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Angeln in Zeeland

    

Zeelandtour 2005

1.Tag

Nach wochenlanger Vorbereitung, Organistion, Vorfächerbinderei (mit kleinen Blessuren )....war es endlich so weit. Auf nach Zeeland, einer Provinz im Süden der Niederlande. Mit einigen Startproblemen erreichten wir unser Ziel, das Hotel " Het Veerse Meer " in Kortegene. Nach Betreten des Hotels, mit einigen gut ausgestatteten Appartements und einem kleinen Pool für Entspannungsbäder nach harten Drills, schien es uns ein wenig verlassen.

Niemand an der Rezeption, keine Gäste weit und breit und nach mehrmaligem Läuten der Rezeptionsklingel rührte sich nichts im Hotel. Nach einiger Wartezeit fand ich einen Zettel mit der Telefonnummer des Hotelmanagers, den ich sofort anrief. Bei seiner Endschuldigung, er hätte noch einen Kollegen mit seinem Boot übersetzen müssen (?) erzählte er mir, dass er am Vortag schon die ersten Glatthaie vor den Toren der Oosterschelde gefangen hat. Da kam das Kribbeln in den Fingern wieder ANGELN !!!

Nachdem wir unser Appartement bezogen hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem Angelplatz.

Bei einem Zwischenstopp in Zieriksee besuchten wir Roelof Bolier in seinem Angelgeschäft "Seefish".

Bei einem Kaffee erzählte er mir von den Wolfsbarschfängen der letzten Woche und dass die Hornhechte wie verrückt beißen würden.

Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg nach Neeltje Jans, einer Insel zwischen den Sturmfluttoren der Oosterschelde. Von der Brücke aus sahen wir schon ein paar Angler, die es mit der Posenrute auf die schlanken Räuber mit dem spitzen Schnabel abgesehen hatten.

Markus und ich machten noch unsere Spinnruten klar, als Achim schon seinen Blinker Richtung Nordsee feuerte. " Hab einen" !

     Klick-Video-DRILL

"Das geht ja super los" rief er uns grinsend zu. Schon nach dem ersten Wurf der erste Horni, ein perfekter Tourstart!!!

Nach einigen spektakulären Drills mit den Hornhechten und einem überglücklichen Markus, der das erste Mal mit der Spinnrute in der Nordsee fischte, versuchte ich noch einen Wolfsbarsch mit Shad und Wobbler zu fangen. Der einzige Kontakt mit dem Stachelritter der Meere war eine kurze Attacke auf meinen Joindet von RAPALA

Am Abend zeigte uns der Hotelmanager Wieger Spaapen noch einige schöne Fänge der letzten Tage, die ihm von seinem Boot der" My Favourite Lady II"  ( man kann ihn auch mit seinem Boot chartern! ) geglückt sind. Unter anderem Glatthaie (alle über 1m ), große Klieschen, Wittlinge und sogar Dorsche. Nebenbei erwähnte er noch seinen aktuellen Europameistertitel im Bootsangeln auf Plattfisch (Ankerfischen)! Was kann uns da noch passieren? Ein super Angeltag mit etlichen Hornhechten! Übernachtung im Hotel eines amtierenden Europameisters!  Danach fielen wir nur noch hundemüde in unsere Hotelbetten und träumten von Paellapfannen, großen Plattfischen und meterlangen Hornhechten.

2. Tag
Heute sollte es mit einem Boot auf die Oosterschelde gehen.

Unser Tag begann mit einem kurzen Frühstück um 6.00 Uhr, danach fuhren wir nach Yerseke zur Familie Dixhoorn, die führerscheinfreie Boote an Angler vermietet. Dort angekommen, erhielt ich von Frau Dixhoorn unser Köderpaket und bezahlte das Boot.

Am Hafen wartete ihr Mann auf uns, der das Boot klar gemacht hatte und mir eine kurze Einweisung zum Boot und den Geräten, wie Echolot und Funkgerät und noch ein paar Tipps zu den Angelpläzen gab.

