Navigation

Home
       Deutschland
  Weltweit
    Gewässer
 Rezepte
   Sonstiges

    
 

Angeln Allgemein


 
 
 
 

Unsere Angelforen













 

Angelmagazin-News


 
 

Angeln Sonstiges


 


     

 

Sletterhage Fyr in Ost-Jütland/Dänemark im Mai/Juni 2006


 
Sletterhage Fyr in Ost-Jütland/Dänemark
im Mai/Juni 2006 



Los ging es mit unserem Gespann (Transit samt Anhänger) am Freitag, 26. Mai
um Punkt 12:00 Uhr von Bergisch Gladbach in Richtung  
Südholland an die Oosterschelde. Es regnete in Strömen und auch als wir nach
knapp 4 Stunden Fahrt auf dem Hof der Seeringelwurm-zuchtstation angekommen
waren, wollte das feuchte Nass von oben einfach nicht aufhören. Erst mal mit
dem Manager der Zuchtanlage einen Kaffee getrunken und in dieser Zeit wurden
8 Kilo Seeringler zu jeweils 500 Gramm in Plastikbeutel mit Meereswasser,
Sauerstoff sowie Filterkohle (für die Ausscheidungen der Würmer) gefüllt und
anschließend in 2 große Styroporkisten verpackt.


 

Nach ein dreiviertel Stunde Aufenthalt dort, ging es bei immer noch
strömenden Regen weiter Richtung Ost-Jütland. Es sollte eine wirklich lange
Fahrt vor uns liegen, die nach knapp 14 Stunden bei andauerndem Regen um
kurz vor 7:00 Uhr am Samstagmorgen in Ebeltoft enden sollte. Doch Petrus
meinte es gut mit uns. Denn als wir in der einzeigen Bäckerei am Ort saßen
und ausgiebig frühstückten, riss das Grau in Grau des Himmels auf und die
Sonne kam zum Vorschein. Einfach perfekt (wenn Engel reisen...!!!). Sind
danach ins Vermietungsbüro und haben uns den Schlüssel für unser Ferienhaus
geholt. Konnten sofort ins Haus (normalerweise erst ab 15:00 Uhr). Wir
wussten aber, weil es uns vorher telefonisch mitgeteilt wurde (super vom
Vermietungsbüro), daß unser Vormieter schon freitags ausziehen würde. Also
sofort auf ins 25 Kilometer entfernte Sletterhage und nach Ankunft erst mal
das Haus ausgiebig begutachtet. Das Ferienhaus ist wirklich einfach nur
super, riesig groß und die Lage und die Aussicht kann man nur als optimal
bezeichnen.


Erst mal die ganzen Sachen ausgeladen, die 8 Kilo Seeringelwürmer (ca. 2.500
Stück) in 2 Hälterungswannen gefüllt und mit Meereswasser (jeweils 50 Liter)
und 2 Sauerstoffpumpen versorgt und eine Mütze voll Schlaf genommen. 
Gegen Abend aufgewacht und dann gab es
nur eins - ab ans Wasser. Die Wathosen an, die Spinnruten gepackt und ab zum
"Esby Hage-Strand" auf der Ostseite der Halbinsel Helgenaes. Dort war, durch
den an diesem Tag vorherrschenden West-Wind, Windschatten angesagt und somit
müssten an diesem Abschnitt einige Hornhechte zu überlisten sein. Direkt die
ersten Würfe brachten Hornhechte und wir konnten in knapp 2 Stunden 14
dieser Silberpfeile erbeuten. Hatten aber unseren Digitalkamera vergessen
und konnten so den Fang nicht festhalten. Weil wir dachten, dass es keine
Probleme bereiten wird an den nächsten Tagen auch noch weitere Mini-Marlins
an Land zu ziehen, haben wir unserem Fang noch am Strand die Köpfe
abgeschnitten und auch ausgenommen. Dies sollte sich noch als schwerer
Fehler erweisen, weil wir im ganzen Urlaub, obwohl wir jeden Morgen die
Spinnangel geschwungen haben, keinen einzigen dieser Räuber mehr überzeugen
konnten an unsere Spinnruten zu gehen. Der Wind drehte nämlich ab Sonntag
auf Nord-West und so war keine Seite der Halbinsel mehr im Windschatten und
dadurch war es für die Hornies einfach überall zu wellig, was die ja
beißmäßig nicht unbedingt so mögen. Nach den morgendlichen Spinnstunden am
Sonntag haben wir dann am frühen Nachtmittag zu dem schweren Gerät gegriffen
und sind brandungsangelmäßig zum Sletterhage Fyr.



