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Fischereilich relevante Grenz und Richtwerte


 

Dieser Bericht soll eine Hilfestellung bei der Analyse von Gewässern geben, besonders, was die Interpretation der im Gewässer gemessenen Werte angeht.

 

Die regelmäßige Entnahme von Gewässerproben sowie deren Analyse und die Dokumentation der Entwicklung der wichtigsten Parameter ist für jeden Gewässerwart unerlässlich. Die Überwachung bestimmter Parameter gibt wichtige Aufschlüsse über die im Wasser lebenden Organismen sowie die fischereilichen Verhältnisse in einem Gewässer.

 

Die folgenden Tabellen und Erklärungen sollen dazu beitragen die gemessenen Werte hinsichtlich der Schädlichkeit auf die Fischfauna besser interpretieren und beurteilen zu können.

 

Da die Aussagekraft einer Gewässerprobe um so größer ist, je öfter die jeweiligen Werte kontrolliert werden, ist es sinnvoll in stehenden sowie in Fließgewässern mindestens einmal im Monat eine Analyse durch zu führen.

 

Bei einer Probenentnahme in Fließgewässern ist es sinnvoll Probenentnahmestellen fest zu legen mittels derer z.B. Einleitungsstellen überwacht werden können. Zusätzlich zu den festgelegten Probeentnahmestellen unterhalb oder direkt an einer Einleitungsstelle empfiehlt es sich zusätzliche Vergleichsprobestellen oberhalb der Einleitungsstellen aus zu weisen.

 

Die Entnahme einer Gewässerprobe in einem Fließgewässer sollte ausschließlich in ein der fließenden Welle erfolgen, da diese den Vergleichswert des Gewässers darstellt.

 

Da es in stehenden Gewässer mit Tiefen von über 5m zu sog. termischen Schichtungen kommt, sind hier mehrere Proben in den einzelnen Schichten des Gewässers zu entnehmen. I.d.R. schwimmt hier eine Schicht wärmeres Oberflächenwasser auf einer Schicht kälterem Tiefenwasser. Jede Gewässerschicht kann sich hinsichtlich Ihrer Wasserinhaltsstoffe unterscheiden. Daraus resultiert, das auch hinsichtlich der Lebensbedingungen entsprechende Unterschiede vorhanden sind. Somit ist es also erforderlich, nicht nur eine Analyse des Oberflächenwassers, sondern auch des Tiefenwassers durch zu führen. Um eine Entnahme aus tieferen Gewässerschichten zu ermöglichen ist es sinnvoll sich eine Schöpfflasche selbst her zu stellen, zumal die Anschaffung eines professionellen Ruttner-Schöpfers teilweise recht kostspielig sein kann.

 

Um aussagekräftige Werte zu erhalten, sollten folgende Werte bei einer routinemäßigen Gewässeruntersuchung erfasst werden. Die folgenden Werte sind jeweils nach Haupt- und Nebenparametern unterteilt:

 

Wassertemperatur:

Zu erfassende Einheit:     C°

Erfassungsmethode:        Thermometer

Parameterart:                  Hauptparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, Tiefenwasser, fließender Welle

 

pH-Wert:

Erfassungsmethode:        chemischer Schnelltest

Parameterart:                  Hauptparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, Tiefenwasser, fließender Welle

 

Sauerstoffgehalt:

Zu erfassende Einheit:     mg/l

Erfassungsmethode:        wenn vorh. Elektronisches Messgerät, ansonsten

                                      chemischer Schnelltest.

Parameterart:                  Hauptparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, Tiefenwasser, fließender Welle

 

Sauerstoffsättigung:

Zu erfassende Einheit:     %

Erfassungsmethode:        wenn vorh. Elektronisches Messgerät, ansonsten

                                      chemischer Schnelltest.

Parameterart:                  Hauptparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, Tiefenwasser, fließender Welle

 

Ammonium / Ammoniak:

Zu erfassende Einheit:     mg/l

Erfassungsmethode:        chemischer Schnelltest

Parameterart:                  Hauptparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, Tiefenwasser, fließender Welle

 

Nitrit

Zu erfassende Einheit:     mg/l

Erfassungsmethode:        chemischer Schnelltest

Parameterart:                  Hauptparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, Tiefenwasser, fließender Welle

 

Nitrat:

Zu erfassende Einheit:     mg/l

Erfassungsmethode:        chemischer Schnelltest

Parameterart:                  Hauptparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, Tiefenwasser, fließender Welle

 

Phosphat:

Zu erfassende Einheit:     mg/l

Erfassungsmethode:        chemischer Schnelltest

Parameterart:                  Hauptparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, Tiefenwasser, fließender Welle

 

Leitfähigkeit:

Zu erfassende Einheit:     µS/cm

Erfassungsmethode:        elektronisches Messgerät

Parameterart:                  Nebenparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, Tiefenwasser, fließender Welle

 

Gesamthärte:

Zu erfassende Einheit:     °d

Erfassungsmethode:        chemischer Schnelltest

Parameterart:                  Nebenparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, fließender Welle

 

Säurebindungsvermögen:

Zu erfassende Einheit:     mg/l

Erfassungsmethode:        chemischer Schnelltest

Parameterart:                  Hauptparameter im Oberflächenwasser,

                                      Nebenparameter in fließender Welle

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, fließender Welle

 

BSB5:

Zu erfassende Einheit:     mg/l

Erfassungsmethode:        wenn vorh. Elektronisches Messgerät, ansonsten

                                      chemischer Schnelltest.

Parameterart:                   Nebenparameter

Zu erfassen in:                 Oberflächenwasser, Tiefenwasser, fließender Welle

 

Salze, Chlorid, Sulfat:

Zu erfassende Einheit:     mg/l

Erfassungsmethode:        chemischer Schnelltest

Parameterart:                  Nebenparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, fließender Welle

 

Farb- und Trübheitsbeurteilung:

Erfassungsmethode:        Beobachtung

Parameterart:                  Nebenparameter

Zu erfassen in:                Oberflächenwasser, Tiefenwasser, fließender Welle

 

Aluminium:

Der Aluminiumgehalt wird normalerweise bei einer routinemäßigen Gewässeruntersuchung nicht untersucht. Der Nachweis ist mit einfachen Schnelltests nicht durch zu führen.

