Anschlag! “Mist,
der hängt nicht!“ ein erneuter Anschlag doch
verflixt, dieser hängt auch wieder nicht…
So sollte es ihn
den nächsten 2 Wochen öfter zugehen, aber
fangen wir vorne an. Morgens um 11 Uhr
fuhren wir mit dem voll bepacktem Auto los,
Richtung Korsika.Staufrei kamen wir um 6 Uhr
abends an der Fähre in Savona an.
Noch hatten wir
ein bisschen Zeit und so beschlossen wir,
uns noch ein bisschen an die Kaimauer zu
setzen. Schon dort konnte ich kleine
Schwärme von Meeräschen ausmachen und ein
richtig fettes Kaliber, das knapp unter der
Wasseroberfläche „patrouillierte“.Die
Überfahrt mit der Fähre fand in der Nacht
statt und um ca. 7 Uhr befanden wir uns
wieder im Auto, in Richtung unseres
gemieteten Bungalows. Eine kurze
Frühstückspause mit leckeren französischen
Croissons erfolgte dann um 8 Uhr und bald
darauf kamen wir an „unserem“ Campingplatz
an!
Nach dem
Anmelden und auspacken war erst mal, na was
wohl, Angeln angesagt! Nach 2 Fehlbissen an
der feinen Posenmontage, die Viecher bissen
echt verdammt spitz, ging mein Anschlag
endlich mal nicht ins Leere und ich konnte
meine erste korsische Meeräsche 2005
drillen.Nach einem kurzen, aber heftigen
Drill konnte ich sie nach einem schnellen
Foto wieder schonend zurücksetzen.
Geschätzte 35-40cm.Im weiteren Verlauf des
Tages, gab es noch mehrere Fehlbisse, die
allesamt nicht mehr gehakt werden konnten...
Am nächsten Tag
ging es nach dem Frühstück sofort wieder- na
klar- ans Wasser und ich konnte schon bald
die erste Meeräsche des Tages verwandeln.
Zwar noch ein ziemlich kleines Exemplar,
aber immerhin eine Meeräsche.

Kurz davor bin
ich an einem Zaun hängen geblieben, weshalb
auch das große Loch mein T-Shirt ziert…
Am Nachmittag
kam dann noch eine Meeräsche dazu, die aber
mit geschätzten 35 cm eher noch zu den
kleineren gehörte.
Am darauf
folgenden Morgen, saß ich natürlich wieder
an meiner Lieblingsstelle, einer Flusskurve,
mit Pose und Brotflocken auf Meeräschen an.
Nach kurzer Zeit gesellte sich meine
Schwester dazu und schaute mir ein bisschen
zu oder besser gesagt fütterte sie mit ein
bisschen Baguette die „Campingplatz-Enten“,
die sich dann natürlich alle auf die kleinen
Brotstücke stürzten und mir die ganze Zeit
durch die Schnur flogen und schwammen…
Als sich die
Enten wieder beruhigt hatten fragte mich
meine Schwester verschmitzt, ob ich mir denn
nicht ein Fleece holen wollte. Tatsächlich
war es ein bisschen kühler geworden und
schaden konnte es ja nicht wirklich. Zudem
fragte sie mich noch, ob sie solange die
Rute halten könnte.
So lief ich zu
unserem nahe gelegenen Bungalow, zog mir
mein Fleece an und als ich wieder aus der
Tür trat, sah ich meine Schwester mit
meiner, anscheinend sehr krummen Rute, am
Ufer stehen.
Schnell rannte
ich zu ihr hin und unterstützte sie bei
ihrem ersten Drill.
Nach der
geglückten Handlandung fragte ich sie, ob
sie ihn mitnehmen wollte, oder ob wir sie
wieder zurücksetzen sollten.
Meine Schwester
wählte ersteres und so gab es am nächsten
Tag eine lecker gegrillte Meeräsche zum
Mittagessen. Sie war zu recht nicht ohne
Stolz auf ihren ersten Fisch, der gar nicht
mal so klein zu sein schien. Das Maßband
zeigte dann satte 44cm an!

Nach zwei Tagen
Ruhepause sollte ein unvergesslicher
Angeltag folgen.
Einen Tag vorher
hatten zwei Angler mitten am Vormittag einen
guten Aal von geschätzten 55-60cm gefangen.
Wenn dies bei
ihnen klappte, müsste dies theoretisch auch
bei mir funktionieren.
Also eine Dose
Dendrobenas im Lokalshop gekauft und nach
der Ankunft einen der Würmer an einen 2er
Wurmhaken gehängt, der an einer sensiblen
Laufposenmontage montiert worden war.
Die besagte
Montage wurde neben einen Schilfgürtel
gesetzt und das Warten begann…
Von wegen
warten, schon 3 Minuten später fing die Pose
an hin und her zu wandern bis sie ganz
abtauchte.
Nach dem
geglückten Anschlag dachte ich schon an den
berüchtigten Klammergriffes des Aals und
probierte diesen mit leichten Rutenschlägen
zu lösen. Doch abermals musste ich „von
wegen“ sagen, denn auf einmal preschte der
vermeintliche Aal in Richtung Kanalmitte
los, wobei er mir mehrere Meter Schnur von
der Rolle zog. Nachdem die erste Flucht
gestoppt war, zog mein Gegner,
voraussichtlich eine kapitale Meeräsche, ca.
10m vor mir ihre Kreise.
„Nur nicht
nervös werden“, redete ich mir immer wieder
zu, da ich letztes Jahr hier schon eine
Kapitale verloren hatte.
Doch nach
weiteren 2 bis 3 Minuten konnten wir das
imposante Tier über den Kescherrand zogen.
“Boah, was ein Viech!!“, entfuhr es mir, als
ich dem sichtlich erschöpften Tier den Haken
löste und aus dem Wasser hob.
Ich schätzte die
Meeräsche auf ca. 50-55cm. Nach ein paar
Fotos, entließ ich den wunderschönen Fisch
wieder in sein Element.

