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Dieser Bericht soll
eine Hilfestellung bei der Analyse von Gewässern
geben, besonders, was die Interpretation der im
Gewässer gemessenen Werte angeht.
Die regelmäßige
Entnahme von Gewässerproben sowie deren Analyse und
die Dokumentation der Entwicklung der wichtigsten
Parameter ist für jeden Gewässerwart unerlässlich.
Die Überwachung bestimmter Parameter gibt wichtige
Aufschlüsse über die im Wasser lebenden Organismen
sowie die fischereilichen Verhältnisse in einem
Gewässer.
Die folgenden
Tabellen und Erklärungen sollen dazu beitragen die
gemessenen Werte hinsichtlich der Schädlichkeit auf
die Fischfauna besser interpretieren und beurteilen
zu können.
Da die Aussagekraft
einer Gewässerprobe um so größer ist, je öfter die
jeweiligen Werte kontrolliert werden, ist es
sinnvoll in stehenden sowie in Fließgewässern
mindestens einmal im Monat eine Analyse durch zu
führen.
Bei einer
Probenentnahme in Fließgewässern ist es sinnvoll
Probenentnahmestellen fest zu legen mittels derer
z.B. Einleitungsstellen überwacht werden können.
Zusätzlich zu den festgelegten Probeentnahmestellen
unterhalb oder direkt an einer Einleitungsstelle
empfiehlt es sich zusätzliche Vergleichsprobestellen
oberhalb der Einleitungsstellen aus zu weisen.
Die Entnahme einer
Gewässerprobe in einem Fließgewässer sollte
ausschließlich in ein der fließenden Welle erfolgen,
da diese den Vergleichswert des Gewässers darstellt.
Da es in stehenden
Gewässer mit Tiefen von über 5m zu sog. termischen
Schichtungen kommt, sind hier mehrere Proben in den
einzelnen Schichten des Gewässers zu entnehmen.
I.d.R. schwimmt hier eine Schicht wärmeres
Oberflächenwasser auf einer Schicht kälterem
Tiefenwasser. Jede Gewässerschicht kann sich
hinsichtlich Ihrer Wasserinhaltsstoffe
unterscheiden. Daraus resultiert, das auch
hinsichtlich der Lebensbedingungen entsprechende
Unterschiede vorhanden sind. Somit ist es also
erforderlich, nicht nur eine Analyse des
Oberflächenwassers, sondern auch des Tiefenwassers
durch zu führen. Um eine Entnahme aus tieferen
Gewässerschichten zu ermöglichen ist es sinnvoll
sich eine Schöpfflasche selbst her zu stellen, zumal
die Anschaffung eines professionellen
Ruttner-Schöpfers teilweise recht kostspielig sein
kann.
Um aussagekräftige
Werte zu erhalten, sollten folgende Werte bei einer
routinemäßigen Gewässeruntersuchung erfasst werden.
Die folgenden Werte sind jeweils nach Haupt- und
Nebenparametern unterteilt:
Wassertemperatur:
Zu erfassende
Einheit: C°
Erfassungsmethode:
Thermometer
Parameterart:
Hauptparameter
Zu erfassen in:
Oberflächenwasser, Tiefenwasser,
fließender Welle
pH-Wert:
Erfassungsmethode:
chemischer Schnelltest
Parameterart:
Hauptparameter
Zu erfassen in:
Oberflächenwasser, Tiefenwasser,
fließender Welle
Sauerstoffgehalt:
Zu erfassende
Einheit: mg/l
Erfassungsmethode: wenn vorh. Elektronisches
Messgerät, ansonsten
chemischer
Schnelltest.
Parameterart:
Hauptparameter
Zu erfassen in:
Oberflächenwasser, Tiefenwasser,
fließender Welle
Sauerstoffsättigung:
Zu erfassende
Einheit: %
Erfassungsmethode: wenn vorh. Elektronisches
Messgerät, ansonsten
chemischer
Schnelltest.
Parameterart: Hauptparameter
Zu erfassen
in: Oberflächenwasser, Tiefenwasser,
fließender Welle
Ammonium /
Ammoniak:
Zu erfassende
Einheit: mg/l
Erfassungsmethode: chemischer Schnelltest
Parameterart: Hauptparameter
Zu erfassen
in: Oberflächenwasser, Tiefenwasser,
fließender Welle
Nitrit
Zu erfassende
Einheit: mg/l
Erfassungsmethode: chemischer Schnelltest
Parameterart: Hauptparameter
Zu erfassen
in: Oberflächenwasser, Tiefenwasser,
fließender Welle
Nitrat:
Zu erfassende
Einheit: mg/l
Erfassungsmethode: chemischer Schnelltest
Parameterart: Hauptparameter
Zu erfassen
in: Oberflächenwasser, Tiefenwasser,
fließender Welle
Phosphat:
Zu erfassende
Einheit: mg/l
Erfassungsmethode: chemischer Schnelltest
Parameterart: Hauptparameter
Zu erfassen
in: Oberflächenwasser, Tiefenwasser,
fließender Welle
Leitfähigkeit:
Zu erfassende
Einheit: µS/cm
Erfassungsmethode: elektronisches Messgerät
Parameterart: Nebenparameter
Zu erfassen
in: Oberflächenwasser, Tiefenwasser,
fließender Welle
Gesamthärte:
Zu erfassende
Einheit: °d
Erfassungsmethode: chemischer Schnelltest
Parameterart: Nebenparameter
Zu erfassen
in: Oberflächenwasser, fließender
Welle
Säurebindungsvermögen:
Zu erfassende
Einheit: mg/l
Erfassungsmethode: chemischer Schnelltest
Parameterart: Hauptparameter im
Oberflächenwasser,
Nebenparameter
in fließender Welle
Zu erfassen
in: Oberflächenwasser, fließender
Welle
BSB5:
Zu erfassende
Einheit: mg/l
Erfassungsmethode: wenn vorh. Elektronisches
Messgerät, ansonsten
chemischer
Schnelltest.
Parameterart: Nebenparameter
Zu erfassen
in: Oberflächenwasser,
Tiefenwasser, fließender Welle
Salze, Chlorid,
Sulfat:
Zu erfassende
Einheit: mg/l
Erfassungsmethode: chemischer Schnelltest
Parameterart: Nebenparameter
Zu erfassen
in: Oberflächenwasser, fließender
Welle
Farb- und
Trübheitsbeurteilung:
Erfassungsmethode: Beobachtung
Parameterart: Nebenparameter
Zu erfassen
in: Oberflächenwasser, Tiefenwasser,
fließender Welle
Aluminium:
Der Aluminiumgehalt
wird normalerweise bei einer routinemäßigen
Gewässeruntersuchung nicht untersucht. Der Nachweis
ist mit einfachen Schnelltests nicht durch zu
führen.