Endlich ging`s los, Motor an und schon tuckerte der Diesel mit uns auf die Oosterschelde. Am ersten Angelplatz angekommen, öffneten wir unsere Köderpakete und plötzlich blieben uns die Worte im Halse stecken. Da waren nicht nur die üblichen Wattwürmer und Seeringelwürmer, sondern auch riesige, daumendicke und 30 cm lange Monsterseeringelwürmer.

Achim kommentierte den Schreckensmoment mit:" Die Viecher fangen die Fische auch ohne Haken". Wir bestücken wir unsere Montagen mit natürlichen und den mitgebrachten Wunderwürmern von Berkley ( aus dem Salzwasserprogramm der Gulpserie ).

Als wir unsere Montagen in die Tiefe schickten, bekamen wir noch Besuch von mehreren Angelkuttern, die in unserer Nachbarschaft vor Anker gingen - es musste hier anscheinend doch Fisch geben.


KLICK-VIDEO-BOOTSFAHRT

Nach ein paar Stunden des Wartens und dem nervenden Säubern unserer Montagen vom Blasentang, ließen sich doch ein paar Miniflundern an der Oberfläche blicken.

Achim, der ewige Glückspilz, zauberte noch einen Seeskorpion aus dem Wasser. Gebissen hat dieser stachelige Geselle auf einem Gulpwattwurm - tatsächlich, die künstlichen Wunderwürmer fangen Fische.

 

 

Gegen Mittag beschlossen wir, aufgrund des starken Krautganges, unseren Angelplatz zu wechseln. Unser nächster Ankerplatz befand sich an einer Kante, bei der der Grund von 15m langsam bis auf 40m abfällt.

 

Also das Ganze von vorne, Anker über Bord, Montagen ins Wasser  und warten. Da es ein wenig langweilig wurde und nichts passierte, packte Markus seine Spinnrute aus und versuchte sein Glück auf Hornhechte. Diesmal war er der Glückspilz, erster Wurf  " Bingo" der erste Horni. Von seiner Begeisterung angesteckt, taten wir es ihm gleich und füllten unseren Eimer, der eigenlich für Plattfisch gedacht war, mit den pfeilschnellen Räubern. Gegen Abend machten wir uns auf den Weg in Richtung Hafen. Nach kurzem Besuch in einem weltbekannten Schnellrestaurant fuhren wir wieder zu unserem Hotel, um den Fang des Tages zu versorgen. Gegen 20 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg nach Neltije Jans, um ein paar Wolfsbarsche zu verhaften.

Auf dem Weg zum Angelplatz fiel mir ein Trupp größerer Fische auf, die in einem der kleinen Häfen ihre Runden drehten.

- Waren es Wolfsbarsche oder Meeräschen?

 

Wir wollten es zuerst an einer Stelle probieren, wo Achim und ich im letzten Jahr schon einige gute Salzwasserbarsche laden konnten. Nach mehreren Versuchen und zaghaften Bissen kam mir wieder der Fischtrupp vom Hafen in den Sinn. Um meine Neugier zu befriedigen, machte ich mich auf den Weg zur Hafenmündung. Achim und Markus wollten an der vertrauten Stelle weiter fischen. Nach einigen Würfen in Richtung Hafenmitte durchfuhr meine Rute ein heftiger, doch vertrauter Schlag. Was dann folgte war ein spektakulärer Tanz mit einem Wolf am anderen Ende meiner Schnur. Mit einem breiten Grinsen und fetter Beute kehrte ich wieder zurück zu den anderen.

Achim verstand an diesen Abend die Welt nicht mehr. Wo doch nicht einmal die Einheimischen angelten, zauberte ich einen Wolfsbarsch aus dem Wasser. Da es schon spät geworden war und wir ziehmlich früh auf den Beinen waren, fuhren wir wieder zurück zum Hotel - irgendwie bekam ich mein Grinsen auf dem gesamten Weg nicht aus meinen Gesicht.

3. Tag

Unser Plan für den letzten Tag: Auf Hornis am Tag und auf Wolfsbarsche am Abend, was uns auch mit einigen Unterbrechungen gelang.

