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Schleppfischen auf Hecht


 

(Ruderboot)

Eine meiner bevorzugten Methoden dem Hecht nachzustellen und ich würde auch fast behaupten, die effektivste auf Kapitale, vorausgesetzt man hat ein geeignetes Ruderboot zur Verfügung, was natürlich auch dementsprechend ausgerüstet sein muss. Ein E-Motor kann hilfreich sein, wenn man seine Köder und Systeme stressfrei, langsam und bei gleichmäßigem Tempo ablassen will. Des Weiteren sollte das Boot über stabile und bestenfalls, verstellbare Rutenhalter verfügen. Diese müssen die Ruten fest und sicher an Ort und Stelle halten. 

Da eine lange Zeit gerudert wird, empfehlen sich leichte, schlanke und bestenfalls gelagerte Ruder für ermüdungsfreies fischen.  

Mit dem Ruder übrigens, kontrolliert man die am Heck laufenden Köder und kann über Ruderschläge und je nach Tempo die Köder kontrollieren. Je nach Art des Köders, taucht er wieder auf oder sinkt. Mit der Zeit erkennt man das Spiel der Köder und setzt dieses auch sofort in die Praxis um und benutzt es um z.B. Hindernisse durch gekonnte Schnurbögen und auftauchenden Ködern zu passieren. 

Nun kann es auch schon losgehen, rein in das Boot und an die Spots. Nur woher weiß ich, wie tief ich schleppen soll oder kann und z.B. wie viel Schnur lasse ich eigentlich raus. Hierzu ein paar Tipps.

 

- Gerät & Zubehör 

Rute: Dabei sollte es sich um ein robustes und hochwertiges Produkt handeln, da man manchmal schon ganz schön kämpfen muss. Des weiteren sollte die Rute eine leichte Spitzenaktion aufweisen und ein Wurfgewicht von 100g decken die gesamte Köderpalette samt Gewichten ab.   

Rolle: Stabile Stationärrolle oder Multi mit mind. 150m Schnurfassung  

Schnur: Ich empfehle ein Geflecht mit ca. 20kg Tragkraft und mehr (Whiplash) 

Vorfach: Stahlforvach 7x7, Flexonit oder HardMono mit stabilen Wirbeln (Bitte auf Tragkraft und Qualität achten)

  

- Schleppkupplung  

Eine Schleppkupplung kommt dann zum Einsatz, wenn man z.B. leichte Schlepplöffel, Blinker,

Gufi’s & Co auf Tiefe bringen will. Hierbei hängt man Gewichte bis zu 150g in die Mitte der Kupplung und montiert sie zwischen Hauptschnur und einem langem Vorfach.

Zur Orientierung: Gewichte um die 40g laufen in Tiefen von 3-5 Metern, 80g ca. 6-8m je nach Köder.

  

 

- Sbirolino 

Auch ein Sbirolino ist sinnvoll, da er meines Erachtens etwas mehr Aktion in den Köder bringt und zusätzlich noch eine breitere Wasserschicht absucht. Am liebsten verwende ich hierbei halbsinkende Modelle der Größe 20. 

 

  

Wie viel Schnur lasse ich raus? 

Sicherlich hat sich jeder bei seiner ersten Schlepptour gefragt, wie viel Schnur lasse ich eigentlich raus und man fing an zu probieren. Ich bin zu einem Minimum und Maximum gekommen, bei der man nur die zu befischende Tiefe als Grundlage nehmen muss.

Markierungen an der Schnur sind dabei vom Vorteil.

 

Bei einer Schlepptiefe:              bis zu 6 m >                   3040 m

ab 6 m >               2030 m

 Geschwindigkeit

Man sollte so zwischen 1 und 4 km/h schnell schleppen, dabei wird durch gezielte Ruderschläge mit den Ködern gespielt. Wobei es aber auch auf die Jahreszeit und Wetterlage ankommt und im Winter oder auch in einem heftigem Sommer kann dann wiederum Zeitlupenschleppen angesagt sein und man muss sich quasi driften lassen und zwischendurch mit ein paar gefühlvolle Ruderschlägen das Boot und den Köder manövrieren. Je nach Geschwindigkeit imitieren wir ein anderes Verhalten des Köders, von taumeln bis hin zur schnellen Flucht. Achtet aber auf die Bewegungen eurer Köder, da sich jeder etwas anders verhält. 

Tiefen 

(Diese Tiefen beziehen sich auf die ideale Wassertemperatur von 15°C) 

Helles/Sonniges Wetter: Sonnenaufgang = 2-4 m, Vormittag = 4-6 m, Mittag = 4-10 m, Nachmittag = 4-6 m, Sonnenuntergang = 2-4 m
 

Dunkles/Bedecktes Wetter: Sonnenaufgang = 0-3 m, Vormittag = 4-6 m, Mittag = 4-6 m, Nachmittag = 4-6 m, Sonnenuntergang = 0-3 m

Allgemeines, Wetter & Temperatur

Die Tiefen sind beim schleppen entscheidend, auf keinen Fall sollte man zu Tief schleppen, da wir sonst unsere Köder unter dem Raubfisch präsentieren und der Hecht seine Beute meist von hinten und unten attackiert. Das der Hecht auch meist mit der Sonne im Rücken steht, sollten wir uns dies zu Nutzen machen und demnach unsere Köder präsentieren.

Wollen wir Uferbereiche abschleppen, da wir dort mögliche Unterstände vermuten, schleppen wir immer vom Ufer weg. Das heißt, das steil angefahren wird und wir uns im Zickzackkurs dem Ufer entlang bewegen. Nach gewisser Zeit auch mal drehen und wieder zurück am Ufer entlang. So können wir systematisch die Spots befischen und bieten die Köder über und vor dem Hecht an.

Hierbei erweisen sich Gewässerkenntnisse oder ein Echolot als besonders Hilfreich.

Ideale Fangtemperaturen belaufen sich von 10°C - 17°C, hierbei verdaut der Hecht am schnellsten (ca. 2 Tage). Bei Temperaturen um die 10° kann die Verdauung schon mal eine Woche dauern und das heißt das das Raubverhalten vermindert ist. Eigentlich fischt man bei Temperaturen um die 15° von 0-10 Metern Tiefe und jederzeit sind Kapitale im Freiwasser möglich. Bei 10° sollte man Uferbereiche, Mulden und Barschberge anfahren. Darunter eher eine langsame Köderführung und bei Sonne auf jeden Fall die Oberflächen im Uferbereich abklappern. Bei Temperaturen über 20° C mal den Köder etwas schneller anbieten um zum Biss zu verleiten. Im Hochsommer allerdings bei über 25°C wird der Hecht wieder träge und es ist schwer einen zu überlisten.

Dann währe da noch die Sache mit der Köderwahl. Da dies aber auch ein Qual ist, überlasse ich sie euch und gebe euch nur den Tipp, die gesamte Montage auf den Köder abzustimmen, immer auf Qualität zu Achten und nach jedem Drill die Montage zu überprüfen. Es währe schade, seinen Traumfisch hinterher schauen zu müssen.

Weiteres folgt.

MfG Adrian und Petri Heil.

 

 

Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?

Dann schreibt doch einen kleinen Bericht dazu.

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