 

Aluminium kommt unter normalen Bedingungen im Oberflächenwasser, wenn überhaupt in extrem geringen Mengen vor. Im Boden jedoch teilweise in großen Mengen in der Form unlöslicher Feldspate.

 

Sinkt der pH-Wert eines Gewässers unter 6, kann saurer Regen oder die Schneeschmelze Aluminium aus dem Gewässerboden herauslösen und somit hochgiftige Aluminiumverbindungen freisetzen. Diese schädigen die Kiemen der Fische, deren Kondition und das Wachstum. Für eine Regenbogenforelle ist eine Konzentration von 0,002mg/l bereits tödlich.

 

Ammonium / Ammoniak

Da es sich bei Ammonium um einen wesentlichen Bestandteil von tierischen und menschlichen Fäkalien handelt, treten erhöhte Werte immer dann auf, wenn fäkalhaltige Abwässer oder Gülle und Jauche aus der Landwirtschaft in ein Gewässer gelangen. Ammonium hat gemeinsam mit Nitrat und Nitrit eine wichtige, fischereiliche Bedeutung, aus diesem Grunde wird der Ammonium-Gehalt eines Gewässers standardmäßig bei jeder Gewässeruntersuchung mit erfasst.

 

Ammonium und Ammoniak stehen in einem Gewässer in direktem Zusammenhang und bilden ein Gleichgewicht. Ist ein Gewässer übersäuert, d.h. der pH-Wert sinkt unter 7, überwiegt der Anteil an Ammonium. Bei pH-Werten von über 7 entsteht bzw. überwiegt Ammoniak, welches extrem giftig für Fische ist.

 

Bei einem schnellen Anstieg des pH-Wertes kann der Gehalt von Ammoniak ebenfalls extrem steigen. Dies kann z.B. eine Folge der Kalkung stehender Gewässer, extremes verkrauten von Gewässern oder die Einleitung von Beton- oder kalkhaltigen Abwässern sein.

 

Der Ammonium / Ammoniak – Wert ist ein Summenwert, welcher den Gehalt beider Stoffe im Wasser angibt. Will man einen Wert je einzeln bestimmen, muss man zuerst den prozentualen Anteil eines Wertes in Verbindung mit dem jeweiligen pH-Wert bestimmen und diesen dann anhand des gemessenen Summenwertes errechnen.

 

pH-Wert

Ammonium-Gehalt

Ammoniak-Gehalt

6

100%

0%

7

99%

1%

8

96%

4%

9

75%

25%

10

22%

78%

 

Gewässergüte

Belastung

Wert( mg/l)

1

sehr gering belastet

0,06 – 0,15

1 - 2

gering belastet

0,09 - 0,21

2

mäßig belastet

0,11 - 0,30

2 - 3

stark belastet

0,14 - 0,80

3

verschmutzt

0,30 – 2,90

3 - 4

stark verschmutzt

0,60 – 5,52

4

extrem verschmutzt

2,90 – 28,0

 

Fischart

Grenzwert (mg/l)

Auswirkung

Fischbrut

0,005

Schädigung

Salmoniden

0,025

Schädigung

Salmoniden

0,2

tödlich

Fischbrut

> 0,2

tödlich

Fische

0,5 bis 1,0

ungeeignet für Fische

 

> 1,0

tödlich ab 15C°

 

 

Arsen

Arsen ist ein Gift, welches oft durch Grubenentwässerungen, Ausschwemmungen aus Mülldeponien oder durch Schädlingsbekämpfungsmittel in das Wasser gelangt.

 

Arsen bzw. Arsensalze können im Wasser nur mit sehr aufwendigen Messmethoden nachgewiesen werden. Die Untersuchung des Wassers auf Arsen ist daher nur sinnvoll, wenn sich eine potentielle Arsenquelle in der Nähe des Gewässers befindet und ein begründeter Verdacht vorliegt.

 

Fischart

Arsenwert (mg/l)

Auswirkung

Salmoniden

bis 0,5

schädigend

Rotaugen/Rotfedern

3,9

nach 3 Tagen tödlich

Aal

5,5

nach 3 – 6 Tagen tödlich

Karpfen

5,5

nach 3 – 6 Tagen tödlich

 

Treibstoffe (Benzin, Öl Petroleum)

Diese Substanzen können geruchlich, selbst bei großen Verdünnungen, wahr genommen werden, jedoch nur mit großem Aufwand nachgewiesen werden. Sie führen in den meisten Fällen zu großen Umweltkatastrophen, aus diesem Grunde ist eine sorgfältige Entnahme besonders wichtig. Die Analyse dieser Stoffe sollte im Falle eines vorhanden seins von einem Labor nachgewiesen werden. Die Probe ist von der Wasseroberfläche zu entnehmen.

 

Tödlche Werte für Karpfen:

Benzin: 0,005 mg/l

Erdöl: 0,6 mg/l

Petroleum: 0,3 mg/l

 

 

Biologischer Sauerstoffbedarf (BSB)

Der BSB wird in mg/l gemessen und gibt an, wie viele faulende Stoffe im Wasser vorhanden sind, die von Bakterien und Pilzen unter Verbrauch von Sauerstoff abgebaut werden. Ist der Wert hoch, weist er auf eine Einleitung von organischen Stoffen (z.B. Gülle). Eine Einleitung kann dazu führen, das die Lebewesen im Wasser ersticken, da der Abbau der organischen Stoffe den ganzen, im Wasser befindelichen Sauerstoff verbraucht.