Das ganze Gerödel aufgebaut, die Seeringler auf die Haken der
Dreier-Paternoster gezogen und ab gingen die beiden Vorfächer Richtung
Horizont.

 

Und schon nach wenigen Minuten zeigte erst die eine und dann die andere Rute
Biss. Jeweils kurz anschlagen und auf die nächsten Bissattacken warten. Die
folgten auch - einfach herrlich - und schon konnten die ersten beiden
Dubletten verhaftet werden. Bei meinen Kumpels war es auch nicht anders und
wir waren hoch erfreut, dass die Flundern und Klieschen in Beißlaune waren.
Wir angelten laut Gezeitentabelle (vandstand.dk) mit auflaufendem Wasser,
was aber fast gar nicht zu merken war. Es war einfach unglaublich, die
Fische bissen ohne Ende und fast jeder Wurf brachte Fisch. Wir waren echt im
totalen Angelfieber und haben es mal wieder richtig genossen einen solch
fischreichen Nachmittag zu verbringen. Unsere Fangstatistik zeigte 67
Plattfische (43 Flundern / 23 Klieschen / 1 Scholle) und das nach noch nicht
einmal 4 Stunden. Wir packten ein, obwohl die Fische immer noch weiter
bissen, weil die über 30 behaltenen Platt-fische ja auch noch verarbeitet
und gesäubert werden musste, wofür man bei dieser Menge ja auch noch
ungefähr 2 Stunden benötigt. 

 



 


Am Montag sind wir wieder nach der Nullnummer beim Spinnangeln zum
Sletterhage Fyr. Allerdings war unser Platz vom Vortag durch 3 dänische
Angler belegt. Somit haben wir genau vor dem Leuchtturm die Dreibeine
aufgebaut. Es wehte ein ziemlich starker Nordwest-Wind (5 bis 6) und das
Kattegatt zeigte sich zum ersten Mal von seiner leicht aufgewühlten Seite,
was normalerweise die ersten Anzeichen für einen guten Fang sind. Fischmäßig
war es wie Tags zuvor und es ging ruckzuck und der Eimer hatte sich schon
wieder zur Hälfte gefüllt. Die nebenan stehenden Dänen staunten nur noch
Bauklötze (echt wahr) und kamen zu uns, weil sie unbedingt wissen wollten,
welche Köder wir benutzen. Ganz überrascht mussten sie feststellen, dass wir
auch nur Seeringler auf die Haken zogen. Allerdings klärten wir sie auf
(konnten gut deutsch), das es sich hierbei um holländische Zuchtringler
handelt, die wir extra mitgebracht hatten. Waren echt fassungslos, dass sie
bis auf ein paar kleinere Klieschen nichts gefangen haben und wir einen
Fisch nach dem anderen erbeuteten. Haben ihnen dann eine Handvoll Ringler
geschenkt, die sie auch direkt benutzten. Und wie sollte es anders sein, der
neue Köder brachte direkt ein paar schöne große Flundern. Wir fanden das
extrem lustig und konnten uns ein Griemeln nicht verkneifen. Allerdings eine
genaue Erklärung haben wir auch nicht, warum die "Holländer" so viel besser
funktionieren als wie die aus dem Kattegatt. Wir konnten an diesem Tag mit
dem Ergebnis von 70 Plattfischen (57 Flundern / 10 Klieschen / 3 Schollen)
sowie einem kleinen Dorsch (ca. 30 cm) sehr zufrieden sein und verbrachten
den Abend in der Sauna und anschließend nach dem kalten Abduschen
entspannend im Whirlpool. 