Auf ging`s. Morgens haben wir in aller Eile unser Hotelzimmer geräumt, um so schnell wie möglich wieder ans Wasser zu kommen.

Gesagt getan. Gegen Mittag standen wir wieder auf Neltije Jans und feuerten unsere Blinker in Richtung Horizont.

Mit ein paar unglaubwürdigen Blicken machte es sich eine Familie mit ihren Posenruten neben uns bequem.

Doch ihre fragenden Blicke schlugen schnell in Erstaunen um, als wir einen Horni nach dem Anderen aus dem Wasser zogen.

 

KLICK VIDEO HORNHECHTKÖNIG

 

 

An diesem Tag schoss Achim den Vogel mit 30 Fischen in einer Gezeitenperiode (6 Std. ) ab.

Am späten Nachmittag fuhren Achim und ich wieder zum Hotel zurück, wo wir uns mit dem Hotelmanager verabredet hatten, um unser Appartement zu bezahlen.

Er selbst kam gerade  von einem erfolgreichen Bootstörn mit einigen Gästen zurück. Nach einem kurzen Smalltalk verabschiedeten wir uns, um zu Markus zurück zu kehren, den wir angelnd zurück gelassen hatten. Er konnte in dieser Zeit noch ein paar schöne Hornhechte dingfest machen. Achim und ich wollten grade wieder mitmischen, als es hinter uns mächtig dunkel wurde. Just im selben Moment zuckten auch schon die ersten Blitze am Firmament. Wie von Wespen gestochen packten wir unser Angelzeug und flohen im Schweinsgalopp zum Auto, welches wir ca. 1 km entfernt von unserem Angelplatz  geparkt hatten.

Die Hoffnung nicht nass zu werden verflog auf der Hälfte des Weges, als sich so langsam unsere Watstiefel mit Wasser füllten. Am Auto angekommen, rauchten wir uns erst einmal unter der Heckklappe des Wagens eine Schei...wetterzigarette. Bei Achim und mir war die Angelbegeisterung auf dem Nullpunkt angelangt.

 

Nur Markus stand mit leuchtenden Augen und hoch motiviert neben uns. Kaum hatten wir aufgeraucht, strahlte wieder die Sonne am Abendhimmel, als wäre nichts gewesen.

Mitgerissen von der Begeisterung die Markus beseelte, zogen wir schnell trockene Sachen an um unseren Plan, Wolfsbarsche zu fangen, umzusetzen.

Diesmal wollten wir unser Glück bei einem der kleinen Häfen versuchen. Nach dem 3. Wurf bog sich meine Spinnrute beachtlich.

Nach dem Kreischen meiner hart eingestellten Bremse zu urteilen, hatte der Barsch eine Länge von über 60 cm. Das Heulen meiner Bremse bekam auch Markus mit, der gleich seinen Kescher schnappte, um mir bei der Landung zu helfen. Leider verlor ich diesen Kraftprotz wieder kurz vor dem Ufer.

Danach konnten wir noch einige gute Barsche verhaften.

Der kurioseste Beifang ging diesmal auf mein Konto .

Eine Miniflunder hatte sich mein Deltafischchen ( eine Sandaalimitation aus Gummi ) geschnappt. Der Zwerg war unglaublicherweise im Maul gehakt .

 

Das Kerlchen schätzten wir auf 15 cm und der Haken meines Deltafischchens hatte die Größe 1/0.

Nach so einem Fang und vielen tollen Erlebnissen machten wir uns spät in der Nacht auf den Heimweg.

Auf der Fahrt zeigte Markus uns noch ein paar Fotos von diesem Wochenende, die er mit seiner Digicam gemacht hatte.

Achim und ich freuen uns schon auf die nächste Tour zu einem der fischreichsten Küstenabschnitte der Niederlande.

 

Rob,Achim und Markus

Ihr habt ein paar schöne Fotos gemacht?

Dann schreibt doch einen kleinen Bericht dazu.

Wir veröffentlichen gern auch eure Erlebnisse rund um die Fischwaid
 

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