 

Der Wert wird auch folgende Art und Weise ermittelt:

Man entnimmt eine Wasserprobe und ermittelt den Sauerstoffgehalt in mg/l. Danach wird die Wasserprobe (für den BSB2 Wert 2 Tage, für den BSB5 Wert 5 Tage) verschlossen. Sie sollte während dieses Zeitraums bei einer Durschnittstemperatur von 20°C in völliger Dunkelheit aufbewahrt werden. Nach dem Zeitraum der Aufbewahrung wird wieder der Sauerstoffgehalt in mg/l gemessen und der zweite Messwert vom ersten Subtrahiert.

 

BSB5 = Sauerstoffgehalt bei Probenentnahme – Sauerstoffgehalt nach 5 Tagen

 

Anhand des BSB5 Wertes wird beispielsweise auch die Gewässergüteklasse festgelegt:

 

Gewässergüteklasse

Belastung

BSB5 Wert (mg/l)

I

Unbelastet bis gering

2

I - II

Gering bis mäßig

3 – 4

II - III

Kritisch

4 – 7

III

Stark

7 – 20

III – IV

Sehr stark

20 – 120

IV

übermäßig

Mehr als 120

 

 

Blei

Blei lagert sich in den Organen der Fische ab. Es gelangt oft über Abwässer oder alte Rohrleitungen in das Wasser. Der Nachweis von Blei ist nur mit aufwendigen Messmethoden möglich.

 

Art

Wert (mg/l)

Belastung

Fischbrut

0,01 bis 0,03

giftig bis sehr giftig

Karpfen

Mehr als 0,1

Extrem schädlich

 

 

Cadmium

Cadmium schädigt die inneren Organe der Fische oder kann zu Veränderungen des Skeletts führen.

 

Cadmium kann nur mit aufwendigen Messmethoden im Labor nachgewiesen werden. Der Nachweis sollte hauptsächlich in Folge von Unfällen im Fall eines Fischsterbens erbracht werden. Die Angaben für Cadmium weichen teilweise sehr stark voneinander ab.

 

Angaben der Nordrheinwestfälischen Landesanstalt für Fischerei:

Art

Wert (mg/l)

Beschreibung

Salmonieden

0,004

0,005

In weichem Wasser schädigend (SBV < 2)

In hartem Wasser schädigend (SBV > 2)

Karpfen

0,004

0,012

In weichem Wasser schädigend (SBV < 2)

In hartem Wasser schädigend (SBV > 2)

 

 

Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

Der Chemische Sauerstoffbedarf (CSB) gibt, wie auch der Biologische Sauerstoffbedarf (BSB) an, wie viel Sauerstoff im Wasser verbraucht wird bzw. wie viele fäulnissfähige, organische Stoffe im Wasser vorhanden sind. Zur Bestimmung werden jedoch nicht, wie beim BSB, Mikroorganismen zur Bestimmung genutzt sondern der Wert wird hier mittels Kaliumpermanganat (KMnO4) bestimmt. Der CSB Wert wird i.d.R. bei einer normalen Gewässeranalyse nicht ermittelt, zumal er nicht sonderlich aussagekräftig ist.

 

 

CSB

 

=

Sauerstoffgehalt vor dem hinzufügen von von Kaliumpermanganat

 

-

Sauerstoffgehalt nach  dem hinzufügen von von Kaliumpermanganat

 

Ebenso wie beim BSB kann man auch mittels des CSB die Gewässergüteklasse bestimmen:

 

Gewässergüteklasse

Belastung

CSB Wert (mg/l)

I

unbelastet

bis 6

I - II

gering belastet

6 bis 11

II

mäßig belastet

11 bis 15

II – III

kritisch belastet

26 bis 35

III

stark belastet

35 bis 150

III – IV

sehr stark belastet

150 bis 390

IV

extrem belastet

mehr als 390

 

 

Chrom

Chrom kommt normalerweise in geringen Mengen im Oberflächenwasser vor. Chromsäure schädigt Fische schon bei einem Vorkommen von sehr geringen Mengen.

 

Da der Nachweis von Chrom sehr aufwendig ist, geschieht dies normalerweise nur im Labor.

 

 

Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW)

Chlorierte Kohlenwasserstoffe kommen in der Natur nicht vor sondern sind, von der chemischen Industrie, künstlich hergestellte Stoffe. Sie haben unter anderem eine große Bedeutung als Grundstoff für Kunststoffe (z.B. für PVC) als Lösungsmittel (z.B. Trichlorethan, Trichlorethylen oder Dichlormethan) oder als Schädlingsbekämpfungsmittel (z.B. Lindan oder DDT).

 

Viele CKW werden mittlerweile zu den gefährlichsten Umweltgiften überhaupt gezählt, zumal viele von ihnen krebserzeugende, erbgutschädigende und fruchtschädigende Eigenschaften besitzen. Ebenso können die CKWs weder von Mikroorganismen, noch von irgendwelchen anderen natürlichen Abbauprozessen zersetzt werden.

 

CKWs reichern sich besonders im Fettgewebe von fetthaltigen Fischarten wie z.B. dem Aal oder dem Wels an.

 

 

Cobalt

In hohen Konzentrationen ist Cobalt auch für Fische schädigend und in sehr hohen Konzentrationen sogar tödlich. Im Falle eines Fischsterbens sollte das Gewässer darum auch auf Cobalt untersucht werden.

 

Arten

Konzentration (mg/l)

Auswirkung

Flußflohkrebs

1

schädlich

 

8

tödlich

Forelle

30

schädlich

 

35

tödlich

Karpfen

90

schädlich

 

150

tödlich

Schleie

100

schädlich

 

125

tödlich

 

 

Cyanid

Caynid ist das Salz der Blausäure. In der Natur kommt Cyanid in bitteren Mandeln oder Obstkernen vor.

 

Cyanidsalze werden oft in der chemischen Industrie benötigt oder als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Cyanid ist hochgiftig, da es den Sauerstoffaustausch der Zellen blockiert.

 

Je höher der PH-Wert eines Gewässers ist, desto stärker ist die Wirkung von Cyanid.

