|
G
O L D M A K R E L E

oder coryphaena hippos,
Seedorade, Dorade, Coryphène, Durada, Lampuga,
Mahi-mahi ... der Superstar in den Tropen
und Subtropen.
In unserer Gegend nähern sich die Schwärme der
Küste, sobald die durchschnuttliche
Wassertemperatur um die 22 Grad liegt und
diese auch über längere Zeit konstant so
verbleibt. Die Coryphène liebt temperiertes,
durchsichtig blaues Meerwasser!
Von meinem Standort BÚZIOS bei Rio de
Janeiro erreichen wir sie in einer
Entfernung von 5 bis 30 Meilen, je nach dem,
wie entfernt diese gleichbleibend warme
Meeresströmug an der Küste vorbeizieht.
Die günstigsten Monate sind der hiesige
Sommer, also Dezember bis März.
Die GOLDMAKRELE hat einige Eigenschften
die sie von anderen Fischarten deutlich
unterscheidet. Auffallend ist, dass Rogner und
Milchner als Paar stets beisammenbleiben. Der
männliche Fisch hat einen bulligen uns
steilstirnigen Kopf und der weibliche, stets
kleiner und leichter, einen länglich
auslaufenden.
Wird der erste Fisch gefangen, lässt man
diesen weitehin am Haken und zieht ihn auf
etwa 7 Meter Entfernung zum langsam
weiterfaheren Boot. Dadurch verbleibt der
ganze Schwarm in der Nähe, flüchtet nicht und
umkreist den Gehakten ohne Unterlass.

Diese Verhalten ändert sich
auch nicht, wenn man stetig weiter Fische
herausfängt. Erst nach ca 15 Minuten (oder
manchmal sogar noch später) beginnt der
Schwarm zögernd weiterzuziehen.
Während dieser Zeit arbeiten alle Leinen auf
Höchstspannung. Die Rollen knarren im
Höchstdurchlauf und die gehakten Akrobaten
bieten ihre unvergessliche Darstellung.
Vertikale und horizontale Sprünge bis zu
eineinhalb Meter Höhe lassen den kräftigen
Fischleib in der Sonne wie ein blitzendes
Juwel erscheinen.
Die Leine schneidet im zischenden Zick-Zack
durch das Wasser bis dann der
nächste,..nächste.. und nächste Sprung
erfolgt. Der Fische erscheint in seiner Kraft
unermüdlich zu sein. Doch unsere Fangtechnik
(Drill) verringert unweigerlich nach jedem
Auftauchen die Entfernung zum Boot.
Sobald er gesichtet wird spielt sich ein
unvergleichbares Farbenschauspiel im blauen
und durchsichtigen Wasser ab.
Die silbrige Bauchseite und goldblauen Flanken
schleudern bei jeder Bewegung ein Feuerwerk an
Farbkompositionen durch den Wasserspiegel. Bei
der ersten Ruhhepause, um sich Sauerstoff und
damit neu Kraft einzupumpen, schwimmt sie
bereits nahe an der Oberfläche und nahe zum
Boot.

