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Kleine Zander...,große Zander


Kleine Köderfische , kleine Zander ?
Große Köderfische, große Zander ?


Nur wenig Angler fischen gezielt auf große Zander, die größeren Exemplare
werden oft als Zufallsfang gefeiert. Aufgrund des kleineren Mauls ( im
Gegensatz zum Hecht ), vertreten immer noch viele Angler die Meinung , dass die
stacheligen Räuber nur mit Köderfischen in Fingerlänge an den Haken zu
bringen sind. So fischte ich selbst viel Jahre, doch dann kam der große
Aha-Effekt... !

Wer sich mit dem Zander und seiner Lebensweise genauer beschäftigt, bekommt
ein anderes Bild über das Fressverhalten. Zander sind im Grunde gesellige
Fische , die gern in kleineren Rudeln umherstreifen. Sie verhalten sich ähnlich wie Barsche bei der Jagd, erst Panik in den Fischschwarm bringen und sich dann gezielt ihren Anteil heraus picken. Die größeren, erfahrenen Exemplare mutieren mit der Zeit zu Einzelgängern. Sie verlassen das streunende Rudel und ziehen sich schattige Unterstände zurück.
Ich will euch den begehrten Stachelritter mal etwas näher bringen. Betrachten wir mal die Entwicklung des Zanders vom Brutfisch zum Urvieh mit Hundszähnen :
Als Brutfisch macht er noch im Schwarm die Gewässer unsicher und ernährt sich von kleinen Krebsen, Bachflöhen und anderen Kleingetier. Mit zunehmendem Alter bilden sich kleinere Rudel und diese jagen dann gemeinschaftlich nach fingerlangen Fischchen wie Lauben, Rotaugen, usw. . Die Rudel haben zwar nicht mehr den Schutz.

 

des Schwarmes , erhöhen aber ihren Jagderfolg. Je größer die Fische werden um so
mehr steigert sich auch die Nahrungsaufnahme. Irgendwann steht Energieverbrauch und die Jagdausbeute nicht mehr im angemessenen Verhältnis und somit sondern sich die Alttiere (5-6 Jahre) vom Rudel ab. Feste Standplätze werden gegen das Vagabundenleben getauscht , was nicht heißen soll , dass sie ihre Geselligkeit aufgeben. Zum Zeitpunkt der Laichzeit verteidigt das Männchen vehement die Brut im Nest.
 

An Unterständen wie Brückenpfeilern, großen Steinen , versunkenen Gemäuern oder
Bäumen (Talsperren), Steinpackungen, Spundwänden mit Steinschüttung zur
Befestigung, können sich mehrere Großzander aufhalten. Im Gegensatz zur
Rudeljagd, die meist in der Dämmerung und im Morgengrauen statt finden , jagen
die Alten nach Bedarf.
Der tote Köderfisch liegt ganz weit vorn, handlange Happen sind angesagt –

Da sie nicht mehr in der Gruppe den Kleinfischschwärmen hinterjagen, stellen
sie jetzt den größeren Exemplaren nach. 15-20cm lange Futterfische stehen jetzt
auf dem Speiseplan. Für uns Angler zählt nun : Weg vom Fingerfood , hin zum
dicken Happen.
Handlange Rotaugen und Döbel haben sich bestens bewährt , als Geheimtipp wird
der Barsch gehandelt. Dies bedeutet auch , dass nicht jeder Angeltag mit Erfolg
gekrönt ist.

Tipp für Flussangler: Schuppen und Schwanzflosse (siehe Bild) entfernen
somit dreht der Köfi sich nicht in der Strömung und verdrallt die Schnur.

Mit großen Einzelhaken gegen erfahrene Opas und Omas:

 

1. Hauptschnur
2. Tiroler - Hölzl
3. Perle
4. Wirbel
5. Schlaufe
6. Köderfisch
7. Einzelhaken
 

Ist nicht mit Hechtbissen zu rechnen , verfahre ich bei meiner Montage wie
folgt: Das Vorfach besteht aus einer weichen geflochtenen 0.35er Schnur, als
Zandergreifer knüpfe ich einen großen Einzelhaken ( 2/0 – 5/0 , je nach
Ködergröße) ans Ende. Das Vorfach wird mittels Ködernadel durch das Köfimaul zur Schwanzwurzel geführt bis nur noch die Hakenspitze aus dem Maulwinkel herausschaut.
Testen sie selbst, formen sie mit Zeigefinger und Daumen einen Kreis wie ein
Zandermaul und führen den Köfi hindurch den Haken werden sie nicht bemerken , genau wie der Zander. Damit der Köderfisch auf dem Vorfach schön gestreckt bleibt , knote ich eine Doppelschlaufe (zwei Halbschläge) über die Schwanzwurzel. Ist mit Esoxbissen zu rechnen wird ein weiches Stahlvorfach an Stelle der geflochtenen Schnur verwendet.
Um das Einschneiden an der Schwanzwurzel zu verhindern bietet ein dünner Gummischlauch den nötigen Schutz.
Die Länge des Vorfaches wird dem Gewässer angepasst: ca. 50cm bei Fließ- und
ca. 80cm bei stehenden Gewässern.
 

Freilaufrollen oder ein Gummiband für freien Schnurabzug ( um den Widerstand beim Anbiss zu minimieren ) :
Freilaufrollen oder ein Gummiband als Baitclip am Rutenblank, in dem die Hauptschnur eingeschlauft wird , haben sich als sehr hilfreich erwiesen.
Um das gesamte Gerät abzurunden :
Lange Karpfenruten eignen perfekt sich zum Ausbringen der Montagen und zum Überbrücken von Hindernissen wie Steinschüttungen.

Kapitale Zander kommen in jedem Gewässertyp vor und wenn ihr dort nur die
kleineren Rudelzander überlisten konntet , probiert einfach mal handfeste bzw.
- lange Köder. Der Erfolg wird sich bestimmt bald einstellen. Die Größe der
Köder bezieht sich nicht nur auf die Köderfische , auch bei Kunstködern solltet ihr eine
Nummer größer und länger wählen als bisher.

 

Viel Erfolg
Gruß Achim (Velojupp)
Redaktion angelmagazin.com

 

Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?

Dann schreibt doch einen kleinen Bericht dazu.

Wir veröffentlichen gern auch eure Erlebnisse rund um die Fischwaid
 

Kontakt: info@angelmagazin.com
 

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