 

Im Falle eines Fischsterbens sollte das Gewässer auch auf Cyanid untersucht werden.

 

Die Werte der folgenden Tabelle beiehen sich auf einen PH-Wert von 7 bis 8:

 

Fischart

Wert (mg/l)

Auswirkung

Fische

0,025 bis 0,05

tödlich

Regenbogenforelle

0,028 bis 0,068

tödlich

Flussbarsch

0,1

tödlich

Rotauge

0,11

tödlich

 

 

Eisen

Fischfleisch enthält pro Kg bis zu 1 mg Eisen. Das Eisen ist in ungelöster Form sehr wichtig für die Aufrechterhaltung bestimmter Körperfunktionen.

 

Im Wasser gelöstes Eisen hingegen kann bei geringen ph-Werten für Fischbrut und Fischlaich tödlich sein. Jedoch nicht nur gelöstes Eisen, sondern auch Eisenocker kann in einem Gewässer für Fische und Fischlaich problematisch sein. Eisenocker kann bei Fischlaich zum Absterben führen, wenn dieser die Fischeier überzieht und somit einen Sauerstoffaustausch verhindert. Die scharfen Kanten der Eisenpartikel können ebenfalls die Kiemen der Fische schädigen.

 

Bei einer regelmäßigen Gewässeranalyse muss Eisen nicht routinemäßig erfasst werden, vielmehr sollte man auf Eisenockerablagerungen im Gewässer achten.

 

Fischart

Messwert (mg/l)

Auswirkung

Fischbrut

0,1 bis 0,3

Schäden in der Entwicklung

Salmoniden

0,3

schädigend

Bachsaibling

0,5

tödlich bei ph kleiner 5

Lachs,

bis 0,75

maximal zulässig zum Erbrüten

Lachseier

bis 1,5

maximal zulässig zum Erbrüten

Karpfen

0,9

schädigend

Regenbogenforelle

5 bis 10

maximal zulässig zur Aufzucht

Fische

14

tödlich

 

 

Färbung des Gewässers

Die Färbung eines Gewässers kann schon Hinweise auf die Verunreinigung eines Gewässers geben.

 

Zur Analyse wird eine Gewässerprobe in einer dünnwandigen, Glasflasche aus Weißglas entnommen und die Probe vor einem weißen Hintergrund betrachtet.

 

Farbe

Ursache

gelblich

Schlamm oder Ton

bräunlich

Huminsäuren aus moorigen Gewässern

grünlich

Plankton

rötlich

Eisenocker

milchig grau

häusliche Abwässer

(Geruchsprobe sollte erfolgen)

grau - schwarz

faulige Abwässer

(Geruchsprobe sollte erfolgen)

 

 

Fluor

Fluor ist ein wichtiges Spurenelement für Mensch und Tier, in hohen Konzentrationen wirkt es jedoch giftig.

 

 

Gesamthärte

Die Gesamthärte gibt an, wie viel Calcium-, Magnesium-, Strontium- und Barumionen in Form von Carbonaten oder Hydrocarbonaten im Wasser enthalten sind.

 

Die Gesamthärte des Wassers hängt jeweils von der geologischen Beschaffenheit des Bodens ab. Abweichungen von diesen Gegebenheiten geben jedoch Hinweise auf Verunreinigungen.

 

Die Gesamthärte wird in Grad (Härtegrade) angegeben. 1 Härtegrad entspricht dem Vorkommen von 10 mg Calciumoxid pro Liter Wasser.

 

In vulkanischen Basaltgebieten findet man oftmals besonders weiche (also Kalkarme) Gewässer vor. In Gegenden in denen viel Kalk oder Gips vorhanden ist, findet man besonders harte Gewässer mit einer Wasserhärte von bis zu 100 Härtegrade vor.

 

Gegenden mit hohen Härtegraden weisen oftmals besonders ertragreiche Fischgewässer auf.

 

 

Kalium

Kalium gelangt oftmals über Dünger in die Gewässer. Selbst in hohen Konzentrationen ist Kalium für Fische nicht giftig, kann jedoch zu Schädigungen führen. In extrem hohen Konzentrationen (100mg/l) wirkt Kalium jedoch auch als Gift und somit tödlich.

 

Ein Kg Fischfleisch kann bis zu 4g Kalium enthalten, somit leistet Fischfleisch einen hohen Beitrag zur menschlichen Ernährung.

 

 

Kohlensäure

Kohlensäure ist das Reaktionsprodukt von Kohlendioxid, welches bei Fischen Appetitlosigkeit, geringes Wachstum und geringe Widerstandskraft gegen widrige Einflüsse hervorrufen kann, mit Wasser und kommt im Wasser als gebundenes Carbonat, Bicarbonat, Magnesiumcarbonat, Magnesiumbicarbonat freier oder überschüssiger Kohlensäure vor.

 

Den Gehalt an gelöster Kohlensäure kann man mittels des SBV Wertes (Säurebindungsvermögens) in Verbindung des jeweiligen pH-Wertes und dem jeweils zugehörigen Faktor errechnen:

 

Kohlensäuregehalt mg/l = SBV * Faktor

 

pH-Wert

Faktor

6,0

118,0

6,1

94,0

6,2

75,0

6,3

59,0

6,4

47,0

6,5

37,0

6,6

30,0

6,7

24,0

6,8

19,0

6,9

15,0

7,0

12,0

7,1

9,4

7,2

7,5

7,3

5,9

7,4

4,7

7,5

3,7

7,6

3,0

7,7

2,4

7,8

1,9

7,9

1,5

8,0

1,2

 

 

Fischart

Wert (mg/l)

Auswirkung

Brut von Salmoniden

> 20

schädigend

Salmonieden

>30

schädigend

 

>140

tödlich

Brut von Cypriniden

>25

schädigend

Karpfen

>50

schädigend

Schleie, Karausche

>100

schädigend

Cypriniden

>250

tödlich

Fische

10 bis 15

tödlich unter Eis

 

 

Kupfer

Kupfer ist für alle Fische hoch giftig. Die Giftigkeit wird durch das Vorkommen von Cadmium und Zink noch verstärkt, ist aber vom jeweiligen SBV Wert des Wassers abhängig.

