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Wrackangeln Teil 2: Am Wrack vor Anker


Im ersten Teil hab wir uns mit den Driftfischen befasst, nun geht es an die Königsdisziplin,

" Am Wrack vor Anker ". 

Vor einigen Jahren als es noch nicht so schlecht um die Dorschpopulation der Nordsee stand wurde ausschließlich von großen (heute immer noch sehr beliebten) Kuttern mit Angelruten der Marke "Besenstiel" dem Kabeljau nachgestellt.

Doch wer heute noch das Wrackangeln mit der "Hau Ruck" Methode von vor 20 Jahren gleichstellt, wird spätestens an Bord der modernen, kleinen Wrackboote, von der Gegenwart eingeholt.

Die Dorsch oder Kabeljauangelei begrenzt sich mittlerweile auf das Winterhalbjahr von November bis März.

Da sich die Wolfsbarschpopulation immer mehr gen Norden ausbreitet, haben diese in den Sommermonaten nun den Platz des Nordseekabeljaus eingenommen.

Aber auch die so genannten Beifänge wie Pollak, Knurrhahn, Streifenbrassen,... sind nicht zu verachten.

Pilker von bis zu 400g und die so genannten Weihnachtsbäume (Octopuspaternoster) waren auf den Wrackkuttern bei den Anglern äußerst beliebte Dorschköder.

Heute setzten erfahrene Wrackangler mehr auf so genanntes "Light Tackle",   

(Shads, Pilker 100g, Rolle :Größe 5000. Light Tackle für Wolfsbarsch, Pollak & Co.)

Sprich leichtes Gerät -schwere Spinnruten von 3m Länge mit einem Wurfgewicht bis 150g- und leichte Kunstköder. Im Gegensatz zum Driftangeln wo man den Köder schnell zum Wrack bekommen muss, steht beim Ankerfischen die natürliche Köderpräsentation im Vordergrund. Hat der Skipper die richtige Position gefunden wird ca.40 m vor dem Wrack der Anker geworfen.

 Die Angeltechnik ähnelt mehr dem Spinnfischen vom Ufer, man  wirft den Köder in Richtung Wrack und lässt ihn langsam absinken.

 Die Gezeiten bestimmen die Köderführung, bei starker Strömung wird der Shad oder Pilker langsam mit einigen Pausen wieder eingeholt. Ebbt der harte Gezeitenstrom langsam ab, locken rasant geführte Pilker oder schwere Blinker die Räuber aus der Reserve.

Auch beim Ankerfischen sind Naturköder nicht zu vernachlässigen. Wattwürmer und Tintenfischstreifen haben auch im Sommer einen festen Platz in meiner Köderbox.

(Dorschmontage mit Metallabstandhalter, Haken 3/0)

Nicht nur Sommerdorsche tummeln sich bei den Schiffsleichen, Streifenbrassen und große Plattfische ziehen die unzähligen Wracks der Nordsee magisch an.  

(Plattfischmontage mit Haken der Größe 1)

Zum Naturköderangeln benötigen wir dem entsprechend "schweres" Gerät: Bootsruten von 2,70m Länge mit einem Wurfgewicht bis 300g, bestückt mit einer robusten Meeresrolle.

 

Da beim Ankerfischen mit weniger Materialverlust zu rechnen ist, sollte die Köderkiste nicht all zu überladen werden.

Kleiner Tipp: Infos über die gängigste Methode sollten vorher mit dem Skipper oder Bootseigner telefonisch abgeklärt werden. Denn direkt Vorort ist es meistens zu spät.  

 

Rob, Team Angelmagzin.com

 

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