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Urlaub in Kamperland


 

Anfang Mai dieses Jahres ging es wieder für meine Familie und mich (17 Jahre) nach Kamperland, einem kleinen Ort in Seeland, direkt am Veersemeer gelegen, wo wir die Pfingstferien verbrachten.

Schon auf der Hinfahrt überzeugten mein Bruder und ich den Rest der Familie, dass es unabdingbar sei Angellizensen und Köder zu kaufen bevor wir das Ferienhaus bezögen. Gesagt, getan und so hielt uns, als wir unsere Angelsachen ausgepackt hatten nichts mehr zurück.

Die Stelle, die wir beangelten war der Nordseestrand unmittelbar neben dem Sturmflutentor der Oosterschelde wo wir schon die Jahre zuvor mit Erfolg gefischt hatten. Angekommen wurden schnell die Ruten montiert, beködert und schließlich die Montagen in die Fluten der Nordsee geschleudert. Nun hieß es warten auf den ersten Biss. Lange mussten wir nicht warten, denn schon beim ersten Einholen hing bei mir der erste Fisch. Ein kleiner Seebarsch hatte sich den Köder geschnappt. Dieser sollte nicht der einzige bleiben, denn wenig später konnte ich einen zweiten Seebarsch landen. Und dann hatte auch mein Bruder Grund zur Freude, denn auch bei ihm hatte ein Seebarsch gebissen. Zwar war auch dieser kein Riese, aber für meinen Bruder sein erster Seebarsch und so durfte auch dieser nach ein paar Erinnerungsphotos wieder zurück ins kalte Nass. Als das Wasser weite abgelaufen war, sodass man von der ersten Sandbank aus angeln konnte, gabs die nächsten Fische. Diesmal waren es kleinere Flundern und Schollen, die sich unsere Würmer schmecken ließen.



Zum Abschluss dieses Angeltages, wollte es mein Bruder noch mit Heringsfetzen auf die Pfeilschnellen Räuber versuchen. Auch diese ließen nicht lange auf sich warten und so dauerte es nicht lange bis die ersten Hornhechte im Sand lagen. Nach diesen Fängen ging es nun Zurück ins Ferienhaus, wo noch bis Tief in die Nacht die Monatagen für die nächsten Tage gebunden wurden.



Der Plan für den zweiten Tag war es nachmittags, bei ablaufendem Wasser wieder am Strand neben dem Sturmflutentor und abends, bei auflaufendem Wasser am Strand bei Domburg zu angeln.
Am Strand angekommen beköderten wir wieder unsere Montagen und warfen aus. Auch an diesem Tag mussten wir nicht lange auf die ersten Fische warten, denn schon nach kurzem konnte ich einen kleinen Platten vorzeigen. Anschließend hatte mein Bruder gleich doppeltes Glück, zwei kleine Seebarsche hingen an den Haken seiner Paternostermontage. Doch nach dieser Doublette war ersmal Beißpause. Erst kurz bevor wir das Angeln beenden wollten, spürte ich endlich wieder Gegenwehr an der Rute. Der muntere Kämpfer entpuppte sich als, wer hätte es anders erwartet, ein mittlerer Seebarsch.





Wenig später gings dann zum Abendessen zurück ins Ferienhaus und anschließend mit dem Auto Richtung Domburg. Die starke Brandung und der eisige Wind am Angelplatz beeindruckten uns nicht und so flogen wenig später unsere Köder in die aufgewühlte See. Auch an dieser Stelle waren es die kleinen Seebarsche die zuerst am Köder wahren. Insgesamt fingen wir an diesem Abend drei dieser Gesellen.

Am dritten Tag zeigte war das Wetter weniger gut als die Tage zuvor.
Doch auch der strömende Regen kann einen Angler nicht abschrecken.
Und als ich das nach zwei Stunden völlig durchnässt abbrechen musste, hatte ich zumindest einen kleinen Seebarsch gefangen.