 

Fischarten

Werte (mg/l)

Auswirkung

Salmoniden

0,006

schädigend bei SBV < 2

 

0,030

schädigend bei SBV > 2

Regenbogenforellenbrut

0,0038

schädigend

Regenbogenforellen

0,0033

schädigend

Karpfenbrut

0,003

schädigend

Karpfen

0,004

schädigend

Fischbrut

0,1

tödlich

Fische

0,3 bis 0,9

tödlich

 

 

Leitfähigkeit des Wassers

Die Leitfähigkeit des Wassers drückt den Salzgehalt des Wassers aus. Sie wird normaleerweise mit speziellen Messgeräten ermittelt und wird in Microsiemens pro Zentimeter angegeben.

 

Art des Wassers

Wert (Microsiemens / cm)

destilliertes Wasser

< 3

Regen- oder Schmelzwasser

50 bis 100

sehr schwach mineralisiertes Oberflächenwasser

50 bis 200

schwach mineralisiertes Oberflächenwasser

200 bis 500

mineralisiertes Wasser (Grund oder Quellwasser)

500 bis 2000

Mineralwasser

> 2000

versalzenes Wasser

> 10000

 

 

Magnesium

Magnesium kommt teilweise in Gewässern in sehr hohen Konzentrationen vor, ist für Fische jedoch nicht schädlich oder giftig.

 

 

Mangan

Mangan ist ein Nervengift und wirkt in hartem Wasser verstärkt.

 

Fischart

Wert (mg/l)

Auswirkung

Regenbogenforellenbrut

ab 1

hohe Sterblichkeitsrate

Regenbogenforelle

75

schädigend

 

100

tödlich

Karpfen

600

schädigend

 

650

tödlich

Schleie

1200

schädigend

 

1500

tödlich

 

 

Natrium

Natrium kommt in natürlicher Form recht wenig in Gewässern vor, so ist beispielsweise im Grundwasser nur ein geringer Anteil von Natrium vorhanden. Im Oberflächenwasser kann Natrium jedoch in größeren Mengen vorhanden sein, was auf die Einleitung von z.B. Kochsalz durch Abwässer schließen lässt. Da Natrium kein Fischgift ist, werden Gewässerproben normalerweise nicht auf Natrium hin untersucht. Erst ein Vorhandensein von 24 Kg Natrium pr Liter Wasser wirkt sich auf Fische tödlich aus.

 

 

Nickel

Gewässerproben werden normalerweise nur im Falle eines Fischsterbens auf Nickel untersucht.

 

Tierart

Wert (mg/l)

Auswirkung

Flussflohkrebs

2,5

schädlich

 

15

tödlich

Regenbogenforelle

25

schädlich

 

30

tödlich

Karpfen

45

schädlich

 

50

tödlich

Schleie

55

schädlich

 

60

tödlich

 

 

Nitrat

Nitrat sollte bei jeder Gewässeruntersuchung routinemäßig erfasst werden, da es die Endstufe des biologischen Abbaus von Ammoniumverbindungen ist. Weiterhin ist es als Hauptbestandteil in Düngemitteln vorhanden.

 

So ist beispielsweise in unbelasteten Gewässern so gut wie kein Nitrat vorhanden, wohingegen in belasteten Wässern ein hoher Anteil an Nitrat gemessen werden kann. Ein hoher Nitratwert ist also stets ein Hinweis von Fäkalien- oder Düngemitteleinleitungen.

 

Nitrat an sich ist für Fische nicht giftig, es führt jedoch zu einem erhöhtem Pflanzenwachtum, welches unter Umständen zu Veränderungen des pH-Wertes führen, sowie einen Sauerstoffmangel erzeugen kann.

 

Gewässergüteklasse

Gewässerbelastung

Messwert (mg/l)

I

unbelastet

0,8 bis 1,8

I bis II

gering belastet

1,0 bis 3,9

II

mäßig belastet

1,9 bis 4,7

II bis III

kritisch belastet

2,4 bis 6,4

III

stark belastet

2,9 bis 7,3

IV

sehr stark belastet

3,8 bis 12,2

 

 

Nitrit

Ebenso wie Nitrat sollte auch Nitrit routinemäßig bei einer Gewässeruntersuchung erfasst werden. Beim übermäßigen vorhanden sein von Nitrit ist es sehr wahrscheinlich, das ungeklärte oder schlecht geklärte Abwässer in ein Gewässer eingeleitet wurden.

 

Gewässergüteklasse

Gewässerbelastung

Messwert (mg/l)

I

unbelastet

0,003 bis 0,01

I bis II

gering belastet

0,008 bis 0,03

II

mäßig belastet

0,018 bis 0,05

II bis III

kritisch belastet

0,025 bis 0,10

III

stark belastet

0,056 bis 0,21

III bis IV

sehr stark belastet

0,092 bis 0,28

IV

übermäßig stark belastet

0,090 bis 0,45

 

Da Nitrit das Kiemenepithel von Fischen schädigt ist es außerordentlich giftig. Die Giftigkeit wird durch den pH-Wert beeinflusst. Je niedriger der pH-Wert eines Gewässers ist, desto giftiger ist es für Fische.

 

Fischart

Wert (mg/l)

Auswirkung

Salmoniden

0,03

schädlich bei SBV < 2, bei pH 7

 

0,2

schädlich bei SBV >2, bei pH 7

Regenbogenforelle

0,24 bis 11,0

tödlich bei pH 8

Cypriniden

0,06

schädlich bei SBV < 2, bei pH 7

 

0,4

schädlich bei SBV > 2, bei pH 7

Schleie

9 bis 10

tödlich

Rotauge

20

tödlich

Karpfen

32 bis 40

tödlich bei pH 7,6

 

 

Pestizide

Pestizide kommen in der Natur nicht vor und sind ein Künstliches Produkt. Sie sind für Fische hochgiftig, hinzu kommt noch, dass sie, mit einer Halbwertzeit von 12 bis 20 Jahren, extrem langsam abgebaut werden. Mittlerweile sind sie, durch die regelmäßige Nutzung in der Landwirtschaft so sehr verbreitet, das sie in fast jedem Gewässer nachgewiesen werden können.