Aluminium kommt unter
normalen Bedingungen im Oberflächenwasser, wenn
überhaupt in extrem geringen Mengen vor. Im Boden
jedoch teilweise in großen Mengen in der Form
unlöslicher Feldspate.
Sinkt der pH-Wert
eines Gewässers unter 6, kann saurer Regen oder die
Schneeschmelze Aluminium aus dem Gewässerboden
herauslösen und somit hochgiftige
Aluminiumverbindungen freisetzen. Diese schädigen
die Kiemen der Fische, deren Kondition und das
Wachstum. Für eine Regenbogenforelle ist eine
Konzentration von 0,002mg/l bereits tödlich.
Ammonium /
Ammoniak
Da es sich bei
Ammonium um einen wesentlichen Bestandteil von
tierischen und menschlichen Fäkalien handelt, treten
erhöhte Werte immer dann auf, wenn fäkalhaltige
Abwässer oder Gülle und Jauche aus der
Landwirtschaft in ein Gewässer gelangen. Ammonium
hat gemeinsam mit Nitrat und Nitrit eine wichtige,
fischereiliche Bedeutung, aus diesem Grunde wird der
Ammonium-Gehalt eines Gewässers standardmäßig bei
jeder Gewässeruntersuchung mit erfasst.
Ammonium und Ammoniak
stehen in einem Gewässer in direktem Zusammenhang
und bilden ein Gleichgewicht. Ist ein Gewässer
übersäuert, d.h. der pH-Wert sinkt unter 7,
überwiegt der Anteil an Ammonium. Bei pH-Werten von
über 7 entsteht bzw. überwiegt Ammoniak, welches
extrem giftig für Fische ist.
Bei einem schnellen
Anstieg des pH-Wertes kann der Gehalt von Ammoniak
ebenfalls extrem steigen. Dies kann z.B. eine Folge
der Kalkung stehender Gewässer, extremes verkrauten
von Gewässern oder die Einleitung von Beton- oder
kalkhaltigen Abwässern sein.
Der Ammonium /
Ammoniak – Wert ist ein Summenwert, welcher den
Gehalt beider Stoffe im Wasser angibt. Will man
einen Wert je einzeln bestimmen, muss man zuerst den
prozentualen Anteil eines Wertes in Verbindung mit
dem jeweiligen pH-Wert bestimmen und diesen dann
anhand des gemessenen Summenwertes errechnen.
|
pH-Wert |
Ammonium-Gehalt |
Ammoniak-Gehalt |
|
6 |
100% |
0% |
|
7 |
99% |
1% |
|
8 |
96% |
4% |
|
9 |
75% |
25% |
|
10 |
22% |
78% |
|
Gewässergüte |
Belastung |
Wert( mg/l) |
|
1 |
sehr gering
belastet |
0,06 – 0,15 |
|
1 - 2 |
gering belastet |
0,09 - 0,21 |
|
2 |
mäßig belastet |
0,11 - 0,30 |
|
2 - 3 |
stark belastet |
0,14 - 0,80 |
|
3 |
verschmutzt |
0,30 – 2,90 |
|
3 - 4 |
stark verschmutzt |
0,60 – 5,52 |
|
4 |
extrem
verschmutzt |
2,90 – 28,0 |
|
Fischart |
Grenzwert
(mg/l) |
Auswirkung |
|
Fischbrut |
0,005 |
Schädigung |
|
Salmoniden |
0,025 |
Schädigung |
|
Salmoniden |
0,2 |
tödlich |
|
Fischbrut |
> 0,2 |
tödlich |
|
Fische |
0,5 bis 1,0 |
ungeeignet für
Fische |
|
|
> 1,0 |
tödlich ab 15C° |
Arsen
Arsen ist ein Gift,
welches oft durch Grubenentwässerungen,
Ausschwemmungen aus Mülldeponien oder durch
Schädlingsbekämpfungsmittel in das Wasser gelangt.
Arsen bzw. Arsensalze
können im Wasser nur mit sehr aufwendigen
Messmethoden nachgewiesen werden. Die Untersuchung
des Wassers auf Arsen ist daher nur sinnvoll, wenn
sich eine potentielle Arsenquelle in der Nähe des
Gewässers befindet und ein begründeter Verdacht
vorliegt.
|
Fischart |
Arsenwert
(mg/l) |
Auswirkung |
|
Salmoniden |
bis 0,5 |
schädigend |
|
Rotaugen/Rotfedern |
3,9 |
nach 3 Tagen
tödlich |
|
Aal |
5,5 |
nach 3 – 6 Tagen
tödlich |
|
Karpfen |
5,5 |
nach 3 – 6 Tagen
tödlich |
Treibstoffe
(Benzin, Öl Petroleum)
Diese Substanzen
können geruchlich, selbst bei großen Verdünnungen,
wahr genommen werden, jedoch nur mit großem Aufwand
nachgewiesen werden. Sie führen in den meisten
Fällen zu großen Umweltkatastrophen, aus diesem
Grunde ist eine sorgfältige Entnahme besonders
wichtig. Die Analyse dieser Stoffe sollte im Falle
eines vorhanden seins von einem Labor nachgewiesen
werden. Die Probe ist von der Wasseroberfläche zu
entnehmen.
Tödlche Werte für
Karpfen:
Benzin: 0,005 mg/l
Erdöl: 0,6 mg/l
Petroleum: 0,3 mg/l
Biologischer
Sauerstoffbedarf (BSB)
Der BSB wird in mg/l
gemessen und gibt an, wie viele faulende Stoffe im
Wasser vorhanden sind, die von Bakterien und Pilzen
unter Verbrauch von Sauerstoff abgebaut werden. Ist
der Wert hoch, weist er auf eine Einleitung von
organischen Stoffen (z.B. Gülle). Eine Einleitung
kann dazu führen, das die Lebewesen im Wasser
ersticken, da der Abbau der organischen Stoffe den
ganzen, im Wasser befindelichen Sauerstoff
verbraucht.
Der Wert wird auch
folgende Art und Weise ermittelt:
Man entnimmt eine
Wasserprobe und ermittelt den Sauerstoffgehalt in
mg/l. Danach wird die Wasserprobe (für den BSB2
Wert 2 Tage, für den BSB5 Wert 5 Tage)
verschlossen. Sie sollte während dieses Zeitraums
bei einer Durschnittstemperatur von 20°C in völliger
Dunkelheit aufbewahrt werden. Nach dem Zeitraum der
Aufbewahrung wird wieder der Sauerstoffgehalt in
mg/l gemessen und der zweite Messwert vom ersten
Subtrahiert.