Stolz und
glücklich beköderte ich einen neuen Wurm und
warf an dieselbe Stelle wie zuvor.
Nach weiteren
10min begann meine Pose wieder zu zucken und
nach einer kurzen Drift ging diese erneut
unter. Der Anhieb saß und nach kurzem
Widerstand den ich aber nach wenigen
Sekunden brach, konnte ich meinen
allerersten Aal an Land heben!
Da er mit ca.
35cm noch ein kleiner seiner Sorte war,
operierte ich ihm den Haken, der leider
etwas tiefer saß, raus und setzte ihn
behutsam wieder ins Wasser.
„So kann es
weiter gehen“, dachte ich mir, “ erst eine
kapitale Meeräsche und dann auch noch mein
allererster Aal!“
Und so ging es
auch weiter! Innerhalb der nächsten zwei
Stunden fing ich 6 weitere Aale, wobei der
größte ca. 55cm maß. Und dies zur
Mittagszeit!

Einen der 6 Aale
nahm ich mit, den ich allerdings später dann
doch noch meinem Angelnachbar überließ.
Weitere Versuche
auf Aal zur Mittagszeit schlugen fehl. Ich
vermute mal, dass dies mit dem Mond zu
erklären ist, denn die 6 Aale bissen alle
kurz vor Vollmond.
Am darauf
folgenden Nachmittag kam mir die Idee, es
einmal mit Schwimmbrot zu versuchen. Von der
Theorie her müsste dies doch eigentlich
klappen.
Und siehe da,
ich hatte meine ca. 2 x 2cm große Brotflocke
keine 2 Minuten im Wasser, als ich schon die
erste stachlige Rückenflosse auf meine
Flocke zu pflügen sah. Es gesellten sich in
kürzester Zeit mehrere Artgenossen hinzu und
schon bald hing die erste am 10er Haken.
Die Bisse kamen
nun nicht mehr zart und vorsichtig wie zuvor
beim Posenangeln, sondern jetzt kamen sie
sogar auffallend aggressiv!
Mehrere Fische
bis ca. 40 cm konnte ich an diesem
Nachmittag noch „verhaften“ und ich bekam
jedes Mal einen riesigen Adrenalinstoß, wenn
mein kleines Stückchen Baguette in einem
großen Schwall Wasser unter Wasser gezogen
wurde!
Einen Abend
später aßen wir in einem sogenannten
„Fischrestaurant“. Dieses Restaurant war auf
einem Steg erbaut worden, welcher in einem
flachen, kommerziellen See stand.
Mitten beim
Essen bemerkte ich, wie neben uns im See
mehrere Aale ihre Runden drehten und wie ein
kleiner Schwarm Meeräschen nach von Kindern
eingeworfenen Brotstückchen schnappte.
Nach beendetem
Essen setzte ich mich so nah wie möglich zu
den Aalen und beobachtete sie eine Weile,
denn es war schon ein Erlebnis für sich, so
nahe bei den Schlänglern zu sitzen und zu
zuschauen, wie sie dort 1-2 m vor mir
entlang glitten…
Und dann war
auch schon der letzte Tag unseres Urlaubes
gekommen.
Aber vor dem
Packen wollte ich es noch mal wissen! Ich
montierte meine Rute, dieses mal wieder eine
fein austarierte Posemontage, köderte ein
kleines Stückchen vorher gerollten Teig an
und warf das Ganze in die Nähe eines ins
Wasser gestürzten Baumes.
Gerade als ich
noch mal den ganzen Urlaub Revue passieren
ließ, sah ich im Augenwinkel wie meine Pose
leicht zu zucken anfing. Nach weiteren 10
Sekunden ging sie ganz unter!
Ich senkte die
Rute, nahm die lose Schnur auf und schlug
an! Heftige Gegenwehr am Ende der Leine
ließen auf einen starken Gegner hoffen!

Nach einem echt
tollen Kampf, konnte ich meinen „Gegner“,
der in der Relation zu seiner Größe echt
super gekämpft hat, wieder in sein kühles
Nass setzen.
Danach gingen
wir noch mal zum letzten Mal an den Strand
und ich konnte neben zwei größeren
Meeräschen noch einen richtig kapitalen
Schatten in einem Fluss der ins Meer mündete
beobachten!
Na warte, wir
sehen uns 2006…
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