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Angeln auf Schleie


 
 
Wer kennt sie nicht, grün bis goldenglänzend wunderschön anzusehen und doch als großer kapitaler Fisch so schwer zu überlisten? Die Schleie. In früheren Jahrhunderten wurden ihr Heilkräfte beruhend auf ihrer schleimigen Haut nachgesagt. Sie galt als der Leibarzt des Hechtes, sah man doch häufig Schleien, welche sich in unmittelbarer Umgebung großer Hechte aufhielten, und nie sah man das sie vom Hecht attackiert wurden. Wahrheit oder Märchen, wer kann das Gegenteil behaupten? Ich habe in meiner langen Laufbahn als Angler(46 Jahre) schon etliche Hechte auf die Schuppen gelegt dabei auch viele aus Gewässern welche über einen sehr guten Schleienbestand verfügten, aber nie fand ich beim ausnehmen eine gefressene oder halbverdaute Schleie.
Beschreibung,Lebensweise und Vorkommen!
Die Schleie(Lateinisch Tinca tinca)hat einen hohen Schwanzstiel mit gerade abschließender Schwanzflosse, grünliche, teils dunkle, Körperfärbung, Maul endständig und vorstülpbar, 2 kurze Barteln, schleimige und dicke Haut mit sehr kleinen Rundschuppen. Sie kommt in den meisten Länder Europas, mit Ausnahme von Griechenland, Nordirland und Nordskandinavien vor. Ihr Lebensraum erstreckt sich von den Alpenseen(bis zu 1600m Höhe), bis zum leicht salzigen Brackwasser. Sie bevorzugt als Lebensraum langsam fließende Flüsse mit weichem Untergrund, und flache, warme und krautreiche Seen. Die Schleie ernährt sich hauptsächlich von Insektenlarven, Schnecken und Muscheln aber gelegentlich auch von Pflanzen. Ihre durchschnittliche Größe liegt zwischen 30-40cm,aber nicht selten werden auch kapitale Schleien bis zu 5kg gefangen. Mein persönlicher Rekord liegt bei einer Schleie von 62cm,und 3,75kg! Schleien laichen in den Monaten von Mai-Juli, und schließen sich dabei zu großen Schwärmen zusammen. Zum laichen suchen sich Schleien flache, mit Wasserpflanzen bewachsenen, sonnenbeschienene Uferzonen aus, und legen dort ihre Eier. Die Eiablage kann sich bis zu 14 Tagen in mehreren Etappen hinziehen. Weibliche Schleien legen ca. 125000 Eier pro kg Körpergewicht ab. Da die Schleie ein sehr langsam wachsender Fisch ist hat sie im Alter von 3 Jahren erst eine Körpergröße von ca 25cm und ein Gewicht von ca. 200-300gr.
Angelmethoden
Ich werde die einzelnen Angelmethoden und Gerätschaften in den nächsten Folgen noch ausführlich beschreiben, aber hier ist schon einmal eine grobe Übersicht. Angeln mit der Pose: Ich bevorzuge hier eindeutig die Liftmontage mit Wagglern, da hier die Bisse am deutlichsten durch anheben oder umfallen der Pose zu erkennen sind. Diese Angelart wende ich an Seerosenfeldern oder im ufernahen Bereich an. Angeln mit der Schwingspitzenrute: Für mich die sensibelste Art Tinca zu fangen, jeder noch so kleine Zupfer wird deutlich angezeigt Und durch anwenden eines Futterkorbes kann ich auch Flachstellen im See erreichen, wo ich mit der Pose nie hinkommen würde. Angeln mit der Federrute: Hier habe ich die Chance auch größer Futtermengen bedingt durch die Größe der Futterkörbe an meine Angelstelle zu befördern, Die Sensilibität der Bisseanzeige kann ich im gewissen Bereich durch den Einsatz der passenden Rutenspitze steuern.
 
Geräteempfehlung
Mit einer leichten Karpfenausrüstung ist man immer auf der richtigen Seite! Rute: ca, 2lbs das entspricht einem Wurfgewicht bis 60gr.Rutenlänge ca,3,60m Eine parabolische Action ist von Vorteil, um die starken Kämpfer abpuffern zu könne, vor allem kurz vor der Landung im Uferbereich! Rolle: Mittlere Stationärrolle mit 0,20-0,25ger Schnur.
FANGTIPS
Im Frühjahr sollte man die Schleie in flachen bewachsenen Stellen suchen, da sich hier das Wasser am schnellsten erwärmt und sich am schnellsten die Futtertiere der Schleien entwickeln, Seerosenfelder, Schilfgürtel und Einmündungen kleiner Bäche oder Flüsse gehören zu den besten Fangplätzen. Im Laufe des Jahres zum Herbst hin ziehen sich die Schleien dann in tiefere Gewässerabschnitte zurück. Die besten Fangzeiten liegen in den frühen Morgen-und Abendstunden. Bei bewölktem und leicht regnerischen Wetter kann man aber den ganzen Tag über fangen. Das trifft auch auf künstliche Baggerseen zu, da die Schleien hier meistens in Rudeln rund um den See ziehen. Ps: Bei stark verkrauteten Gewässern sollte man sich seinen Angelplatz frühzeitig anlegen. Dazu benutzt man eine doppelte Harke die man mit einem Seil auswirft, und so das Kraut aus dem Wasser zieht. Eine Fläche von 2-3m² pro Rute ist ausreichend. Natürlich sollte dann auch punktgenau gefüttert werden!!!
Köder
Geeignete Köder sind Maden, Mais, Würmer (Mist- und Tauwurm) und Larven. Auch Miniboillis(bis 15mm) und Teig sind sehr fängig. Zum anfüttern sollte man das Grundfutter dem Gewässergrund farblich anpassen. Ob herbe oder süße Mischungen liegt an der jeweiligen Beißlaune der Fische. Partikelköder können auf keinen Fall schaden. Kleiner Zusatztip, immer damit angeln, womit man auch anfüttert!!!! Als besonders erfolgreich hat sich zum anfüttern auf Schleien eine leider sehr unappetitliche Methode bewährt. Viele werden nun mit der Nase rümpfen, aber es gibt für Schleien nichts besseres, als einen angetrockneten Kuhfladen!!!!! Darin befinden sich jede Menge unverdauter Rückstände und auch Würmer und andere Kleinlebewesen!
 
                                  Ein Bericht von Klaus (Supplysandy)        
   

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