BSB5 =
Sauerstoffgehalt bei Probenentnahme –
Sauerstoffgehalt nach 5 Tagen
Anhand des BSB5
Wertes wird beispielsweise auch die
Gewässergüteklasse festgelegt:
|
Gewässergüteklasse |
Belastung |
BSB5
Wert (mg/l) |
|
I |
Unbelastet bis
gering |
2 |
|
I - II |
Gering bis mäßig |
3 – 4 |
|
II - III |
Kritisch |
4 – 7 |
|
III |
Stark |
7 – 20 |
|
III – IV |
Sehr stark |
20 – 120 |
|
IV |
übermäßig |
Mehr als 120 |
Blei
Blei lagert sich in
den Organen der Fische ab. Es gelangt oft über
Abwässer oder alte Rohrleitungen in das Wasser. Der
Nachweis von Blei ist nur mit aufwendigen
Messmethoden möglich.
|
Art |
Wert (mg/l) |
Belastung |
|
Fischbrut |
0,01 bis 0,03 |
giftig bis sehr
giftig |
|
Karpfen |
Mehr als 0,1 |
Extrem schädlich |
Cadmium
Cadmium schädigt die
inneren Organe der Fische oder kann zu Veränderungen
des Skeletts führen.
Cadmium kann nur mit
aufwendigen Messmethoden im Labor nachgewiesen
werden. Der Nachweis sollte hauptsächlich in Folge
von Unfällen im Fall eines Fischsterbens erbracht
werden. Die Angaben für Cadmium weichen teilweise
sehr stark voneinander ab.
Angaben der
Nordrheinwestfälischen Landesanstalt für Fischerei:
|
Art |
Wert (mg/l) |
Beschreibung |
|
Salmonieden |
0,004
0,005 |
In weichem Wasser
schädigend (SBV < 2)
In hartem Wasser
schädigend (SBV > 2) |
|
Karpfen |
0,004
0,012 |
In weichem Wasser
schädigend (SBV < 2)
In hartem Wasser
schädigend (SBV > 2) |
Chemischer
Sauerstoffbedarf (CSB)
Der Chemische
Sauerstoffbedarf (CSB) gibt, wie auch der
Biologische Sauerstoffbedarf (BSB) an, wie viel
Sauerstoff im Wasser verbraucht wird bzw. wie viele
fäulnissfähige, organische Stoffe im Wasser
vorhanden sind. Zur Bestimmung werden jedoch nicht,
wie beim BSB, Mikroorganismen zur Bestimmung genutzt
sondern der Wert wird hier mittels Kaliumpermanganat
(KMnO4) bestimmt. Der CSB Wert wird i.d.R.
bei einer normalen Gewässeranalyse nicht ermittelt,
zumal er nicht sonderlich aussagekräftig ist.
|
CSB |
= |
Sauerstoffgehalt
vor dem hinzufügen von von Kaliumpermanganat |
- |
Sauerstoffgehalt
nach dem hinzufügen von von Kaliumpermanganat |
Ebenso wie beim BSB
kann man auch mittels des CSB die Gewässergüteklasse
bestimmen:
|
Gewässergüteklasse |
Belastung |
CSB Wert
(mg/l) |
|
I |
unbelastet |
bis 6 |
|
I - II |
gering belastet |
6 bis 11 |
|
II |
mäßig belastet |
11 bis 15 |
|
II – III |
kritisch belastet |
26 bis 35 |
|
III |
stark belastet |
35 bis 150 |
|
III – IV |
sehr stark
belastet |
150 bis 390 |
|
IV |
extrem belastet |
mehr als 390 |
Chrom
Chrom kommt
normalerweise in geringen Mengen im
Oberflächenwasser vor. Chromsäure schädigt Fische
schon bei einem Vorkommen von sehr geringen Mengen.
Da der Nachweis von
Chrom sehr aufwendig ist, geschieht dies
normalerweise nur im Labor.
Chlorierte
Kohlenwasserstoffe (CKW)
Chlorierte
Kohlenwasserstoffe kommen in der Natur nicht vor
sondern sind, von der chemischen Industrie,
künstlich hergestellte Stoffe. Sie haben unter
anderem eine große Bedeutung als Grundstoff für
Kunststoffe (z.B. für PVC) als Lösungsmittel (z.B.
Trichlorethan, Trichlorethylen oder Dichlormethan)
oder als Schädlingsbekämpfungsmittel (z.B. Lindan
oder DDT).
Viele CKW werden
mittlerweile zu den gefährlichsten Umweltgiften
überhaupt gezählt, zumal viele von ihnen
krebserzeugende, erbgutschädigende und
fruchtschädigende Eigenschaften besitzen. Ebenso
können die CKWs weder von Mikroorganismen, noch von
irgendwelchen anderen natürlichen Abbauprozessen
zersetzt werden.
CKWs reichern sich
besonders im Fettgewebe von fetthaltigen Fischarten
wie z.B. dem Aal oder dem Wels an.
Cobalt
In hohen
Konzentrationen ist Cobalt auch für Fische
schädigend und in sehr hohen Konzentrationen sogar
tödlich. Im Falle eines Fischsterbens sollte das
Gewässer darum auch auf Cobalt untersucht werden.
|
Arten |
Konzentration
(mg/l) |
Auswirkung |
|
Flußflohkrebs |
1 |
schädlich |
|
|
8 |
tödlich |
|
Forelle |
30 |
schädlich |
|
|
35 |
tödlich |
|
Karpfen |
90 |
schädlich |
|
|
150 |
tödlich |
|
Schleie |
100 |
schädlich |
|
|
125 |
tödlich |
Cyanid
Caynid ist das Salz
der Blausäure. In der Natur kommt Cyanid in bitteren
Mandeln oder Obstkernen vor.
Cyanidsalze werden
oft in der chemischen Industrie benötigt oder als
Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Cyanid ist
hochgiftig, da es den Sauerstoffaustausch der Zellen
blockiert.
Je höher der PH-Wert
eines Gewässers ist, desto stärker ist die Wirkung
von Cyanid.
Im Falle eines
Fischsterbens sollte das Gewässer auch auf Cyanid
untersucht werden.