 

 

pH-Wert

Der pH-Wert sollte bei jeder Gewässeruntersuchung mit erfasst werden, zumal es sich bei ihm um eine der wichtigsten Kenngrößen handelt und er auch ohne aufwendige Meßmethoden recht einfach und schnell zu ermitteln ist.

 

Der pH-Wert wird auf einer Skala von 0 bis 14 angegeben, wobei 0 sehr saures Wasser und 14 extrem basisches Wasser angibt. Der pH-Wert ist bei 7,0 neutral.

 

Gewässer, welche natürlicherweise einen recht sauren pH-Wert aufweisen, sind Gewässer in Nadelwäldern, Heide- oder Moorgebieten. Ebenso kann es vorkommen, das sich der pH-Wert während der Schneeschmelze oder durch sauren Regen verringert. Sinkt der pH-Wert jedoch unter 6,5, so ist dies ein eindeutiger Hinweis auf Einleitung von Säuren. Saures Wasser kann die Schalen von Krebsen, Schnecken und Muscheln angreifen, sowie die Schleimhäute und Kiemen der Fische verätzen.

 

Gewässer, welche natürlicherweise einen basischen pH-Wert aufweisen, sind Gewässer in kalkhaltigen Gegenden oder Gewässer mit einer hohen Entwicklung von Plankton. Wird der Wert von 8,0 überschritten ist dies ein eindeutiger Hinweis für Einleitungen von gelöstem Kalk, Wasch- oder waschmittelhaltiges Wasser oder aber Carbid oder Betonschlämmen.

 

Fischart

Toleranzbereich

Forelle

4,0 bis 10,8

Barsch

4,0 bis 10,8

Hecht

4,4 bis 9,4

Schleie

4,4 bis 9,4

Karpfen

4,7 bis 10,8

Rotauge

5,2 bis 10,4

Lachs

6,5 bis 7,5

Fischbrut

6,5 bis 8,0

 

 

Phosphor

Phosphor gehört neben Calcium zu den wichtigsten Knochenbestandteilen. Einleitungen von Phosphor oder Phosphorverbindungen können in hohen Konzentrationen das Gewässer und den Fischbestand mittelbar schädigen.

Da Phosphor eine sehr hohe Bedeutung für das biologische Gleichgewicht hat, ist es ratsam, diesen Wert bei jeder Gewässeruntersuchung mit zu erfassen. Jedoch sollte bei stehenden Gewässern beachtet werden, das planktische Algen während der Vegetationsperiode, welche in etwa von April bis September andauert, im Wasser gelöstes Phosphor fast vollständig aufnehmen und dieser Wert während dieser Zeit nicht messbar ist. Erst nach dem Absterben der planktischen Algen im Herbst wird das Phosphor wieder freigesetzt und somit messbar. Durch Einleitungen in ein Gewässer wird das Pflanzenwachstum übermäßig angeregt. Sterben diese Pflanzen ab, wird während des Abbauprozesses durch Pilze oder Bakterien so viel Sauerstoff verbraucht, das das Gewässer umkippen kann, was zwangsläufig zu einem Fischsterben führt.

 

Güteklasse

Belastung

Phosphatgehalt in Fließgewässern (mg/l)

I

unbelastet

0,03 bis 0,06

I bis II

gering belastet

0,04 bis 0,21

II

mäßig belastet

0,09 bis 0,38

II bis III

kritisch belastet

0,09 bis 0,82

III

stark belastet

0,48 bis 1,35

III bis IV

sehr stark belastet

0,72 bis 1,98

IV

übermäßig belastet

1,10 bis 3,00

 

Da viele, wenn nicht sogar die meisten Angelgewässer starke Eutrophierungssymtome aufweisen, besteht bei einer Einleitung oder gar Düngung die Gefahr des Umkippens eines Gewässers. Um die Eutrophierung dieser Gewässer zu verringern leistet die Fischerei durch die Entnahme der Fische, welche bis zu 4g Phosphor pro Kg Körpergewicht enthalten können, einen entscheidenden Beitrag.

 

Phosphor ist im Wasser in Form von Phosphat oder Superphosphat gelöst. Der Gehalt dieser Phosphatverbindungen lässt sich anhand der folgenden Formel leicht berechnen:

 

1,0mg Phosphor(P)=2,28mg Superphosphat(P2O5)=3,06mg Phosphat(PO43-)

 

 

Quecksilber

Quecksilber ist hochgiftig und reichert sich besonders bei fetthaltigen Fischen wie beispielsweise dem Aal stark an. Seit den 80er Jahren ist der Quecksilbergehalt in Rhein, Main und Lahn soweit zurück gegangen, das beim Verzehr von Fischen keine gesundheitlichen Risiken mehr bestehen.

 

Fischart

Grenzwert (mg/l)

Auswirkung

Regenbogenforellenbrut

0,024

tödlich

Setzlinge des Bachsaiblings

0,048

tödlich

Regenbogenforelle

0,15

schädlich

 

0,25

tödlich

Karpfen

0,25

schädlich

 

0,80

tödlich

Schleie

0,90

schädlich

 

1,10

tödlich

 

 

Salze

Salze kommen in den verschiedensten Verbindungen im Wasser vor. Während Salz in geringen Mengen den Appetit, besonders von Jungfischen anregt, kann es bei höheren Salzgehalten zu Schädigungen kommen.

