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Kleinbootangeln, ein Stückchen Freiheit

 

Kleinbootangeln, ein Stückchen Freiheit 

Die Sonne lacht vom Himmel und ein leichtes Lüftchen lässt die Oberfläche des Wassers kräuseln.

Die Wellen, von in der Ferne vorbeifahrenden Schiffen, kommen nur noch sehr schwach ans Boot und sorgen für zusätzliche Bewegung in der leichten Drift.

Ein Blick aufs Echolot verrät uns das der Boden steinig ist und die leichten Rucke in der Rutenspitze, beim Aufsetzen des Gummifisches, geben zusätzliche Bestätigung.

Kurz nachdem größere Steine auf dem Bildschirm erscheinen, wird die Rutenspitze meines Freundes nach zwei kurzen Zupfern energisch nach unten gerissen und das Surren der Rollenbremse kündigt den ersten besseren Dorsch des noch frühen Tages an.

Ein Knopfdruck auf dem GPS speichert automatisch die Stelle ab und auch die folgenden Driften über diesen Platz liefern noch schöne Fische die es sich in der Coleman "gemütlich" machen dürfen.

Anglerherz was willst Du mehr.

 

In den folgen Zeilen möchte ich ein wenig auf das verwendete Gerät und die Technik fürs Dorschangeln auf der Ostsee vom Kleinboot eingehen.

Meine Aussagen haben prinzipiell keine allgemeine Gültigkeit, sondern beziehen sich lediglich auf die von mir und meinen Freunden gemachten Erfahrungen. Getreu dem Motto: Viele Wege führen nach Rom.

Man muss nicht unbedingt Eigentümer eines Bootes sein, um auf der Ostsee in den Genuss eines Angelturns zu kommen. An vielen Orten entlang der Küste, von Deutschland bis nach Dänemark, kann man sich Tages- oder auch Wochenweise ein Boot zum selber fahren mieten.

In Deutschland ist dies ohne Bootsschein allerdings nur bis 6 PS möglich. In der kälteren Jahreszeit und bei gutem Wetter oftmals ausreichend, da die Dorsche dann in Küstennähe stehen, auf Tiefen zwischen drei und acht Metern.

Mit steigenden Wassertemperaturen ziehen sich die Leos allerdings in tiefere Gefilde und kühlere Wasserschichten zurück, was in den meisten Fällen auch längere Anfahrten mit sich bringt. Bei dem Mofagetucker welches ein 6 PS Motor in der Regel mit sich bringt, hört der Spaß dann aber schnell auf. Bei aufkommendem schlechten Wetter auf See, ist mir ein 6 PS Motor allerdings zu wenig. Da lobe ich mir unsere dänischen Nachbarn, bei denen man sich auch Boote mit höherer PS-Leistung ohne Führerschein mieten kann. Wie viel PS in Dänemark noch Führerscheinfrei sind, kann man sich mit folgender Formel errechnen:

Bootslänge x Bootslänge + 3 = maximale KW Zahl. Als Beispiel 5,20 x 5,20 + 3 = 30,04 KW

www.hausundboot.dk

www.thf.dk

www.angelcentrum.dk

www.bootsverleih.dk

www.oledehn.dk

www.motorboote-neumann.de

www.fehmarn-bootsverleih.de

www.angeltreff-neustadt.de

www.kalles-angelshop.de

www.wassersport-center.de

www.bootsverleih-ostsee.de

www.wrs-charterboot.de

www.bootsvermietung-steinberghaff.de

Ist die erste Hürde, das beschaffen eines seetauglichen Bootes erstmal genommen, befassen wir uns nun mit der benötigten Ausrüstung. Besenstiele, Abschleppseile und Riesenpilker können getrost zu Hause bleiben, denn wir wollen Fisch und Spaß am Angeln und keine müden und lahmen Arme.

Ruten mit einer Länge zwischen 2,40 und 3,00 Meter und einem Wurfgewicht von 60 bis max. 100g kombiniert mit einer kleinen Stationärrolle der Größe 3000-5000 reichen vollkommen aus. Als Hauptschnur kommen geflochtene Schnüre zwischen 0,12 und 0,17mm in Frage, vor die ein ca. ein Meter langes Vorfach aus 20lbs-25lbs

Amnesia als Puffer geschaltet wird. Das verhindert das Ausreißen der Haken aus dem Dorschmaul und das Beschädigen der geflochtenen Schnur an Steinen.

Die Zeit der Tannenbäume, sprich drei oder mehr Beifänger, ist auch vorbei. Ein Beifänger 40cm Oberhalb des Pilkers oder Gummifisches montiert reicht aus.

Die meisten Angler verwenden hierfür Twister in den Farben: Japanrot, Schwarz oder Schwarz/Rot. Ich hingegen bevorzuge aus Bucktail selbstgebundene Fliegen.