Die Werte der
folgenden Tabelle beiehen sich auf einen PH-Wert von
7 bis 8:
|
Fischart |
Wert (mg/l) |
Auswirkung |
|
Fische |
0,025 bis 0,05 |
tödlich |
|
Regenbogenforelle |
0,028 bis 0,068 |
tödlich |
|
Flussbarsch |
0,1 |
tödlich |
|
Rotauge |
0,11 |
tödlich |
Eisen
Fischfleisch enthält
pro Kg bis zu 1 mg Eisen. Das Eisen ist in
ungelöster Form sehr wichtig für die
Aufrechterhaltung bestimmter Körperfunktionen.
Im Wasser gelöstes
Eisen hingegen kann bei geringen ph-Werten für
Fischbrut und Fischlaich tödlich sein. Jedoch nicht
nur gelöstes Eisen, sondern auch Eisenocker kann in
einem Gewässer für Fische und Fischlaich
problematisch sein. Eisenocker kann bei Fischlaich
zum Absterben führen, wenn dieser die Fischeier
überzieht und somit einen Sauerstoffaustausch
verhindert. Die scharfen Kanten der Eisenpartikel
können ebenfalls die Kiemen der Fische schädigen.
Bei einer
regelmäßigen Gewässeranalyse muss Eisen nicht
routinemäßig erfasst werden, vielmehr sollte man auf
Eisenockerablagerungen im Gewässer achten.
|
Fischart |
Messwert
(mg/l) |
Auswirkung |
|
Fischbrut |
0,1 bis 0,3 |
Schäden in der
Entwicklung |
|
Salmoniden |
0,3 |
schädigend |
|
Bachsaibling |
0,5 |
tödlich bei ph
kleiner 5 |
|
Lachs, |
bis 0,75 |
maximal zulässig
zum Erbrüten |
|
Lachseier |
bis 1,5 |
maximal zulässig
zum Erbrüten |
|
Karpfen |
0,9 |
schädigend |
|
Regenbogenforelle |
5 bis 10 |
maximal zulässig
zur Aufzucht |
|
Fische |
14 |
tödlich |
Färbung des
Gewässers
Die Färbung eines
Gewässers kann schon Hinweise auf die Verunreinigung
eines Gewässers geben.
Zur Analyse wird eine
Gewässerprobe in einer dünnwandigen, Glasflasche aus
Weißglas entnommen und die Probe vor einem weißen
Hintergrund betrachtet.
|
Farbe |
Ursache |
|
gelblich |
Schlamm oder Ton |
|
bräunlich |
Huminsäuren aus
moorigen Gewässern |
|
grünlich |
Plankton |
|
rötlich |
Eisenocker |
|
milchig grau |
häusliche
Abwässer
(Geruchsprobe
sollte erfolgen) |
|
grau - schwarz |
faulige Abwässer
(Geruchsprobe
sollte erfolgen) |
Fluor
Fluor ist ein
wichtiges Spurenelement für Mensch und Tier, in hohen
Konzentrationen wirkt es jedoch giftig.
Gesamthärte
Die Gesamthärte gibt
an, wie viel Calcium-, Magnesium-, Strontium- und
Barumionen in Form von Carbonaten oder
Hydrocarbonaten im Wasser enthalten sind.
Die Gesamthärte des
Wassers hängt jeweils von der geologischen
Beschaffenheit des Bodens ab. Abweichungen von
diesen Gegebenheiten geben jedoch Hinweise auf
Verunreinigungen.
Die Gesamthärte wird
in Grad (Härtegrade) angegeben. 1 Härtegrad
entspricht dem Vorkommen von 10 mg Calciumoxid pro
Liter Wasser.
In vulkanischen
Basaltgebieten findet man oftmals besonders weiche
(also Kalkarme) Gewässer vor. In Gegenden in denen
viel Kalk oder Gips vorhanden ist, findet man
besonders harte Gewässer mit einer Wasserhärte von
bis zu 100 Härtegrade vor.
Gegenden mit hohen
Härtegraden weisen oftmals besonders ertragreiche
Fischgewässer auf.
Kalium
Kalium gelangt
oftmals über Dünger in die Gewässer. Selbst in hohen
Konzentrationen ist Kalium für Fische nicht giftig,
kann jedoch zu Schädigungen führen. In extrem hohen
Konzentrationen (100mg/l) wirkt Kalium jedoch auch
als Gift und somit tödlich.
Ein Kg Fischfleisch
kann bis zu 4g Kalium enthalten, somit leistet
Fischfleisch einen hohen Beitrag zur menschlichen
Ernährung.
Kohlensäure
Kohlensäure ist das
Reaktionsprodukt von Kohlendioxid, welches bei
Fischen Appetitlosigkeit, geringes Wachstum und
geringe Widerstandskraft gegen widrige Einflüsse
hervorrufen kann, mit Wasser und kommt im Wasser als
gebundenes Carbonat, Bicarbonat, Magnesiumcarbonat,
Magnesiumbicarbonat freier oder überschüssiger
Kohlensäure vor.
Den Gehalt an
gelöster Kohlensäure kann man mittels des SBV Wertes
(Säurebindungsvermögens) in Verbindung des
jeweiligen pH-Wertes und dem jeweils zugehörigen
Faktor errechnen:
Kohlensäuregehalt
mg/l = SBV * Faktor
|
pH-Wert |
Faktor |
|
6,0 |
118,0 |
|
6,1 |
94,0 |
|
6,2 |
75,0 |
|
6,3 |
59,0 |
|
6,4 |
47,0 |
|
6,5 |
37,0 |
|
6,6 |
30,0 |
|
6,7 |
24,0 |
|
6,8 |
19,0 |
|
6,9 |
15,0 |
|
7,0 |
12,0 |
|
7,1 |
9,4 |
|
7,2 |
7,5 |
|
7,3 |
5,9 |
|
7,4 |
4,7 |
|
7,5 |
3,7 |
|
7,6 |
3,0 |
|
7,7 |
2,4 |
|
7,8 |
1,9 |
|
7,9 |
1,5 |
|
8,0 |
1,2 |
|
Fischart |
Wert (mg/l) |
Auswirkung |
|
Brut von
Salmoniden |
> 20 |
schädigend |
|
Salmonieden |
>30 |
schädigend |
|
|
>140 |
tödlich |
|
Brut von
Cypriniden |
>25 |
schädigend |
|
Karpfen |
>50 |
schädigend |
|
Schleie,
Karausche |
>100 |
schädigend |
|
Cypriniden |
>250 |
tödlich |
|
Fische |
10 bis 15 |
tödlich unter Eis |
Kupfer
Kupfer ist für alle
Fische hoch giftig. Die Giftigkeit wird durch das
Vorkommen von Cadmium und Zink noch verstärkt, ist
aber vom jeweiligen SBV Wert des Wassers abhängig.
