Ein Wochenende auf einem Kleinkutter
in Heikendorf

Im Februar hatte ich durch Zufall von einem Minikutter
gehört, der private Ausfahrten von Heikendorf aus
durchführt. Ich recherchierte einige Zeit, bis ich mit
Falk einen Ansprechpartner fand , der mir dann eine
Ausfahrt zusicherte.
Nach einiger Planung konnte es am Freitagmorgen um 6
Uhr losgehen, doch wer verschlief? ...... Ich !!!
Nun ja, um halb 7 war
ich dann doch beim Heinz angekommen, Franz und er
warteten schon vor seinem Haus. In wenigen Minuten
waren ihre Sachen zu meinen ins Auto gewandert. Nach
weiteren 40 Minuten hatten wir auch Christian in
Dortmund abgeholt und begaben uns auf den Weg Richtung
Kiel.
Wir kamen sehr gut
durch, machten drei Pausen und waren um 14 Uhr in dem
beschaulichen Ort Brodersdorf angekommen. Dort zeigte
uns die nette Frau Opp die wirklich tolle
Ferienwohnung, in der wir die nächsten zwei Nächte
verbringen würden. Für 60 € bei 2 Übernachtungen pro
Mann kann niemand meckern, Frühstück ab 7 wäre auch
noch für 5 € zu buchen gewesen, doch waren wir zu
dieser Zeit schon auf See.

Nach dem Einchecken
machten wir uns auf den Weg in den Hafen Möltenort, wo
wir zunächst unseren Kutter suchten und auch fanden.
Ich hatte ja schon viel von der Dana gehört und somit
nicht sehr überrascht, dass sie zwar alt, aber doch
sehr robust ist. Sauber ist sie auf jeden Fall, wie
man auf den ersten Blick auf das Deck sah.
Wir hatten Hunger
bekommen und besuchten ein nettes Restaurant direkt am
Hafen und aßen bis wir einen Anruf von Falk , unserem
Skipper , bekamen , der uns sagte , dass wir unsere
Angelsachen doch schon auf das Boot bringen könnten ,
er wäre in einer Stunde auch vor Ort . Gesagt, getan!
Wie immer sollten wir später am Tag feststellen, dass
wir statt unseren zwei Ruten nur eine hätten mitnehmen
sollen.
Falk kam und wir
begrüßten uns erst einmal herzlich, da wir uns
schließlich nur aus dem Internet bzw. von einigen
Telefonaten kannten. Er schlug uns schon während eines
Anrufs vor, an diesem Nachmittag schon raus zu fahren,
um ein paar Stellen anzufahren, die für eine kurze
Ausfahrt schon erfolgreich sein könnte. Wir waren
baff, wie viel Technik zum Aufspüren und wieder finden
von Fischgründen an Bord der Dana ist. Kartenplotter,
Echolot, GPS, Radar und die Erfahrung des Skippers
sind klasse Voraussetzungen für tolle Fänge.

Bei dieser kurzen
Ausfahrt von nur 6 Stunden fuhren wir 3 Stellen an und
konnten ca. 50 Heringe, die eigentlich gar nicht mehr
in der Bucht sein dürften, und zwei Dorsche von ca. 50
cm in die Fischkiste legen.

Wir verabredeten uns
mit Falk für 7 Uhr am Samstagmorgen, wo dann noch 6
weitere Angler mit uns hinausfahren wollten.
Wir fuhren dann zu
unserer Wohnung, versorgten den Fisch und tranken
dabei noch das ein oder andere Bier, bevor wir uns zu
Bett legten.
Am Samstagmorgen
standen wir frühzeitig auf, frühstückten und
schmierten uns auch noch ein paar Brote für den Tag.
Gegen 7 Uhr erreichten wir den Hafen und sahen, dass
schon zwei Angler vor uns auf der Dana waren. Es waren
Jürgen (Heggi) und Rüdiger (Ruedi5312) aus dem
Angelforum Angel – Team – Rickling , wo Heinz und ich
auch Mitglieder sind.


Leider ( oder sagen wir
mal, zum Glück für uns ) kamen die 4 weiteren Angler
ohne irgendwelche Nachricht nicht zum vereinbarten
Treffpunkt, sodass wir nur zu siebend auf die Ostsee
fuhren. Auf dem Weg zu den ersten Fangplätzen
begegneten wir immer wieder den großen Kuttern wie der
Forelle, Sirius oder der Dicken Berta, die alle bis zu
52 Angler an Bord hatte. Ehrlich, ich war so froh, auf
dieser kleinen Dana zu sein, mit genügend Platz und
Zeit wie wir wollten.

