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Walsumer Frauen-Power, oder ist die letzte
Männerdomäne geknackt?
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Walsumerinnen zum Angeltrip nach Norwegen
Da ich
seit vielen Jahren mehrmals im Jahr mit 8 Männern
nach Norwegen zum Angeln fahre, reifte im letzten
Jahr der Gedanke, eine reine Frauentour zu planen.
Warum sollte es nicht funktionieren?
Getreu
unserem Motto „Beim Angeln sind Männer nur netter
Beifang“ war es Gründonnerstag dann soweit – nach
fast einjähriger Planung fuhren wir drei
angelbegeisterten Frauen nach Bergen-Nautnes.

Ausgestattet mit hochwertigsten Ruten und Rollen,

Echolot,
Bootsführerschein, norwegischen Sprachkenntnissen,
Kartoffelstampfer und natürlich 1000 guten
Ratschlägen von unseren männlichen Angelfreunden
fuhren wir los. Die Überfahrt von Hanstholm/
Dänemark nach Bergen/ Norwegen war äußerst
stürmisch. Wir kugelten nur so durch die Kabine und
rollten aus den Kojen. 20 Stunden werden lang bei
Seekrankheit!
Ankunft
Bergen: -1 Grad C, Schnee, aber blauer Himmel und
Sonnenschein. Angekommen im Camp blickten uns 40
Männeraugen äußerst erstaunt und skeptisch entgegen.
„Wo ist Euer Mann zum Filetieren?“ „Welcher Mann
bedient bei Euch das Echolot und GPS?“ „Welcher Mann
fährt bei Euch das Boot?“ - GÄHN – wir wussten,
dass das kommt! Aber die Frage eines Anglers, wie
wir als „Frauen“ zum Angeln gekommen sind, hat uns
schon etwas befremdet. Der Adrenalinstoss beim Biss,
die Erwartungen, wenn der Fisch hochgedrillt wird!
Wer diesem Hobby frönt, fragt doch nicht! Unsere
Antwort: Die Volkshochschule hatte nur zwei Kurse im
Angebot: Angeln für Anfänger und Backen ohne Mehl.
Wir haben halt den ersten Kurs belegt!
Der erste
Angeltag fing mit schönstem Sonnenschein an. Noch
nicht so ganz mutig, ließen wir den Motor während
der gesamten 9 Stunden laufen. 7 große Fische und
etliche kleinere gingen uns an die Köder. Gut, daß
wir Köder-Makrelen aus Deutschland mitgebracht
hatten. Die Fische bissen nur auf Naturköder. Etwas
unsicher fuhren wir ins Camp zurück. Wie viel Fisch
hatten die Männer wohl in ihren Fischkisten?
Skeptisch schleppten wir unsere Kiste zum
Filetierplatz. Teilweise war nur 1 Fisch in den
Wannen. Die Schnappatmung der Männer beim Anblick
unserer Kiste war Wasser auf die Mühlen. Tat das
gut! Ladylike haben wir uns aber erst in unserer
Hütte saumäßig darüber gefreut. Ging ja gut los.

Nach den
Filetieren und einfrieren der Filets fielen wir
hundemüde in Bett. Am nächsten Morgen 6.00 Uhr
aufstehen – 8.00 Uhr wieder los. Schöne große
Schellfische, Lumbs, Lengs und große Dorsche. Auch
Seezunge stand heute auf dem Programm. Wir wurden
von Tag zu Tag mutiger. Will heißen – Motor aus auf
dem Meer, Echolotstange nach jeder Drift anmontieren
– ging alles immer besser und schneller. Selbst die
Anlegemanöver am Steg waren unter den Augen von 20
Männern (so viel zum Thema Frauen und einparken)
butterweich.
Wir
fühlten uns obenauf. Karin, wir zollten dir
verdienten Respekt dafür! An 2 Tagen mussten wir das
Angeln schon mittags abbrechen, weil innerhalb einer
Stunde 20 cm Neuschnee fiel.


Zweimal
hat Karin Lieder auf ihrem mitgebrachten Dudelsack
zur Freude der Camp- Bewohner und auch einigen
Zuhörern gespielt, was in diesem Ambiente höchste
Anerkennung fand.


Die Woche
verging wie im Flug. Als wir dann noch am Abreisetag
den Männern ihren Anhänger den verschneiten Berghang
mit unserem Geländewagen hochgezogen und diesen
gekonnt rückwärts eingeparkt hatten, waren sich alle
einig: Frauen sind die besseren Männer!
Die
Berliner Truppe hat dann sogar zugegeben, dass wir
Frauen unseren Job sehr gut gemacht hatten. Danke!
Die
Heimfahrt auf der Fähre wurde wieder recht
stürmisch. Trotzdem durften wir auf der Brücke den
Kapitän besuchen und Karin spielte auf der Bugspitze
der MS Bergen auf ihrem Dudelsack das Titanic-Lied.
Ein tolles Erlebnis. Die Besatzung war hin und weg.

Es war
ein gelungener Abschluß unserer Reise. Nach 10 Tagen
waren wir müde und abgekämpft wieder in Walsum und
uns einig: das wird wiederholt!
Gudrun
Henne, Christa Szymanski und Karin Wolschke
Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?
Dann schreibt doch einen kleinen Bericht dazu.
Wir veröffentlichen gern auch eure Erlebnisse rund
um die Fischwaid
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Das
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