|
Fischarten |
Werte
(mg/l) |
Auswirkung |
|
Salmoniden |
0,006 |
schädigend bei
SBV < 2 |
|
|
0,030 |
schädigend bei
SBV > 2 |
|
Regenbogenforellenbrut |
0,0038 |
schädigend |
|
Regenbogenforellen |
0,0033 |
schädigend |
|
Karpfenbrut |
0,003 |
schädigend |
|
Karpfen |
0,004 |
schädigend |
|
Fischbrut |
0,1 |
tödlich |
|
Fische |
0,3 bis 0,9 |
tödlich |
Leitfähigkeit
des Wassers
Die Leitfähigkeit des
Wassers drückt den Salzgehalt des Wassers aus. Sie
wird normaleerweise mit speziellen Messgeräten
ermittelt und wird in Microsiemens pro Zentimeter
angegeben.
|
Art des
Wassers |
Wert (Microsiemens
/ cm) |
|
destilliertes
Wasser |
< 3 |
|
Regen- oder
Schmelzwasser |
50 bis 100 |
|
sehr schwach
mineralisiertes Oberflächenwasser |
50 bis 200 |
|
schwach
mineralisiertes Oberflächenwasser |
200 bis 500 |
|
mineralisiertes
Wasser (Grund oder Quellwasser) |
500 bis 2000 |
|
Mineralwasser |
> 2000 |
|
versalzenes
Wasser |
> 10000 |
Magnesium
Magnesium kommt
teilweise in Gewässern in sehr hohen Konzentrationen
vor, ist für Fische jedoch nicht schädlich oder
giftig.
Mangan
Mangan ist ein
Nervengift und wirkt in hartem Wasser verstärkt.
|
Fischart |
Wert (mg/l) |
Auswirkung |
|
Regenbogenforellenbrut |
ab 1 |
hohe
Sterblichkeitsrate |
|
Regenbogenforelle |
75 |
schädigend |
|
|
100 |
tödlich |
|
Karpfen |
600 |
schädigend |
|
|
650 |
tödlich |
|
Schleie |
1200 |
schädigend |
|
|
1500 |
tödlich |
Natrium
Natrium kommt in
natürlicher Form recht wenig in Gewässern vor, so
ist beispielsweise im Grundwasser nur ein geringer
Anteil von Natrium vorhanden. Im Oberflächenwasser
kann Natrium jedoch in größeren Mengen vorhanden
sein, was auf die Einleitung von z.B. Kochsalz durch
Abwässer schließen lässt. Da Natrium kein Fischgift
ist, werden Gewässerproben normalerweise nicht auf
Natrium hin untersucht. Erst ein Vorhandensein von
24 Kg Natrium pr Liter Wasser wirkt sich auf Fische
tödlich aus.
Nickel
Gewässerproben werden
normalerweise nur im Falle eines Fischsterbens auf
Nickel untersucht.
|
Tierart |
Wert (mg/l) |
Auswirkung |
|
Flussflohkrebs |
2,5 |
schädlich |
|
|
15 |
tödlich |
|
Regenbogenforelle |
25 |
schädlich |
|
|
30 |
tödlich |
|
Karpfen |
45 |
schädlich |
|
|
50 |
tödlich |
|
Schleie |
55 |
schädlich |
|
|
60 |
tödlich |
Nitrat
Nitrat sollte bei
jeder Gewässeruntersuchung routinemäßig erfasst
werden, da es die Endstufe des biologischen Abbaus
von Ammoniumverbindungen ist. Weiterhin ist es als
Hauptbestandteil in Düngemitteln vorhanden.
So ist beispielsweise
in unbelasteten Gewässern so gut wie kein Nitrat
vorhanden, wohingegen in belasteten Wässern ein
hoher Anteil an Nitrat gemessen werden kann. Ein
hoher Nitratwert ist also stets ein Hinweis von
Fäkalien- oder Düngemitteleinleitungen.
Nitrat an sich ist
für Fische nicht giftig, es führt jedoch zu einem
erhöhtem Pflanzenwachtum, welches unter Umständen zu
Veränderungen des pH-Wertes führen, sowie einen
Sauerstoffmangel erzeugen kann.
|
Gewässergüteklasse |
Gewässerbelastung |
Messwert
(mg/l) |
|
I |
unbelastet |
0,8 bis 1,8 |
|
I bis II |
gering belastet |
1,0 bis 3,9 |
|
II |
mäßig belastet |
1,9 bis 4,7 |
|
II bis III |
kritisch belastet |
2,4 bis 6,4 |
|
III |
stark belastet |
2,9 bis 7,3 |
|
IV |
sehr stark
belastet |
3,8 bis 12,2 |
Nitrit
Ebenso wie Nitrat
sollte auch Nitrit routinemäßig bei einer
Gewässeruntersuchung erfasst werden. Beim
übermäßigen vorhanden sein von Nitrit ist es sehr
wahrscheinlich, das ungeklärte oder schlecht
geklärte Abwässer in ein Gewässer eingeleitet
wurden.
|
Gewässergüteklasse |
Gewässerbelastung |
Messwert
(mg/l) |
|
I |
unbelastet |
0,003 bis 0,01 |
|
I bis II |
gering belastet |
0,008 bis 0,03 |
|
II |
mäßig belastet |
0,018 bis 0,05 |
|
II bis III |
kritisch belastet |
0,025 bis 0,10 |
|
III |
stark belastet |
0,056 bis 0,21 |
|
III bis IV |
sehr stark
belastet |
0,092 bis 0,28 |
|
IV |
übermäßig stark
belastet |
0,090 bis 0,45 |
Da Nitrit das
Kiemenepithel von Fischen schädigt ist es
außerordentlich giftig. Die Giftigkeit wird durch
den pH-Wert beeinflusst. Je niedriger der pH-Wert
eines Gewässers ist, desto giftiger ist es für
Fische.