 

Gewässergüteklasse

Belastung

Wert (mg/l)

I

unbelastet

6 bis 14

I bis II

gering belastet

8 bis 26

II

mäßig belastet

12 bis 35

II bis III

kritisch belastet

22 bis 55

III

stark belastet

28 bis 72

III bis IV

sehr stark belastet

35 bis 108

IV

übermäßig belastet

29 bis 240

 

 

Sauerstoff

Die größte Menge an Sauerstoff wird bei fließenden Gewässern über die Wasseroberfläche eingebracht. Bei dem Eintrag von Sauerstoff über die Oberfläche gilt folgende physikalische Gesetzmäßigkeit:

 

Die Sauerstoffsättigung ist umso größer je geringer die Wassertemperatur ist.

 

In Gewässern mit einem guten Pflanzenbestand kann es sogar passieren, das tagsüber eine Sauerstoffsättigung von über 100% festgestellt werden kann. Nachts kann dies jedoch durchaus in das Gegenteil umschlagen, da die Pflanzen keinen Sauerstoff mehr produzieren und der vorhandene Sauerstoff durch die in dem Wasser lebenden Tiere „veratmet“ wird.

 

Da der Sauerstoffgehalt eines Gewässers von größter Bedeutung ist, sollte dieser Wert bei jeder Gewässeruntersuchung mit erfasst werden.

 

Gewässergüteklasse

Belastung

Richtwert (mg/l)

I

unbelastet

> 8

I bis II

gering belastet

> 8

II

mäßig belastet

> 6

II bis III

kritisch belastet

> 4

III

stark belastet

> 2

III bis IV

sehr stark belastet

< 2

IV

übermäßig belastet

< 2

 

Bei dem im Wasser enthaltenen Sauerstoff sind folgende Werte zu beachten:

 

·        Sauerstoffgehalt

·        Sauerstoffsättigung

 

Beim Sauerstoffgehalt wird der im Wasser gelöste Sauerstoff in ml/l gemessen.

 

Bei der Sauerstoffsättigung wird angegeben wie viel % Sauerstoff das Wasser, in Abhängigkeit von der Wassertemperatur, besitzt.

 

Sauerstoffgehalt des Wassers, der einer 100%igen Sättigung entspricht:

 

Temperatur in °C

Sauerstoff in mg / l

0

14,16

1

13,77

2

13,40

3

13,05

4

12,70

5

12,37

6

12,06

7

11,76

8

11,47

9

11,19

10

10,92

11

10,67

12

10,43

13

10,20

14

9,98

15

9,76

16

9,56

17

9,37

18

9,18

19

9,01

20

8,84

21

8,68

22

8,53

23

8,38

24

8,25

25

8,11

26

7,99

27

7,86

28

7,75

29

7,64

 

Sauerstoffbedarf verschiedener Fischarten:

Fischart

Toleranzbereich (mg/l)

Beschreibung

Karpfen

5,0 bis 9,0

Optimalbereich

Schleie

< 5,0

Einstellung der Nahrungsaufnahme

 

< 0,3

tödlich

Forellenartige

9,2 bis 11,5

Optimalbereich

 

< 5,0

tödlich über 16 °C

 

 

Säurebindungsvermögen

Das Säurebindungsvermögen (SBV) wird auch als Carbonhärte (KH) bezeichnet und beschreibt die Fähigkeit des Wassers Säuren zu binden. In unbelasteten Gewässern ist das SBV ein Anhaltspunkt für den vorhandenen Kohlensäuregehalt und in wieweit die im Wasser vorhandenen Nährstoffe für die Planzen verfügbar sind.

 

Allgemein gilt:

Je höher der SBV-Wert eines Gewässers, desto geringer ist die Giftigkeit verschiedener Stoffe gegenüber aquatischen Organismen und umgekehrt. So verweist ein hoher SBV-Wert auf ein ertragreiches Fischgewässer hin.

 

Der SBV-Wert wird in Millimol pro Liter (mmol/l) gemessen oder aber auch in Härtegrad angegeben. 0,18mmol/l entsprechen 1°d (1 grad Härte).

 

Wenn der Härtegrad des Wassers bekannt ist, lässt sich daraus mit folgender Formel der SBV-Wert errechnen:

 

SBV = Gesamthärte (°d) X 0,18

 

SBV

Gewässertyp

< 0,5 mmol/l

ertragsarmes Fischgewässer

0,5 bis 1,5 mmol/l

mäßig fruchtbares Fischgewässer

> 1,5 mmol/l

fruchtbares und ertragreiches Fischgewässer

0,5 bis 1,5 mmol/l

Karpfenteich

 

Soll ein Teich für die Karpfenzucht genutzt werden, sollte der SBV von 0,5 mmol/l keinesfalls unterschritten werden. Ist jedoch ein Wert von 1,5 mmol/l vorhanden, so ist dieser Teich bestens geeignet.

 

Ein Gewässer mit einem geringen Säurebindungsvermögen kann durch Kalkung verbessert werden. Hierzu streut man Brantkalk (am besten vom Boot aus) ins Wasser. Der Brantkalk löst sich unter der Bildung von gelöschtem Kalk im Wasser auf. Jedoch sollte man hier extrem vorsichtig vorgehen, da der PH-Wert hierdurch auf über 9 steigt. Ebenso steigt der Ammoniakgehalt. So kann es passieren, das viele Fische aber auch Fischnährtiere recht empfindlich auf eine Kalkung reagieren. Eine weitere Phase der Kalkung mach sich dadurch bemerkbar, das sich Calciumbicarbonat aus Calciumcarbonat und Kohlensäure bildet. In dieser Phase steigt der PH-Wert nochmals an.

 

Die Vorteile der Kalkung eines Gewässers sind folgende:

·        Neutralisierung von sauren Gewässern

·        Bindung und absinken von organischen Partikel im Wasser

·        Durch Erhöhung der Verfügbarkeit von Nährstoffen wird die Produktivität des Gewässers erhöht.

·        Die Gewässerkalkung bewirkt eine Desinfizierung des Gewässers.

·        Der bakterielle Abbau von Laub und Stickstoffverbindungen wird beschleunigt.