  




Der Dienstag und Mittwoch lief wieder nach dem gleichen Schema ab.
Vormittags die nächsten Nullnummern beim Hornhechtangeln, was echt langsam
zum Kotzen war. Ob mit Blinker, Spinner, Mefo-Wobbler, Sbirolino mit
Fischfetzen bzw. Fliege oder auch Buldo-Pose mit Speck oder Seeringler - es
wollte einfach kein Hornhecht mehr beißen. Wir sind echt verzweifelt.
Allerdings waren die Voraussetzungen durch den starken Nordwest-Wind auch
einfach nicht mehr so wie an unserem Ankunftstag, wo wir noch viel mehr
hätten fangen können, wenn uns nicht der Hunger wieder ins Ferienhaus
getrieben hätte. Nachmittags steppten an beiden Tagen wieder die Plattfische
und 2 Holländer und 5 Dänen mussten neidlos anerkennen, dass sie gegen
unsere "Wunderwürmer" keine Chance hatten. Es ist einfach unglaublich welche
Mengen von insbesondere Flundern und Klieschen sich vor dem Sletterhage Fyr
aufhalten müssen. Allerdings ist eines ganz klar geworden und eindeutig
gewesen. Man muß unbedingt über die erste große und breite Sandbank werfen,
die sich zwischen 50 und 80 Meter vom Ufer aus rund um den Sletterhage Fyr
befindet (gut sichtbar auf dem nachfolgenden Foto - heller Bereich). 



Schafft man dies nicht, fängt man auch nur ganz vereinzelt ein paar Platte
(haben wir ausgiebig getestet). Auch haben wir Fische, egal welche Größe,
die nur leicht in der Lippe gehakt waren, zurückgesetzt, weil wir auch mit
den "Schluckspechten" ausreichend genug hatten. Am Dienstag sah das
Endergebnis mit 56 Plattfischen (41 Flundern / 13 Klieschen / 2 Schollen)
wieder sehr erfreulich aus.


 

Auch der Mittwoch konnte sich fangmäßig mit 42 Plattfischen (37 Flundern / 4
Klieschen / 1 Scholle) sehen lassen und der Fischeimer war trotz der vielen
"Zurücksetzer" noch ausreichend gefüllt. 

Nach dem "Fischeschrubben" haben wir anschließend dann den 45. Geburtstag
von einem meiner Kumpels 

 

mit drei 10 Liter-Fässchen Reissdorf-Kölsch und ausgiebigen Grillen
(Bratwürste, Krakauer, Steaks, Bauchfleisch, Spieße) gefeiert, was bis in
den frühen Morgen ging und im wahrsten Sinne des Wortes feuchtfröhlich
endete.

Den ganzen Donnerstagmorgen haben wir dann verständlicherweise im Bett
verbracht und sind dann erst gegen Mittag aufgestanden. Für diesen Tag stand
sowieso nur ein Nachtangeln im Programm, weil wir endlich mal ein paar
vernünftige Dorsche fangen wollten. Sind so gegen 20:00 Uhr an der rechten
Seite des Leuchtturms (alter Bunker) aufgelaufen. Kurz danach war die Hölle
dort los. Noch 10 weitere Dänen kamen um sich die Nacht um die Ohren zu
schlagen. Erst mal herrschte beißmäßig die totale Ruhe und wir genossen bei
ein paar Bierchen das schöne abendliche Wetter.

So gegen 22:30 Uhr kam dann Leben in die Bude. Allerdings waren es nicht die
erhofften Dorsche sondern die nachtaktiven Klieschen, die wie bekloppt
bissen. Haben sofort die Paternoster durch Einzelarm-Vorfächer mit großen
Haken (2/0 und 3/0) ersetzt. Trotzdem hatten wir Biss auf Biss und konnten
richtig schöne große Klieschen (bis 36 cm) landen. Auch ein paar Flundern in
stattlicher Größe konnten den großen Haken nicht widerstehen. Wenn die
Dorsche da gewesen wären, hätten sie aber auch keine Chance gehabt den Köder
zu nehmen, weil es sich einfach um eine extreme "Klieschen-Invasion"
handelte. Gott sei Dank hatten wir auf große Haken umgestellt, sonst wären
wir von den kleineren Klieschen (alle so um die 25 cm) "erschlagen" worden.
Die 10 dänischen Angler waren völlig bedient, weil sie überhaupt keine Bisse
hatten (echt wahr) und haben sich dann prüfend neben uns gestellt, ob das
mit den Bissen bei uns alles seine Richtigkeit hatte. Haben ihnen dann auch
wieder eine gute Hand voll von unseren letzten Würmern geschenkt und das
Ergebnis war das gleiche wie ich schon oben geschildert habe. Dann bekamen
die guten Dänen aber den Hals nicht voll und wollten uns unbedingt noch die
letzten Würmer abkaufen, was wir aber nicht gemacht haben. Es war wirklich
einfach der Wahnsinn mit den Seeringlern. So extrem habe ich das noch nicht
mal auf Texel erlebt, dass die Fänge davon sooooo abhängig sind. Man kann
also wirklich nur sagen, dass der Weg über Holland sich tausend Mal gelohnt
hat, da sonst diese richtig guten Fangergebnisse wohl nicht möglich gewesen
wären. Bei diesem Nachtangeln konnten wir 54 Plattfische (17 Flundern / 36
Klieschen / 1 Scholle) davon überzeugen, dass sie ihr Element für kurz oder
für immer verlassen müssen.