|
Fischart |
Wert (mg/l) |
Auswirkung |
|
Salmoniden |
0,03 |
schädlich bei SBV
< 2, bei pH 7 |
|
|
0,2 |
schädlich bei SBV
>2, bei pH 7 |
|
Regenbogenforelle |
0,24 bis 11,0 |
tödlich bei pH 8 |
|
Cypriniden |
0,06 |
schädlich bei SBV
< 2, bei pH 7 |
|
|
0,4 |
schädlich bei SBV
> 2, bei pH 7 |
|
Schleie |
9 bis 10 |
tödlich |
|
Rotauge |
20 |
tödlich |
|
Karpfen |
32 bis 40 |
tödlich bei pH
7,6 |
Pestizide
Pestizide kommen in
der Natur nicht vor und sind ein Künstliches
Produkt. Sie sind für Fische hochgiftig, hinzu kommt
noch, dass sie, mit einer Halbwertzeit von 12 bis 20
Jahren, extrem langsam abgebaut werden. Mittlerweile
sind sie, durch die regelmäßige Nutzung in der
Landwirtschaft so sehr verbreitet, das sie in fast
jedem Gewässer nachgewiesen werden können.
pH-Wert
Der pH-Wert sollte
bei jeder Gewässeruntersuchung mit erfasst werden,
zumal es sich bei ihm um eine der wichtigsten
Kenngrößen handelt und er auch ohne aufwendige
Meßmethoden recht einfach und schnell zu ermitteln
ist.
Der pH-Wert wird auf
einer Skala von 0 bis 14 angegeben, wobei 0 sehr
saures Wasser und 14 extrem basisches Wasser angibt.
Der pH-Wert ist bei 7,0 neutral.
Gewässer, welche
natürlicherweise einen recht sauren pH-Wert
aufweisen, sind Gewässer in Nadelwäldern, Heide-
oder Moorgebieten. Ebenso kann es vorkommen, das
sich der pH-Wert während der Schneeschmelze oder
durch sauren Regen verringert. Sinkt der pH-Wert
jedoch unter 6,5, so ist dies ein eindeutiger
Hinweis auf Einleitung von Säuren. Saures Wasser
kann die Schalen von Krebsen, Schnecken und Muscheln
angreifen, sowie die Schleimhäute und Kiemen der
Fische verätzen.
Gewässer, welche
natürlicherweise einen basischen pH-Wert aufweisen,
sind Gewässer in kalkhaltigen Gegenden oder Gewässer
mit einer hohen Entwicklung von Plankton. Wird der
Wert von 8,0 überschritten ist dies ein eindeutiger
Hinweis für Einleitungen von gelöstem Kalk, Wasch-
oder waschmittelhaltiges Wasser oder aber Carbid
oder Betonschlämmen.
|
Fischart |
Toleranzbereich |
|
Forelle |
4,0 bis 10,8 |
|
Barsch |
4,0 bis 10,8 |
|
Hecht |
4,4 bis 9,4 |
|
Schleie |
4,4 bis 9,4 |
|
Karpfen |
4,7 bis 10,8 |
|
Rotauge |
5,2 bis 10,4 |
|
Lachs |
6,5 bis 7,5 |
|
Fischbrut |
6,5 bis 8,0 |
Phosphor
Phosphor gehört neben
Calcium zu den wichtigsten Knochenbestandteilen.
Einleitungen von Phosphor oder Phosphorverbindungen
können in hohen Konzentrationen das Gewässer und den
Fischbestand mittelbar schädigen.
Da Phosphor eine sehr
hohe Bedeutung für das biologische Gleichgewicht
hat, ist es ratsam, diesen Wert bei jeder
Gewässeruntersuchung mit zu erfassen. Jedoch sollte
bei stehenden Gewässern beachtet werden, das
planktische Algen während der Vegetationsperiode,
welche in etwa von April bis September andauert, im
Wasser gelöstes Phosphor fast vollständig aufnehmen
und dieser Wert während dieser Zeit nicht messbar
ist. Erst nach dem Absterben der planktischen Algen
im Herbst wird das Phosphor wieder freigesetzt und
somit messbar. Durch Einleitungen in ein Gewässer
wird das Pflanzenwachstum übermäßig angeregt.
Sterben diese Pflanzen ab, wird während des
Abbauprozesses durch Pilze oder Bakterien so viel
Sauerstoff verbraucht, das das Gewässer umkippen
kann, was zwangsläufig zu einem Fischsterben führt.
|
Güteklasse |
Belastung |
Phosphatgehalt in Fließgewässern (mg/l) |
|
I |
unbelastet |
0,03 bis 0,06 |
|
I bis II |
gering belastet |
0,04 bis 0,21 |
|
II |
mäßig belastet |
0,09 bis 0,38 |
|
II bis III |
kritisch belastet |
0,09 bis 0,82 |
|
III |
stark belastet |
0,48 bis 1,35 |
|
III bis IV |
sehr stark
belastet |
0,72 bis 1,98 |
|
IV |
übermäßig
belastet |
1,10 bis 3,00 |
Da viele, wenn nicht
sogar die meisten Angelgewässer starke
Eutrophierungssymtome aufweisen, besteht bei einer
Einleitung oder gar Düngung die Gefahr des Umkippens
eines Gewässers. Um die Eutrophierung dieser
Gewässer zu verringern leistet die Fischerei durch
die Entnahme der Fische, welche bis zu 4g Phosphor
pro Kg Körpergewicht enthalten können, einen
entscheidenden Beitrag.
Phosphor ist im
Wasser in Form von Phosphat oder Superphosphat
gelöst. Der Gehalt dieser Phosphatverbindungen lässt
sich anhand der folgenden Formel leicht berechnen:
1,0mg Phosphor(P)=2,28mg Superphosphat(P2O5)=3,06mg
Phosphat(PO43-)
Quecksilber
Quecksilber ist
hochgiftig und reichert sich besonders bei
fetthaltigen Fischen wie beispielsweise dem Aal
stark an. Seit den 80er Jahren ist der
Quecksilbergehalt in Rhein, Main und Lahn soweit
zurück gegangen, das beim Verzehr von Fischen keine
gesundheitlichen Risiken mehr bestehen.
|
Fischart |
Grenzwert
(mg/l) |
Auswirkung |
|
Regenbogenforellenbrut |
0,024 |
tödlich |
|
Setzlinge des
Bachsaiblings |
0,048 |
tödlich |
|
Regenbogenforelle |
0,15 |
schädlich |
|
|
0,25 |
tödlich |
|
Karpfen |
0,25 |
schädlich |
|
|
0,80 |
tödlich |
|
Schleie |
0,90 |
schädlich |
|
|
1,10 |
tödlich |
Salze
Salze kommen in den
verschiedensten Verbindungen im Wasser vor. Während
Salz in geringen Mengen den Appetit, besonders von
Jungfischen anregt, kann es bei höheren Salzgehalten
zu Schädigungen kommen.
|
Gewässergüteklasse |
Belastung |
Wert (mg/l) |
|
I |
unbelastet |
6 bis 14 |
|
I bis II |
gering belastet |
8 bis 26 |
|
II |
mäßig belastet |
12 bis 35 |
|
II bis III |
kritisch belastet |
22 bis 55 |
|
III |
stark belastet |
28 bis 72 |
|
III bis IV |
sehr stark
belastet |
35 bis 108 |
|
IV |
übermäßig
belastet |
29 bis 240 |
Sauerstoff
Die größte Menge an
Sauerstoff wird bei fließenden Gewässern über die
Wasseroberfläche eingebracht. Bei dem Eintrag von
Sauerstoff über die Oberfläche gilt folgende
physikalische Gesetzmäßigkeit:
Die
Sauerstoffsättigung ist umso größer je geringer die
Wassertemperatur ist.