 

Der Kalkbedarf wird folgendermaßen errechnet:

 

Als erstes errechnet man mit flgender Formel das Volumen des Teiches:

 

Volumen das Teiches in m3 = Fläche X Tiefe

 

Um den SBV-Wert um 1mmol/l in einem m3 Wasser zu erhöhen wird eine Brantkalkmenge von 28 Kg benötigt. Die benötigte Kalkmenge für einen Teich errechnet man somit mit folgender Formel:

 

Brantkalkmenge in Kg = (Teichvolumen X 28 X Differenz SBV) / 1000

 

Der im Kalk enhaltene CaO-Gehalt ist jeweils den Produktangaben des Kalks zu entnehmen. Diese sollten bei der Berechnung der Düngermenge beachtet werden:

 

Düngerbedarf = (CaO-Bedarf in Kg X 100) / (CaO-Gehalt in % des Düngers)

 

Die Teichkalkung sollte entweder von einem erfahrenen Teichwirt oder unter dessen fachkundiger Aufsicht durchgeführt werden. Stehende Gewässer sollten bis spätestens ende März gekalkt worden sein. Soll der Teich anschließend noch mit Phospat gedüngt werden, sollte mindestens ein Zeitraum von zwei, besser noch drei Wochen zwischen der Kalkung und der Düngung liegen.

 

 

Die Trübung (Gewässertrübung)

Die Gewässertrübung wird von Schwebstoffen, welche sich im Wasser befinden hervorgerufen. Je nachdem, welche Eigenschaften die im Wasser befindlichen Schwebstoffe besitzen, können sie Reizungen der Schleimhäute oder Kiemen der Fische hervorrufen. Die Beschaffenheit der Trübstoffe kann durch eine Lupe, bestenfalls durch ein Mikroskop festgestellt werden.

 

Eine Gewässerprobe wird nach folgenden Kriterien beurteilt:

·        Die Durchsichtigkeit

·        Die Geschwindigkeit mit welcher sich Schwebstoffe absetzen

 

Die Durchsichtigkeit bzw. die Sichttiefe wird mittels einer sog. Secci-Scheibe bestimmt. Es handelt sich hierbei um eine weisse Scheibe mit vier gleichgroßen Löchern. Zur Bestimmung wird die Scheibe in das Wasser herabgelassen bis sich die Löcher nicht mehr von der Scheibe unterscheiden lassen.

 

Um die Geschwindigkeit, mit welcher sich Schwebstoffe absetzen zu bestimmen, nimmt man einen gläsernen Imhoff Trichter mit einem Liter aufgeschütteltem Wasser. Verbleiben die Trübstoffe in der Schwebe handelt es sich um organische Stoffe. Setzen sich die Trübstoffe erst nach einigen Tagen ab, weißt dies auf ein Vorhandensein von Tonpartikeln im Gewässer hin. Sinken die Trübstoffe innerhalb weniger Stunden ab, weist dies auf eingeschwemmte Bodenpartikel hin.

 

 

Die Wassertemperatur

Die Wassertemperatur hängt von vielen äußeren und inneren Faktoren eines Gewässers ab. Da die Fische ihre Körpertemperatur nicht selbst regeln können, haben sie sich an die jeweiligen Bedingungen eines Gewässers angepasst.

 

Folgende Fischarten werden somit unterschieden:

·        Fische welche in kühlen Bachläufen leben, welche eine Temperatur von 16°C selten überschreiten (z.B. Äsche oder Bachforelle).

·        Fische, welche in Gewässern mit recht warmen Temperaturen von 20°C und mehr leben und sich auch nur in diesen fortpflanzen können (z.B. Karpfen oder Schleie).

 

Die Wassertemperatur und deren Entwicklung sollte bei jeder Gewässeruntersuchung gemessen bzw. beobachtet werden.

 

In stehenden Gewässern kann die Temperatur an der Oberfläche stark von der Temperatur in der Tiefe ab weichen. Aus diesem Grunde sollte man bei jeder Gewässeruntersuchung die Temperatur des Oberflächenwassers ebenso messen wie die Temperatur des Tiefenwassers.

 

Fischarten

optimaler Temperaturbereich

kritischer Temperaturbereich

Bachforellenbrut / -eier

8 bis 10 °C

 über 12 °C

Bachforellensetzlinge

14 °C

 

erwachsene Bachforellen

14 °C

 länger über 20°C

Regenbogenforellenbrut / -eier

8 bis 14 °C

 über 22°C

Regenbogenforellensetzlinge

16 °C

 

erwachsene Regenbogenforellen

 

12 bis 16 °C

 

über 24°C

Äschenbrut / -eier

10 bis 12 °C

 16°C

Äschensetzlinge

15 °C

 

erwachsene Äschen

16 °C

 über 25°C

Karpfenbrut / -eier

20 bis 15 °C

 über 32°C

Karpfensetzlinge

20 bis 30 °C

 über 34°C

erwachsene Karpfen

21 bis 25 °C

 über 34°C

 

 

Zink

Zink ist für Fische und Fischnährtiere hoch giftig. Es verursacht Bewegungsstörungen und mindert das Forpflanzungsvermögen.

 

Fischart

Grenzwert (mg/l)

Auswirkung

Fischbrut

0,001

schädlich bis tödlich

Salmoniden

0,005 bis 0,04

schädlich

Karpfen

0,3

schädlich

 

 

Zinn

Zinn ist normalerweise für Fische nur in geringem Maße giftig. Organozinnverbindungen hingegen, können Leber und Niere von Fischen stören.

 

Fischarten

Grenzwert (mg/l)

Auswirkung

Regenbogenforellen

0,24

anorganisches Zinn, tödlich

Elritzen

0,0082

Organozinnverbindungen, tödlich

 

Eine Zusammenfassung von

Karsten Kalweit (SchwalmAngler)

  

Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?

Dann schreibt doch einen kleinen Bericht dazu.

Wir veröffentlichen gern auch eure Erlebnisse rund um die Fischwaid
 

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