Leider war nach diesen Fotos der Akku der Digitalkamera leer, so dass wir
die großen Klieschen nicht mehr fotografieren konnten.

An den 5 Brandungsangeltagen haben wir bei einer reinen Angelzeit von 24
Std. und 25 Min. folgende Anzahl von Fischen gefangen:

289 Plattfische (195 Flundern / 86 Klieschen / 8 Schollen) sowie 1 Dorsch
und zusätzlich noch 14 Hornies = 304 Fische 

Die größten von uns gefangenen Fische: Flunder von 48 cm / Kliesche von 36
cm / Hornhecht von 75 cm 

Am Freitagmittag haben wir dann die  Brandungsutensilien schon einmal
weggepackt, weil wir vom Nachmittag bis in den späten Abend hinein nur noch
den Hornhechten nachstellen wollten, was wir auch ausgiebig getan haben. Wir
hatten uns die Steilküste von "Lushage" ausgesucht, wo man ca. 25 Minuten
vom Parkplatz aus hinlaufen muß. Doch trotz hunderter Würfe mit wieder
verschiedensten Ködern konnten wir keine Silberpfeile mehr erbeuten. Haben
nach der Änderung der Windrichtung vom Anreisetag auch fast keine Hornhechte
mehr an der Oberfläche rauben sehen. Auch die kleinen Köderfische waren nur
noch in ganz geringer Zahl am Ufer zu sehen, so dass die Hornhechte diesen
wohl ins tiefere Wasser hinterher gezogen sind.

Landschaftlich ist die Halbinsel Helgenaes einfach super schön. Es kommt
einem vor als wäre man im "Bergischen Land am Meer". Wirklich toll die
vielen Buchten, Wälder und gerade blühenden Rapsfelder. Werden nächstes Jahr
um die gleiche Zeit auf jeden Fall dem Sletterhage Fyr noch einmal einen
Besuch abstatten, das steht jetzt schon hundertprozentig fest. 

 
 
Zum Schluss noch ein paar Fotos einfach so vom Angeln und mit unseren
Dreibeinen, die wir jetzt mit abnehmbaren Köderdosen, einem einfachen
Holzhammerhalter sowie eine Ablage für Zange und Messer versehen haben, da
insbesondere beim Nachtangeln die Kleinteile immer urplötzlich verschwunden
und nicht mehr auffindbar sind. 
Zum Abschluss kann ich wirklich nur jedem empfehlen mal in nächster Zeit zum
Sletterhage Fyr zu fahren - einfach nur genial dort!!! 

WICHTIGER ZUSATZ:
 
Bei der Seeringelwurmzuchtstation in Südholland können leider 
keine "Normalsterblichen" Würmer kaufen, weil diese nur an
Gewerbetreibende und ausschließlich in großen Mengen (ab 6 Kilo)
verkauft werden!!! Weil ich vor vielen Jahren einen Bericht über diese 
Zuchtstation für ein Angelmagazin geschrieben habe, wurde mir ausnahmsweise
dort ein "Kaufrecht" eingeräumt, allerdings auch nur ab der oben
genannten Mindestmenge!!!
Gruß Klaus
 
Bericht und Fotos: Klaus Riebau
 

Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?

Dann schreibt doch einen kleinen Bericht dazu.

Wir veröffentlichen gern auch eure Erlebnisse rund um die Fischwaid
 

Kontakt: info@angelmagazin.com
 

Das Februar Magazin als PDF

Noch Fragen zum Bericht?

In unserem Forum stehen euch die Autoren mit Rat und Tat zur Seite.

 
 
 

     =copyright by Angelmagazin.com=

Home        Angelforum       Deutschland       Weltweit       Contact       Tipps / Tricks       Gewässer
Angellexikon :A,B,C,D,E,F,G,H,I,J,K,L,M,N,O,P,Q,R,S,T,U,V,W,Z