Papierfabrik dürften wohl die meisten Angler aus unserem Raum kennen. Heute war jedoch niemand dort, außer mir. Aus gutem Grund, wie ich nach einer Stunde feststellen musste. Kein Biss, nur Abrisse wegen der hier vorherrschenden Steinpackung, die sich bei diesem Wasserstand fast dreißig Meter weit bis zur Strömungskante zieht. Ist aber allgemein bekannt, dass man hier ein paar Gummis mehr mitnehmen muss. Bei normalem Pegel freuen sich über diese Abrisse die Jungangler, die hier nach einem Hochwasser die hängen gebliebenen Gummis einsammeln und dadurch Geld sparen.

 

Ich meine, natürlich kommt es doch immer wieder mal vor, dass wir Angler Schneidertage erleben, aber kommt noch schlechtes Wetter hinzu, passt es nach einigen Versuchen auch im Kopf nicht mehr, oder?

 

Ich wünsche nun allen Anglern mehr Glück als mir und verlagere meine Angeltage in den Frühling hinein( na ja, vielleicht gehe ich auch noch mal bei schönem Wetter los)!

 

Petri von einem, zur Zeit, desillusioniertem Kosta!

 

 

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