Bei der Ausfahrt aus
der Kieler Förde hielt Falk kurz an , um
Bonku Bonkuu (der
Kieler – Förde – Geist) zu verabschieden , und um
Rassmus (dem Gott des Windes) und seinem Vater , der
auf der Ostsee per Seebestattung beigesetzt wurde , um
guten Wind und gute Fänge zu bitten . Tolle Tradition,
wie wir fanden!
Zuerst lernten wir,
dass die Windstärken in Bft ( die Abkürzung von
Beaufort ) gemessen werden, die von dem gleichnamigen
englischen Admiral 1806 in eine Skala von 1 – 12
eingeteilt wurden.
Beaufortskala
Wir hatten fast
durchgehend 1 – 2 bft, was sich auch auf eine fast
nicht vorhandene Drift auswirkte.

Nach den ersten Driften
füllten sich langsam aber sicher die Fischkisten.
Natürlich erkundigten wir uns bei Jürgen, Falk und
Rüdiger nach den fängigsten Methoden und Ködern und
fingen damit auch besser wie mit unseren eigenen
Montagen. Besonders freuten wir uns über die Größe der
einzelnen Dorsche, bis zu 75 cm groß waren einzelne,
untermassige wurden so gut wie gar nicht gefangen.


Als gegen 14 Uhr die
größeren Kutter abhupten , um den Rückweg zum Hafen
anzutreten , winkten wir ihnen hinterher , da wir als
privat und nicht kommerziell Fahrende so lange auf See
bleiben konnten , wie wir es wollten . Wir konnten die
Einladung von Falk mit Dieselbeteiligung, einer Kiste
Bier und einer Flasche Aquavit wieder gutmachen. Das
wirkte sich dann auch auf den Spaß im Boot aus.


Denn nachdem die Kutter
weg waren, hatten wir einige Stunden fast für uns
allein auf See, wobei wir weitere schöne Fische landen
konnten. Gegen 8 Uhr abends frischte der Wind auf 3-4
bft und machte das Fischen für uns Landeier
ungemütlich. Doch hielten wir wacker durch bis wir um
21 Uhr wieder im Hafen lagen und dort die insgesamt 32
Dorsche filetierten. Auch dabei konnten wir Tipps der
Ostsee – Erprobten erfahren, wie man grätenfreie
Filets erhält ohne viel Abschnitte zu bemängeln.

Wir unterhielten uns
noch eine Weile mit den Jungs und verabschiedeten uns
mit dem festen Vorhaben, solch eine Tour noch einmal
zu unternehmen.
Auf dem Weg zur Wohnung
machten wir noch einen Besuch in einem gemütlichen
Lokal und aßen dort zu Abend. Zuhause angekommen
schauten wir noch das Sportstudio und fielen ermattet
in die Betten.
Morgens dann machten
wir uns nach dem Frühstück daran, die Filets in Tüten
zu verpacken und in die Kühlboxen zu legen.
Nach der
Schlüsselabgabe und dem Lob zu der tollen
Ferienwohnung verabschiedeten wir uns von Frau Opp und
fuhren zum U – Boot – Ehrendenkmal in Möltenort und
zum Ehrenmal in Laboe , wenn man schon mal in der Ecke
ist , sollte man das doch auch gesehen haben , es ist
wirklich eindrucksvoll.


Auf der Fahrt nach
Hause redeten wir noch lange über diese tolle Tour,
die wunderschöne Dana und die aufgeschlossenen
Menschen, die wir kennen gelernt haben.
Fazit dieser Angeltour:
Ich fahre im Sommer noch einmal nach Heikendorf, miete
mich und eventuell meine Familie bei Frau Opp ein,
frage Falk, ob ich vielleicht mit an Bord darf und
erlebe wahrscheinlich wieder einen ganz tollen Urlaub
an der Ostsee!
Hier ist die Adresse
und Telefonnummer von Frau Opp zu finden:
http://www.ferienwohnungen.de/ferienwohnung/5140/
Wir haben bei Frau Opp
gewohnt, die ihr Haus auf der Ahrenshorst 9 hat,
einfach bei Evi Opp nachfragen oder selbst dort
anrufen:
Tel: 04343/8637
Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?
Dann schreibt doch einen kleinen Bericht
dazu.
Wir veröffentlichen gern auch eure
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