In diesem Moment setzt dann die
letzte Aktion ein. Ein starkes und kraftvolles
Einholen bei dem der ganze Rückgrat der Rute
voll eingesetzt wird. Das ist eine heikle
Situation, bei welcher schon viele Fische
verloren gingen! Spannende Momente also!
Nach der Landung an Bord heisst es sich vor
der kraftvoll herumschlagenden Schwanzflosse
in Sicherheit zu bringen. Ein Hieb dieser Art
kann mühelos ein Bein brechen.
Dann kommt ein kurzer und leicht
anzubringender Stich in die Schläfenseite des
Fischkopfes und der Kampf ist zu Ende.
Die glitzernde exotische Farbenpracht, diese
Mischung von sehr viel Gold, Türkies,
Silbergrau und Weiss beginnt dann allmählich
zu verblassen.
Wir legen den Fisch dann auf Eis, denn das
Filét zählt zum Besten was das Meer bietet. Im
Pazifik ist dieser Mahi-mahi der Speisefisch
NUMMER EINS.
Wir behalten drei bis vier Exemplare zurück
und lassen die restlichen Fische wieder frei
(C&R).
Wie gesagt, die Goldmakrele lebt in Schwärmen,
ist pelagisch, d.h sie hält sich nahe zur
Wasseroberfläche auf und jagt nur wenig und
selten in Tiefen von mehr als 20 m. Sie ist
auch ein hervorragender Jäger und stellt
kleineren Fischen und dem Oktopus dauernd
nach.
Sie hat eine besondere Vorliebe für Fliegende
Fische und verwendet dazu eine unglaublich
perfekte Fangtechnik. Sobald der Fliegend
Fisch von einem Wellenkamm absetzt berechnet
die Goldmakrele Flugrichtung und Entfernung
und erwartet dann ihr Opfer haargenau am
vorgesehenen Landeplatz mit weit geöffneten
Maul.
Sie zählt zu den am schnellsten schwimenden
Fischen der Erde.
Unsere Fangtechnik ist das Schleppen.
Sobald die richtige Meereszone erreicht wird,
wird das Boot auf 5 Knoten verlangsamt und die
Leinen werden ausgelegt. Je nach Wellengang
sind es nach einer bestimmten Regel 2 bis 5,
um zu verhindern, dass sich die Schnüre
verfangen.
Ohne vermehrt auf technische Daten einzugehen
sei erwähnt, dass wir Rollen mit Schnüren von
unterschiedlichster Schnurstärke verwenden.
Die Reissfestigkeit variert von 10 bis 40 Kg.
Ich verwende Rollen der Marken Penn
International und Penn Senator. Die
Schleppruten sind von unterschiedlichen
Gewichtsklassen, doch ihre Länge mit 175 cm
ist ihnen gemeinsam.
Mein bevorzugter Köder ist der Tintenfisch mit
einer Körpergrösse von 23 cm (ohne Tentakeln).
Sehr bewährt haben sich auch Konah-und
Knuckelhead-Jigs. Auch Rapalas mit
Oberflächenaktion kommen zum Einsatz. Diese
haben zusätzlich den Vorteil, dass sich auch
die Königsmakrele damit überlisten lässt - ein
schwimmendes Torpedo.

Meine Meinung über die
GOLDMAKRELE ist unverrückbar!
Dieser Fisch ist der absolute König in seiner
Gewichtsklasse. Sie ist enorm stark und
erfordert einen gefühlvollen Drill am leichten
Geschirr. Kraft, brutal eingesetzt, würde zum
Schnurbruch führen.
Ein unvergessliches Erlebnis, vergleichbar in
etwa mit dem Fang einer kapitalen Aesche beim
Fliegenfischen! Mein relativ leichtes Material
verbindet mich genauso empfindungsstark mit
der Dorade und lässt es zu, dass ich jederzeit
die Grenzen der Reissfestigkeit der Leine
einzuhalten vermag. Es kommt also in keinem
Moment zu einem gefühlosen Kräftemessen.
Mein "Grösster", war ca. 170 cm lang, (das
Gewicht wurde nicht genommen), verschlang
einen ganzen Bonito den ich als toten Köder in
ca. 3 m Tiefe langsam schleppte.

Auch wenn dies mein bisher
grösster Goldmakrelen-Fang war, so kann ich
trotzdem mit Gewissheit verkünden, dass noch
grössere Exemplare auf den Petri-Jünger bei
mir warten. Einige davon habe ich in guter
Erinnerung, als sie sich mit ihren kapitalen
Sprüngen und Kapriolen wieder von Haken und
Leine befreien konnten!
Ich wünsche jedem Sportfischer, wenigstens
einmal eine große Goldmakrele an leichtem
Material drillen zu dürfen - ein Erlebnis, das
er zeitlebens nicht mehr vergessen wird!
PETRI HEIL nach Europa!
Nikolaus
Búzios, Brasilien
http://rs-fishing.com/news.html
|