In Gewässern mit
einem guten Pflanzenbestand kann es sogar passieren,
das tagsüber eine Sauerstoffsättigung von über 100%
festgestellt werden kann. Nachts kann dies jedoch
durchaus in das Gegenteil umschlagen, da die
Pflanzen keinen Sauerstoff mehr produzieren und der
vorhandene Sauerstoff durch die in dem Wasser
lebenden Tiere „veratmet“ wird.
Da der
Sauerstoffgehalt eines Gewässers von größter
Bedeutung ist, sollte dieser Wert bei jeder
Gewässeruntersuchung mit erfasst werden.
|
Gewässergüteklasse |
Belastung |
Richtwert
(mg/l) |
|
I |
unbelastet |
> 8 |
|
I bis II |
gering belastet |
> 8 |
|
II |
mäßig belastet |
> 6 |
|
II bis III |
kritisch belastet |
> 4 |
|
III |
stark belastet |
> 2 |
|
III bis IV |
sehr stark
belastet |
< 2 |
|
IV |
übermäßig
belastet |
< 2 |
Bei dem im Wasser
enthaltenen Sauerstoff sind folgende Werte zu
beachten:
·
Sauerstoffgehalt
·
Sauerstoffsättigung
Beim Sauerstoffgehalt
wird der im Wasser gelöste Sauerstoff in ml/l
gemessen.
Bei der
Sauerstoffsättigung wird angegeben wie viel %
Sauerstoff das Wasser, in Abhängigkeit von der
Wassertemperatur, besitzt.
Sauerstoffgehalt des
Wassers, der einer 100%igen Sättigung entspricht:
|
Temperatur
in °C |
Sauerstoff
in mg / l |
|
0 |
14,16 |
|
1 |
13,77 |
|
2 |
13,40 |
|
3 |
13,05 |
|
4 |
12,70 |
|
5 |
12,37 |
|
6 |
12,06 |
|
7 |
11,76 |
|
8 |
11,47 |
|
9 |
11,19 |
|
10 |
10,92 |
|
11 |
10,67 |
|
12 |
10,43 |
|
13 |
10,20 |
|
14 |
9,98 |
|
15 |
9,76 |
|
16 |
9,56 |
|
17 |
9,37 |
|
18 |
9,18 |
|
19 |
9,01 |
|
20 |
8,84 |
|
21 |
8,68 |
|
22 |
8,53 |
|
23 |
8,38 |
|
24 |
8,25 |
|
25 |
8,11 |
|
26 |
7,99 |
|
27 |
7,86 |
|
28 |
7,75 |
|
29 |
7,64 |
Sauerstoffbedarf verschiedener Fischarten:
|
Fischart |
Toleranzbereich (mg/l) |
Beschreibung |
|
Karpfen |
5,0 bis 9,0 |
Optimalbereich |
|
Schleie |
< 5,0 |
Einstellung der
Nahrungsaufnahme |
|
|
< 0,3 |
tödlich |
|
Forellenartige |
9,2 bis 11,5 |
Optimalbereich |
|
|
< 5,0 |
tödlich über 16
°C |
Säurebindungsvermögen
Das
Säurebindungsvermögen (SBV) wird auch als
Carbonhärte (KH) bezeichnet und beschreibt die
Fähigkeit des Wassers Säuren zu binden. In
unbelasteten Gewässern ist das SBV ein Anhaltspunkt
für den vorhandenen Kohlensäuregehalt und in wieweit
die im Wasser vorhandenen Nährstoffe für die Planzen
verfügbar sind.
Allgemein gilt:
Je höher der SBV-Wert
eines Gewässers, desto geringer ist die Giftigkeit
verschiedener Stoffe gegenüber aquatischen
Organismen und umgekehrt. So verweist ein hoher
SBV-Wert auf ein ertragreiches Fischgewässer hin.
Der SBV-Wert wird in
Millimol pro Liter (mmol/l) gemessen oder aber auch
in Härtegrad angegeben. 0,18mmol/l entsprechen 1°d
(1 grad Härte).
Wenn der Härtegrad
des Wassers bekannt ist, lässt sich daraus mit
folgender Formel der SBV-Wert errechnen:
SBV = Gesamthärte
(°d) X 0,18
|
SBV |
Gewässertyp |
|
< 0,5 mmol/l |
ertragsarmes
Fischgewässer |
|
0,5 bis 1,5
mmol/l |
mäßig fruchtbares
Fischgewässer |
|
> 1,5 mmol/l |
fruchtbares und
ertragreiches Fischgewässer |
|
0,5 bis 1,5
mmol/l |
Karpfenteich |
Soll ein Teich für
die Karpfenzucht genutzt werden, sollte der SBV von
0,5 mmol/l keinesfalls unterschritten werden. Ist
jedoch ein Wert von 1,5 mmol/l vorhanden, so ist
dieser Teich bestens geeignet.
Ein Gewässer mit
einem geringen Säurebindungsvermögen kann durch
Kalkung verbessert werden. Hierzu streut man
Brantkalk (am besten vom Boot aus) ins Wasser. Der
Brantkalk löst sich unter der Bildung von gelöschtem
Kalk im Wasser auf. Jedoch sollte man hier extrem
vorsichtig vorgehen, da der PH-Wert hierdurch auf
über 9 steigt. Ebenso steigt der Ammoniakgehalt. So
kann es passieren, das viele Fische aber auch
Fischnährtiere recht empfindlich auf eine Kalkung
reagieren. Eine weitere Phase der Kalkung mach sich
dadurch bemerkbar, das sich Calciumbicarbonat aus
Calciumcarbonat und Kohlensäure bildet. In dieser
Phase steigt der PH-Wert nochmals an.