Das Wetter an Tag 4 zeigte sich wieder von seiner besten Seite. Ein starker Wind hatte die Wolken der letzten Tage weggeschoben. Ideale Bedingungen zum Brandungsangeln also, da sich nun alle Fische auf die Jagt nach freigespülten Kleintieren konzentrieren. Doch am Wasser angekommen die große Enttäuschung: Durch Bauarbeiten ist der gesamte Strandabschnitt, an dem wir die letzten Tage geangelt hatten gesperrt. Also blieb uns nichts anderes übrig als direkt am Auslauf der Oosterschelde zu fischen, der nicht von den Bauarbeiten betroffen ist. Doch meinerseits sank die Angellust an dieser Stelle spätestens nach dem zweiten Wurf, der zugleich den zweiten Abriss bedeutete auf Null. Was solls dachte ich mir, wofür sonst habe ich stundenlang Montagen geknüpft und so wurde die nächste Montage mit Blei an die Schnur geknotet. Wegen der ganzen Abrisse war ich noch gar nicht dazu gekommen meinen Rutenhalter aufzubauen und so setzte ich mich einfach auf die Steine und hielt die Rute in der Hand. Kaum hatte ich mich gesetzt begann es am anderen Ende der Schnur zu rucken. Der Anhieb saß und nach kurzer Gegenwehr zeigte sich ein mittlerer Seebarsch an der Oberfläche. Nun war ich wieder voll bei der Sache und machte auch montierte auch die andere Rute. Diese wollte ich leicht links, kurz vor eine Sandbank legen. Ich hatte gerade die Rute ausgeworfen und abgelegt, da hörte ich meinen Bruder laut Rufen. Sofort wusste ich was los war und rannte zu meiner ersten Rute, die kurz davor war sich ins Meer zu verabschieden. Der Drill war nicht einfach und ich konnte nicht verhindern, dass sich der Fisch im Drill in der Steinpackung verfing. Doch letztlich konnte ich auch diesen Wolfsbarsch sicher landen. Der bisher größte Fisch! Insgesamt fing ich an diesem Tag 5 Seebarsche und einen Plattfisch.







Am 5. Tag wollten wir natürlich wieder an der gleichen Stelle angeln. Zunächst schien es als seien die Wolfsbarsche an diesem Tag nicht in Beißlaune zu sein. Doch langweilig wurde es nicht, da die auf der Sandbank angebotenen Würmer den Geschmack der platten Nordseebewohner getroffen zu haben schienen.
Nicht nur Schollen und Flundern sonder auch kleine Steinbutts gehörten zur Beute. Leider jedoch schluckten die kleinen Butts mit den Riesenmäulern die Haken, sodass ein Zurücksetzen nicht möglich war. Wieder zuckte die Spitze der Brandungsrute, die Schnur spannt gewaltig und schnell war klar, dass dies ein guter Seebarsch sein muss. Der Drill gelingt ohne Probleme und wenig später halte ich überglücklich meinen bisher größten Wolfsbarsch in der Hand. Über 50 cm lang ist der Bursche, ein schöner Fisch.
Im Laufe des Tages kann ich noch weitere kleine Plattfische und einen kleinen Seebarsch fangen und fahre glücklich und zufrieden zurück ins Ferienhaus wo alle den tollen Fang bestaunen





Tag 6, der letzte Tag, denn am nächsten Morgen gets wieder zurück nach Hause. Geangelt haben mein Bruder und ich auch an diesem Tag wieder am Sturmflutentor der Oosterschelde. Doch die bedingen schienen nicht so gut wie die letzten Tage: Wenig Wind, wenig Wellen doch immer noch besser als gar kein Wind und gar keine Wellen. Die Flut kommt und Flut geht ein Angler kommt, der andere geht doch beißen tut nichts, kein Seebarsch, kein Butt, nichts. Nach etlichen Abrissen dann endlich der erste Fisch bei mir, eine kleine Flunder hat sich den Wattwurm geschnappt und darf nach einem Photo zurück in ihre Elemente. Als das Wasser weiter abläuft kommen noch ein Seebarsch und ein Hornhechtangler hinzu. Schon nach kurzem ist der Hornhechtangler erfolgreich, und auch der Seebarschangler lässt sich nicht lumpen und zieht einen schönen Seebarsch. Und wenig später beißen dann auch wieder am Brandungsgeschirr bei meinem Bruder und mir die Fische: kleine Kabeljau machen sich über unsere Würmer her und lassen die Anglerherzen höher schlagen. Schließlich endet auch dieser schöne Tag mit einem traumhaften Sonnenuntergang.







Auf der Rückfahrt wurden dann noch die Bilder und Drillvideos der letzten Tage angeschaut und für mich stand fest: Seeland, ich komme wieder!

 

 

Ein Bericht von

Walley

 

 

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