Wobei meine Lieblingsfarben Orange/Schwarz, Pink/Weiß oder Schwarz/Rot sind. Ein wenig Glitter eingebunden schadet auch nicht. Vorteil gegenüber den Twistern, sie spielen auch bei der geringsten Strömung, einfach in der Abdrift gehalten verführerisch im Wasser und durch das geringe Eigengewicht kann leichter gefischt werden.

Ob man nun am Ende der Montage einen Pilker, einen Shad, eine Dorschbombe oder sonst was hängt, ist Geschmackssache. Wie gesagt, viele Wege führen nach Rom bzw. "Wer fängt hat Recht".

Ich persönlich fische lieber mit Gummifischen, weil dort die Hängergefahr und das Abreißen, im Gegensatz zum Pilker deutlich geringer ist.

Gleichzeitig ist es nicht so ermüdet wie das stundenlange Pilken. Zum Gewicht der verwendeten Köder kann man sagen: So leicht wie möglich und so schwer wie nötig.

Der Köder soll schließlich im Wasser "spielen" und nicht wie ein Stein zu Boden sinken, gleichzeitig aber schwer genug sein um immer wieder Grundkontakt zu bekommen. Bei meinem letzten Trip liefen bei mir selbstgebundene Bucktailjigs in Schwarz/Orange mit 15cm langen schwarzen Culprit Würmern sehr gut.

Fängige Farbmuster gibt es viele und oftmals können sie sich von Tag zu Tag und manchmal bereits nach Stunden ändern.

Ein guter Anhaltspunkt für die richtige Farbwahl bietet oftmals der Mageninhalt des ersten gefangenen Dorsches. Denn auch die Farbe der Krebse,

eine Hauptnahrungsquelle der Dorsche, ändert sich je nach Tages oder gar Jahreszeit. Aber die Farben Orange/Schwarz, Schwarz/Rot, Japanrot und Motoroil gehören in jede Kiste. Bei den Marken vertraue ich hauptsächlich auf Kopytos von Relax, Attractors von Profiblinker oder Jellyworms von Culprit. Die Angeltiefe richtet sich nach der Jahreszeit und der damit verbundenen Wassertemperatur. Als Faustregel kann man sagen, im Winter flach und im Sommer tief und je flacher man fischt desto leichter kann man angeln und je tiefer man fischt desto schwerer muss man angeln.

Ob man nun in der Andrift oder in der Abdrift fischt, ist Geschmackssache und im Gegensatz zum Kutterangeln hat man hier freie Wahl.

Von den Fängen her konnte ich keinen Unterschied feststellen, zumindest so lange die Strömung eine vernünftige Drift hergibt.

Bei schwacher oder gar fehlender Drift ist es aber besser wenn man aktiver fischt und durch werfen einen größeren Bereich ums Boot abfischt. Des weiteren kann man sagen das Abdrift höhere Gewichte erfordert als Andrift.

Nachdem die Grundausrüstung steht, noch einige nützliche Utensilien und Ausrüstungsgegenstände.

Da Dorsche bei warmen Wetter schnell verderben, empfiehlt sich der Gebrauch einer geräumigen Kühlbox. Eine 68L Coleman ist genau richtig. Drei bis vier mit Wasser gefüllte und gefrorene 1,5L Plastikflaschen, halten den Fang bis zum Abend selbst im Sommer schön kühl.

Ein Kehlschnitt nach dem Betäuben sorgt für schneeweißes Filet. Wer einmal den Unterschied gesehen und geschmeckt hat weiß wovon ich rede.

Ein GPS und Echolot hilft beim Wieder finden der fängigen Plätze, denn auf dem Wasser ist die Orientierung ohne Anhaltspunkte sehr schwierig.

Ist man mit mehreren Anglern und Booten unterwegs kann man sich mit Hilfe von Walkie-Talkies gut und kostenlos von Boot zu Boot verständigen und sich über erfolgreiche Farbmuster oder Angeltiefen austauschen.

Abschließend noch ein Wort zur Sicherheit. Vergewissern sie sich vor jeder Ausfahrt ob folgende Gegenstände an Board sind: Anker mit langem Ankerseil, Schöpfkelle und pro Person eine Rettungsweste. Das Stehen im Kleinboot sollte grundsätzlich vermieden werden, weder zum Drillen noch fürs "kleine Geschäft".

Für letzteres benutzt man die Schöpfkelle. Die meisten Angler die beim Bootsangeln ertrunken sind, sind beim stehenden Pinkeln über Board gegangen.

Ein Handy sollte auch dabei sein und die ungefähre Zeit wann man zurück ist, sollte man dem Vermieter mitteilen.

Bei drohendem Wetterumschwung den Angeltag lieber vorzeitig beenden und rein fahren. Die Gesundheit oder das Leben kann man nicht mit Dorsch aufwiegen oder wie man in England sagt: Better save than sorry!

In diesem Sinne, viel Spaß auf der Ostsee

Carsten Waldhausen

 

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