Die Vorteile der
Kalkung eines Gewässers sind folgende:
·
Neutralisierung von sauren Gewässern
·
Bindung
und absinken von organischen Partikel im Wasser
·
Durch
Erhöhung der Verfügbarkeit von Nährstoffen wird die
Produktivität des Gewässers erhöht.
·
Die
Gewässerkalkung bewirkt eine Desinfizierung des
Gewässers.
·
Der
bakterielle Abbau von Laub und
Stickstoffverbindungen wird beschleunigt.
Der Kalkbedarf
wird folgendermaßen errechnet:
Als erstes errechnet
man mit flgender Formel das Volumen des Teiches:
Volumen das
Teiches in m3 = Fläche X Tiefe
Um den SBV-Wert um
1mmol/l in einem m3 Wasser zu erhöhen
wird eine Brantkalkmenge von 28 Kg benötigt. Die
benötigte Kalkmenge für einen Teich errechnet man
somit mit folgender Formel:
Brantkalkmenge in
Kg = (Teichvolumen X 28 X Differenz SBV) / 1000
Der im Kalk enhaltene
CaO-Gehalt ist jeweils den Produktangaben des Kalks
zu entnehmen. Diese sollten bei der Berechnung der
Düngermenge beachtet werden:
Düngerbedarf = (CaO-Bedarf
in Kg X 100) / (CaO-Gehalt in % des Düngers)
Die Teichkalkung
sollte entweder von einem erfahrenen Teichwirt oder
unter dessen fachkundiger Aufsicht durchgeführt
werden. Stehende Gewässer sollten bis spätestens
ende März gekalkt worden sein. Soll der Teich
anschließend noch mit Phospat gedüngt werden, sollte
mindestens ein Zeitraum von zwei, besser noch drei
Wochen zwischen der Kalkung und der Düngung liegen.
Die Trübung
(Gewässertrübung)
Die Gewässertrübung
wird von Schwebstoffen, welche sich im Wasser
befinden hervorgerufen. Je nachdem, welche
Eigenschaften die im Wasser befindlichen
Schwebstoffe besitzen, können sie Reizungen der
Schleimhäute oder Kiemen der Fische hervorrufen. Die
Beschaffenheit der Trübstoffe kann durch eine Lupe,
bestenfalls durch ein Mikroskop festgestellt werden.
Eine Gewässerprobe
wird nach folgenden Kriterien beurteilt:
·
Die
Durchsichtigkeit
·
Die
Geschwindigkeit mit welcher sich Schwebstoffe
absetzen
Die Durchsichtigkeit
bzw. die Sichttiefe wird mittels einer sog.
Secci-Scheibe bestimmt. Es handelt sich hierbei um
eine weisse Scheibe mit vier gleichgroßen Löchern.
Zur Bestimmung wird die Scheibe in das Wasser
herabgelassen bis sich die Löcher nicht mehr von der
Scheibe unterscheiden lassen.
Um die
Geschwindigkeit, mit welcher sich Schwebstoffe
absetzen zu bestimmen, nimmt man einen gläsernen
Imhoff Trichter mit einem Liter aufgeschütteltem
Wasser. Verbleiben die Trübstoffe in der Schwebe
handelt es sich um organische Stoffe. Setzen sich
die Trübstoffe erst nach einigen Tagen ab, weißt
dies auf ein Vorhandensein von Tonpartikeln im
Gewässer hin. Sinken die Trübstoffe innerhalb
weniger Stunden ab, weist dies auf eingeschwemmte
Bodenpartikel hin.
Die
Wassertemperatur
Die Wassertemperatur
hängt von vielen äußeren und inneren Faktoren eines
Gewässers ab. Da die Fische ihre Körpertemperatur
nicht selbst regeln können, haben sie sich an die
jeweiligen Bedingungen eines Gewässers angepasst.
Folgende
Fischarten werden somit unterschieden:
·
Fische
welche in kühlen Bachläufen leben, welche eine
Temperatur von 16°C selten überschreiten (z.B. Äsche
oder Bachforelle).
·
Fische,
welche in Gewässern mit recht warmen Temperaturen
von 20°C und mehr leben und sich auch nur in diesen
fortpflanzen können (z.B. Karpfen oder Schleie).
Die Wassertemperatur
und deren Entwicklung sollte bei jeder
Gewässeruntersuchung gemessen bzw. beobachtet
werden.
In stehenden
Gewässern kann die Temperatur an der Oberfläche
stark von der Temperatur in der Tiefe ab weichen.
Aus diesem Grunde sollte man bei jeder
Gewässeruntersuchung die Temperatur des
Oberflächenwassers ebenso messen wie die Temperatur
des Tiefenwassers.
|
Fischarten |
optimaler
Temperaturbereich |
kritischer
Temperaturbereich |
|
Bachforellenbrut
/ -eier |
8 bis 10 °C |
über 12 °C |
|
Bachforellensetzlinge |
14 °C |
|
|
erwachsene
Bachforellen |
14 °C |
länger über 20°C |
|
Regenbogenforellenbrut / -eier |
8 bis 14 °C |
über 22°C |
|
Regenbogenforellensetzlinge |
16 °C |
|
|
erwachsene
Regenbogenforellen |
12 bis 16 °C |
über 24°C |
|
Äschenbrut /
-eier |
10 bis 12 °C |
16°C |
|
Äschensetzlinge |
15 °C |
|
|
erwachsene Äschen |
16 °C |
über 25°C |
|
Karpfenbrut /
-eier |
20 bis 15 °C |
über 32°C |
|
Karpfensetzlinge |
20 bis 30 °C |
über 34°C |
|
erwachsene
Karpfen |
21 bis 25 °C |
über 34°C |
Zink
Zink ist für Fische
und Fischnährtiere hoch giftig. Es verursacht
Bewegungsstörungen und mindert das
Forpflanzungsvermögen.
|
Fischart |
Grenzwert
(mg/l) |
Auswirkung |
|
Fischbrut |
0,001 |
schädlich bis
tödlich |
|
Salmoniden |
0,005 bis 0,04 |
schädlich |
|
Karpfen |
0,3 |
schädlich |
Zinn
Zinn ist
normalerweise für Fische nur in geringem Maße
giftig. Organozinnverbindungen hingegen, können
Leber und Niere von Fischen stören.
|
Fischarten |
Grenzwert
(mg/l) |
Auswirkung |
|
Regenbogenforellen |
0,24 |
anorganisches
Zinn, tödlich |
|
Elritzen |
0,0082 |
Organozinnverbindungen, tödlich |
Eine Zusammenfassung von
Karsten Kalweit (SchwalmAngler)
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